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Ich will verstehen, was du wirklich brauchst

Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern. Das Projekt Giraffentraum. Mit einem Vorwort von Marshall B. Rosenberg

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Gewaltfreie Kommunikation von Marshall B. Rosenberg – umgesetzt für das Zusammenleben mit Kindern

Sagen, was mich stört, ohne dabei Vorwürfe zu machen. Offen zuhören, auch wenn der andere laut wird: Mit Einfühlung und Empathie gelingt es, sich auch in schwierigen Situationen aufrichtig auszudrücken und gleichzeitig dem Gegenüber respektvoll zu begegnen.

• Eine der erfolgreichsten Kommunikationsformen der letzten Jahre
• Konfliktlösung, bei der alle gewinnen
• Ein Ratgeber für Eltern, ErzieherInnen, Lehrkräfte

Portrait
Frank Gaschler, geb. 1967, ist zertifizierter Trainer für Gewaltfreie Kommunikation (CNVC), Mediator und Sozialpädagoge. Er ist aktiv im Verein Netzwerk Gewaltfreie Kommunikation in München e.V. Langjährige Erfahrung im Bereich der Eltern-Kind-Arbeit und an Schulen. Seit 2001 leitet er gemeinsam mit seiner Frau Gundi Gaschler den Kurs Starke Eltern – Starke Kinder® des Deutschen Kinderschutzbundes. Seit 2004 leiten beide Kurse für Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg u.a. für Eltern, Erzieherinnen und LehrerInnen. Mit dem von Frank Gaschler entwickelten Projekt Giraffentraum® werden wichtige Basiskompetenzen und Förderschwerpunkte der Bildungs- und Erziehungspläne der Bundesländer vermittelt.
Frank Gaschler lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Hohenlinden bei München.

Gundi Gaschler, geb. 1967, ist Diplompsychologin und ebenfalls zertifizierte Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation (CNVC). Gemeinsam mit ihrem Mann lebt und lehrt sie Gewaltfreie Kommunikation. Gundi lebt mit ihrem Mann und ihren beiden beiden Töchtern in Hohenlinden bei München.

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  • Vorwort von Marshall B. Rosenberg

    Ich ging 21 Jahre lang zur Schule bzw. zur Universit¿und ich kann mich nicht erinnern, dass mich jemals jemand gefragt h¿e, wie ich mich f¿hle oder was ich brauche. Stattdessen lehrten sie mich Dinge wie ¿richtig¿ und ¿falsch¿, ¿gut¿ und ¿schlecht¿, um in ein System zu passen, das Menschen anhand dieser Standards bewertet.
    Ich empfehle das Projekt ¿Giraffentraum¿ ErzieherInnen, Lehrkr¿en, Eltern und Kindern als einen Weg, um uns gegenseitig zu helfen, das eine zu tun, was wir alle am liebsten tun:

    das Leben der Menschen zu bereichern!

    Vorwort von Isolde Teschner
    Wenn wir unseren Kindern vorleben, wie sie f¿r sich sorgen, ohne andere zu verletzen, lernen sie alles, was sie zum Leben brauchen.

    Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch das Konzept ¿Giraffentraum¿, das Frank und Gundi Gaschler entwickelt haben. Das hei¿, wenn Kinder von klein auf in einem Umfeld aufwachsen, das auf den Prinzipien der Gewaltfreien Kommunikation aufbaut, dann w¿ das ein gro¿r Schritt zu mehr Mitgef¿hl, Gemeinsamkeit und Frieden auf der Welt.
    Im Leben mit Kindern stehen wir immer wieder vor neuen Fragen und Herausforderungen. Auch wenn wir wissen, dass es keine Patentrezepte gibt, so brauchen wir dennoch etwas, an dem wir uns orientieren k¿nnen.
    Wie dieses Buch aufzeigt, liegt diese Orientierung in der inneren Verbindung zu den Kindern, die uns anvertraut sind. Wenn wir gegenw¿ig und einf¿hlend in Kontakt mit ihnen sind, erw¿st ihnen durch diese Beziehung die Kraft, in dieser Welt anzukommen und ihren eigenen Weg darin zu finden.
    Das Konzept ¿Giraffentraum¿ kann Erzieherinnen und Eltern dabei unterst¿tzen, mit Kindern eine harmonische Beziehung aufzubauen und sie auf dem Weg ins Leben einf¿hlsam zu begleiten.
    Isolde Teschner

    Zertifizierungstrainerin f¿r Gewaltfreie Kommunikation

    Einf¿hrung

    ¿Ich muss gar nix ¿ ich kann mich entscheiden! Und au¿rdem bin ich ein Mensch!¿

    Unsere Tochter Elia erwiderte diese zwei S¿e mit dreieinhalb Jahren ihrer Erzieherin im Kindergarten, nachdem diese sagte: ¿Du musst jetzt aufr¿en.¿ Was folgte, waren lange Elterngespr¿e mit den Erzieherinnen und f¿r uns eine intensive Auseinandersetzung mit der Frage, wie ¿gewaltfrei¿ wir unsere Kinder erziehen wollen.
    Meine Frau Gundi und ich besch¿igten uns schon seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema Erziehung ¿ nicht nur, weil wir Eltern sind, sondern auch, weil wir Elternkurse (¿Starke Eltern ¿ Starke Kinder¿) geben. In den Kursen und auch zu Hause begegneten uns dabei immer wieder die Fragen, wie wir Grenzen setzen, wie wir Konsequenzen aufzeigen und auch selbst durchhalten k¿nnen und vor allem die Frage: ¿Wie viel Orientierung braucht das Kind?¿. Der Grundtenor der meisten Erziehungsseminare und Elternratgeber, die wir ¿ vor allem Gundi ¿ damals lasen, war: ¿Gib deinem Kind Orientierung, damit es sich sp¿r f¿r das Richtige entscheiden kann.¿ Das klang einfach und auch gut vermittelbar. In der Realit¿war es allerdings nicht so simpel. Das Orientierunggeben war nicht ganz so leicht, weil Marie (unsere ¿ere Tochter) und Elia es nicht immer annahmen. Dass die Kinder sich ¿sp¿r¿ richtig entscheiden, war etwas unbefriedigend, wenn ¿jetzt¿ das Zimmer unaufger¿t war, und auf die Frage, was das ¿Richtige¿ sei, habe ich ja f¿r mein eigenes Leben noch keine endg¿ltige Antwort gefunden.
    Im Zuge ihrer T¿gkeit als Elternkursleiterin stie¿Gundi eines Tages auf Marshall Rosenbergs Buch Gewaltfreie Kommunikation und krempelte damit so einiges in unserer Familie um. In Windeseile verbreitete sie die Idee, es g¿ so etwas wie richtig und falsch nicht, niemand sei f¿r die Gef¿hle anderer verantwortlich und man br¿hte sich nicht zu entschuldigen, noch dazu, weil es so etwas wie Schuld nicht g¿. Au¿rdem: ¿Man muss gar nix!¿
    Mein Weltbild drohte einzust¿rzen! Ich hatte ja schon so einiges mitgemacht: Habe Ich-Botschaften gesendet, Familienkonferenzen abgehalten, positive Formulierungen gefunden und Doppelbotschaften vermieden. Aber jetzt das? Wenn es weder richtig noch falsch gibt, wo bleibt dann die Orientierung? Wenn jeder f¿r seine Gef¿hle selbst verantwortlich ist, wo bleibt dann das Miteinander, und wenn es keine Schuld gibt, dann kann ja jede tun, was sie will. Was ich hingegen annehmen konnte, war, dass ich nichts muss ¿ schon gar nicht das Buch ¿ber Gewaltfreie Kommunikation selbst lesen! Mein Bed¿rfnis nach Autonomie war damals sehr ausgepr¿. Trotz aller Gegenwehr blieb mir die Ver¿erung jedoch nicht verborgen. Im Gegensatz zu mir sogen die Kinder den Paradigmenwechsel in unserer Familie mit jeder Pore auf. Nicht, dass Gundis Erziehung pl¿tzlich erfolgreicher wurde ¿ die Kinderzimmer wurden durch den Einsatz der Gewaltfreien Kommunikation auch nicht selbstverst¿licher aufger¿t als durch meinen Belohnungs-, Bestrafungs- und Orientierungsansatz. Was sich ver¿erte, war vor allem die Beziehung untereinander. Sie erschien mir zunehmend entspannter und vertrauter. Die Lautst¿e, mit der Auseinandersetzungen gef¿hrt wurden, nahm deutlich ab. Wutausbr¿che, Tr¿n und Gewalt zwischen den Kindern kamen seltener vor, wenn Gundi sich um die Kinder k¿mmerte, als wenn ich das tat. Und dabei wirkte sie auf mich sogar noch wesentlich ausgeglichener und zufriedener. Bei den Kindern nahm ich auch wahr, dass sie an Stellen, an denen wir normalerweise in den ¿blichen Nein-doch-Spielchen endeten, eine Art Neugier entwickelten. Die gipfelte in einer Autofahrt, bei der ich Elia anmotzte, weil sie mit ihrer Brezel auf den Boden gebr¿selt hatte, und Marie mich fragte: ¿Papa, worum geht¿s dir eigentlich?¿
    Langsam wurde ich neugierig und erkannte, dass die Gewaltfreie Kommunikation ein n¿tzliches Mittel f¿r die Kindererziehung ist. Allerdings ging Gundi weiter und fragte auch mich nach meinen Gef¿hlen und Bed¿rfnissen. ¿ ins Feuer! Wollte sie mich jetzt auch erziehen oder vielleicht sogar therapieren? Hatte sie jetzt f¿r unser altes Spielchen ¿Wer kommuniziert besser¿ ein neues Mittel ¿ eine Geheimwaffe ¿ entdeckt, mit der sie mich manipulieren und davon ¿berzeugen wollte, dass sie Recht hatte? Ich war ziemlich w¿tend. Einerseits, weil ich unsicher wurde, indem ich merkte, dass sie mich verstand, obwohl ich doch ganz andere Worte gesagt hatte, und andererseits, weil ich ohnm¿tig war in der Idee, dass sich das Gleichgewicht zwischen uns verschieben k¿nnte. Insgesamt hatte ich h¿llische Angst davor, sie k¿nnte mit der Gewaltfreien Kommunikation unsere Beziehung kaputt machen. Es folgte eine Phase hochemotionaler, kontroverser Diskussion.
    Die Wende kam, als mir Gundi erkl¿e, worin ihre Absicht lag. F¿r sie sei die Gewaltfreie Kommunikation das beste ihr im Moment zur Verf¿gung stehende Mittel, um uns miteinander in Kontakt zu bringen, um uns gegenseitig zu verstehen und um unsere Beziehung und Partnerschaft zu st¿en. Ihre Intention l¿ darin, etwas f¿r unsere Beziehung zu tun, nicht dagegen. Ihr Lernen und Wachsen mit mir zu teilen, war eine Einladung, den Weg gemeinsam zu gehen.
    Ich beschloss daraufhin, das GfK-Buch zu lesen ¿ erst einmal heimlich. Was mich ansprach, waren Marshalls Geschichten ¿ der Humor und die Leichtigkeit und gleichzeitig die Tiefgr¿ndigkeit und W¿e, mit der er erz¿t. Ich wollte mehr wissen, besuchte ein Einf¿hrungsseminar und ¿ungsgruppen. Wir integrierten die GfK in unsere Elternkurse und entschlossen uns, gemeinsam an einer GfK-Trainerausbildung teilzunehmen.
    In diesem Zeitraum bekamen wir eine Anfrage von einer Elternbeir¿n aus Elias Kindergarten, ob wir ein Gewaltpr¿ntionsprogramm kennen oder durchf¿hren k¿nnen. Ihr Wunsch war, die Kinder stark zu machen f¿r den kommenden Lebensabschnitt. Sie f¿hlte sich ohnm¿tig angesichts der Instanz Schule und war besorgt um ihren Sohn. Um ihn vor schmerzlichen Erfahrungen zu sch¿tzen, wollte sie ihm etwas als Unterst¿tzung und Kraftquelle mitgeben. Da wir gerade nach Wegen suchten, um unseren neuen und reichen Erfahrungsschatz nicht nur in Elternkursen, sondern auch gezielt an die Kinder weiterzugeben, entstand die Idee, das Projekt ¿Giraffentraum¿ zu entwickeln ¿ mit dem Ziel, die Kinder zu st¿en.
    ¿Als ich den ¿Giraffentraum¿ las, war ich tief ber¿hrt, weil er mich an das erinnert hat, warum ich irgendwann einmal die Ausbildung zur Erzieherin gemacht habe: Ich wollte Kinder so sehen, wie sie sind, und nicht, wie sie sein sollten.¿
    SABINE, Erzieherin

    Im Lauf der Konzeption zeigte sich anhand der neuen Bildungspl¿, dass es in vielen Kinderg¿en einen Bedarf gibt nach empathischem Umgang, lebensdienlicher Kommunikation, Leichtigkeit und Aufrichtigkeit.
    Im April 2005 stellten Gundi und ich mit Hilfe von Sara Hartmann und Barbara Friedlein das Konzept Giraffentraum fertig und f¿hrten es in Kinderg¿en in Karlsfeld und D¿rmentingen durch. Die Offenheit, das Engagement und die Begeisterung, mit der die Erzieherinnen ¿ber ihre Erfahrungen mit den Kindern, den Eltern und innerhalb der Teams berichteten, und all die Erkenntnisse und Ver¿erungen, die unsere Arbeit dort bewirkt hat, befl¿gelten uns, weiterzumachen und Projekte in vielen anderen Kinderg¿en durchzuf¿hren. Diese Ergebnisse finden sich wieder in der Diplomarbeit ¿Gewaltfreie Kommunikation im Kindergarten ¿ Eine empirische Untersuchung zur Umsetzung des Konzeptes ¿Giraffentraum¿ an f¿nf Kinderg¿en¿ von Anne Jaschke (TU Dresden, 2007). Die im Rahmen dieser Untersuchung befragten Erzieherinnen benannten unterschiedliche, jedoch nur positive Auswirkungen auf die Kinder und die gesamte Einrichtung. (Einige ihrer Aussagen finden Sie im Buch zitiert.) Anne Jaschke kommt zu folgendem Schluss: ¿Es gibt zahlreiche ¿erschneidungen zwischen den untersuchten Bildungszielen der Bildungspl¿ von Sachsen und Bayern und den Intentionen des Projektes Giraffentraum. Viele Lernziele der Bildungspl¿ in den Bereichen Konfliktl¿sekompetenzen, soziale Kompetenzen und kommunikative Kompetenzen k¿nnen mit dem Projekt Giraffentraum erreicht werden. Damit stellt es ein geeignetes Handwerkszeug dar, um die Empfehlungen der Bildungspl¿ in die Praxis umzusetzen.¿ Gemeinsam mit anderen Trainerinnen und Trainern arbeiten wir daran, dass die Gewaltfreie Kommunikation immer mehr Kinderg¿en, Kindertagesst¿en, Schulen und Familien erreicht, dass sie in die Erzieherinnen- und Lehrerinnenausbildung integriert wird und dass Eltern in Seminaren Unterst¿tzung und Anregungen bekommen.

    Was Sie in diesem Buch finden

    In dem vorliegenden Buch wollen wir darstellen, wie die Beziehungen innerhalb von Familien und Kinderg¿en auf einer wertsch¿enden und lebendigen Basis stehen k¿nnen. Danach beschreiben wir die Gewaltfreie Kommunikation als eine M¿glichkeit, dies zu erreichen (zweites Kapitel), und zeigen, wie in dieser Haltung mit Kindern im Kindergartenalter kommuniziert werden kann (drittes Kapitel). Im vierten Kapitel stellen wir das Konzept ¿Giraffentraum¿ als Beispiel vor, wie Gewaltfreie Kommunikation in Kinderg¿en eingef¿hrt werden kann, und verdeutlichen Bez¿ge zu den Anforderungen der aktuellen Bildungs- und Erziehungspl¿. Im Anschluss finden Sie kurze Beschreibungen weiterer Projekte und Kontaktm¿glichkeiten zu zertifizierten Trainerinnen und Trainern im deutschsprachigen Raum.
    Dieses Buch ist an vielen Stellen in der Ich-Form geschrieben, da der Prozess der Umwandlung von Erlebtem, Reflektiertem und Erlerntem in Geschriebenes haupts¿lich von mir (Frank) vollzogen wurde. Dennoch ist es mir sehr wichtig, dass wir gemeinsam, Gundi und Frank, als Autoren dieses Buches erscheinen. Ich sehe die weitaus aufw¿igere und wichtigere Arbeit darin, gemeinsam diese Schritte gegangen zu sein und weiterhin zu gehen. Die zu Papier gebrachten S¿e sind nur das Ergebnis unseres Austausches, der vielen Gespr¿e, der gemeinsamen Prozesse und unseres Lebens in der Familie. Ich m¿chte Gundi damit meine Dankbarkeit daf¿r ausdr¿cken, dass sie die Gewaltfreie Kommunikation in unser Leben gebracht hat, meine Wertsch¿ung daf¿r, dass sie, trotz all meines Gegenwinds, drangeblieben ist, und zeigen, dass ihr Beitrag f¿r dieses Buch f¿r mich mindestens gleichwertig zu meinem ist.
    Zudem schildert das Buch unsere Erfahrungen in der eigenen Familie und will unsere Dankbarkeit gegen¿ber der Gewaltfreien Kommunikation und damit Marshall Rosenberg ausdr¿cken. Wir beschreiben darin unsere Sichtweise der Gewaltfreien Kommunikation, wie wir sie heute haben. Die Gewaltfreie Kommunikation stellt sich f¿r uns nicht als ein starres Modell dar, sondern als eine sehr solide Basis, auf der Leben und Beziehungen von Herz zu Herz gelingen k¿nnen. Gleichzeitig ist sie auch flexibel und bereit zu wachsen.
    Mit diesem Buch m¿chten wir einen Beitrag zur St¿ung der Basis und zu weiterem Wachstum leisten.

    Wie soll die Beziehung zu meinem Kind sein?

    Am Beginn unserer Elternkurse bitten wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Bild zu malen mit dem Thema: ¿Wie soll die Beziehung zu meinem Kind sein?¿ Wir sehen auf den Gem¿en dann Sonnen, Regenb¿gen, bunte Farben und Formen, Kreise, Herzen und vieles mehr. Aus den Erkl¿ngen wird deutlich, was den Eltern wirklich wichtig ist: Die Beziehung soll gepr¿ sein von Liebe, N¿, Verst¿nis, W¿e, Vertrauen, gegenseitiger Wertsch¿ung, Freiheit, Gemeinschaft, Spa¿ Respekt, Verbindung ¿
    Im Alltag ger¿dies leider oft in den Hintergrund. Wichtiger scheint es, Kinder dazu zu erziehen, zu tun, was wir wollen oder was wir denken, was richtig ist. Wenn die Kinder vom Kleinkind- ins Kindergartenalter kommen, werden sich viele Eltern ihrer Erziehungsaufgaben bewusst und verwenden sehr viel Energie auf das Ein¿ben bestimmter Verhaltensweisen: ¿regelm¿g die Z¿e putzen¿, ¿Schuhe richtig herum anziehen¿, ¿sauber mit der Gabel essen¿, ¿anst¿ig am Tisch sitzen¿, ¿die Mama nicht beim Telefonieren st¿ren¿ usw. Dahinter steht oft der Wunsch, einen Beitrag zu leisten, damit es das Kind leichter hat im Umgang mit anderen und gesund bleibt. Sie wollen es sch¿tzen vor Spott, ihm Orientierung und Struktur geben und selbst Sicherheit und Ruhe bekommen. Und das alles als Ausdruck der Liebe und Sorge um das Wohl des Kindes und des eigenen Wohlergehens.
    Und was macht das Kind? Warum sagt es nicht: ¿Danke Mama, dass du mir anstatt S¿¿gkeiten lieber Obst und Gem¿se gibst! Ich kann sehen, dass dir meine Gesundheit am Herzen liegt¿? Warum wird es stattdessen w¿tend und bekommt einen Trotzanfall? Vielleicht weil es die Absicht der Eltern einfach nicht verstanden hat und denkt: ¿Die wollen ja nur ¿ber mich bestimmen.¿ Vielleicht aber auch, weil es selbst gerne verstanden werden w¿rde und jetzt hilflos, ohnm¿tig und frustriert ist, weil ihm die M¿glichkeiten fehlen, sich verst¿lich zu machen. Kann sein, dass es
    gerne selbst entscheiden m¿chte, weil es schon sooo gro¿ist und seine Autonomie gerne ausleben m¿chte. Kann auch sein, dass es einfach nur gefragt werden m¿chte und miteinbezogen in Entscheidungsprozesse. Vielleicht schmeckt ihm Gem¿se auch schlichtweg nicht.
    Als Marie f¿nf Jahre alt war, kam sie eines Tages aus dem Kindergarten und sagte, sie wolle nicht mehr leben. Wer Marie kennt, wei¿ dass sie eine Ernsthaftigkeit ausstrahlt, die einen nicht dazu verleitet, dies als kindlichen Scherz aufzufassen. Obwohl ich im ersten Moment vom Schock wie gel¿t war und sofort alle m¿glichen Filme in meinem Kopf abliefen, schaffte ich es, ihr zuzuh¿ren: Was steckt dahinter? Es war ein langes Gespr¿, in dem sie mir unter vielen Tr¿n erz¿te, ihre Erzieherin habe jetzt ein anderes ¿Lieblingskind¿. Nicht mehr leben zu wollen waren die st¿sten Worte, die sie damals kannte, um auf ihren Schmerz aufmerksam zu machen. Sie war einfach unendlich traurig dar¿ber und gleichzeitig jetzt so froh zu h¿ren, dass ich sie verstehen konnte.
    Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren haben nur selten die sprachlichen F¿gkeiten, sich klar auszudr¿cken im Sinne von: ¿Ich m¿chte mir in diesem Moment f¿nf Gummib¿hen g¿nnen, da es mir augenblicklich weniger um Nahrungsaufnahme, sondern vielmehr um Genuss und Entspannung geht. Dabei m¿chte ich selbst entscheiden, welchen Weg ich dazu w¿e.¿ Schade ¿ es w¿ so viel einfacher, darauf ¿beziehungsdienlich¿ zu reagieren.
    Die Realit¿sieht aber meist anders aus: Wenn Kinder ihre Wut dar¿ber, ¿abh¿ig zu sein¿, ihren Frust dar¿ber, ¿sich nicht verst¿lich machen zu k¿nnen¿ und ihre Entt¿chung ¿nicht verstanden zu werden¿, ausdr¿cken, w¿en sie h¿ig Verhaltensweisen, die die Eltern als ¿bocken¿, ¿trotzen¿, ¿provozieren¿ oder ¿zicken¿ bewerten. Daf¿r bekommen sie alles M¿gliche ¿ jedoch nur selten das, was sie brauchen: Verst¿nis.

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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 144
Erscheinungsdatum 27.08.2007
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-466-30756-2
Verlag Kösel
Maße (L/B/H) 23.9/16.7/1.2 cm
Gewicht 370 g
Auflage 8. Auflage
Verkaufsrang 1871
Buch (gebundene Ausgabe)
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Ich will verstehen, was du wirklich brauchst
von Timo Funken am 25.07.2019

Hilfreiche Erweiterung des Konzeptes der Gewaltfreien Kommunikation mit Kindern. Gut verständlich, beispielhaft erklärt ist dies ein guter Ratgeber für alle, die mit Kindern zu tun haben. Liebe Grüße Timo Funken

Super Buch zur GfK
von einer Kundin/einem Kunden am 16.10.2013

Buch lässt sich gut lesen; Tipps verständlich und nachvollziehbar; praktische Anwendung eines Projektes genau beschrieben (eher Kindergarten als für Hort)

Viele Ideen ...
von einer Kundin/einem Kunden am 06.01.2011

... für die Umsetzung der GFK mit kleinern Kindern im Kindergarten oder der ersten Klasse.Ich konnte einiges verwenden und auch mit älteren Kindern flexibel einsetzen. Viel Spaß!