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Peer Gynt

Ibsens Peer Gynt entstand nach dem gleichlautenden norwegischen Märchen Per Gynt. In seinem Werk setzte sich Ibsen kritisch mit dem romantischen Nationalismus im Norwegen seiner Zeit auseinander.

Die Geschichte von Peer Gynt ist sehr phantasievoll und reich an Episoden. In Norwegen wird jährlich der Peer Gynt Preis an Personen verliehen, die gegen den Strom geschwommen sind, Veränderungen bewirkt haben oder auch geschäftlich erfolgreich waren.

Die Hauptfigur ist der junge Bauernsohn Peer Gynt, der mit Lügengeschichten versucht, der Realität zu entfliehen. Auf diese Weise verdrängt er, dass sein Vater, der einst sehr angesehene Jon Gynt, Hof und Habe durch Misswirtschaft und zahlreiche Alkoholeskapaden verloren hat. In Peers Phantasiewelt ist die heruntergekommene Behausung jedoch nach wie vor ein strahlender Palast. Auch seinen eigenen Nichtsnutz verklärt er zu heldenhaften Episoden. So schildert er seiner Mutter Aase einen halsbrecherischen Ritt auf einem „Bock“ über einen Grat, möglicherweise der Besseggen oberhalb des Gjendesees im norwegischen Gebirge Jotunheimen. Von seiner Mutter wird Peer überbehütet und glorifiziert, doch soll er immer ihre Version des Lebens teilen. Auf der Suche nach Liebe und Abenteuer findet er sich bald in einer Welt von Trollen und Dämonen wieder. Er entführt Ingrid, die Braut eines anderen. Gleichzeitig verliebt er sich in die aus pietistischem Elternhaus stammende Solvejg, die ihn anfangs nicht erhört, sich ihm später jedoch anschliesst.

Nach einem Zeitsprung von etwa 30 Jahren findet sich der inzwischen unter anderem durch Sklavenhandel reich gewordene Peer im vierten Akt in Marokko wieder. Dort wird ihm von Geschäftspartnern sein Schiff mit allen Reichtümern gestohlen. Nach einem Gebet versinkt das Schiff; Peer findet sich mit seiner Armut ab und wendet sich Gott zu. Durch einen Affenangriff wird er in die Wüste getrieben, wo er sich in eine Oase rettet. Von den dort lebenden Jungfrauen erwählt er Anitra, die ihm allerdings die letzten Habseligkeiten stiehlt. Den Tiefpunkt seines Lebens erlebt Peer im Irrenhaus zu Kairo, dem der deutsche Arzt Doktor Begriffenfeldt vorsteht.

Alt und verarmt kehrt Peer Gynt heim, wo er um seine Seele kämpfen muss. In einer berühmten Szene vergleicht sich Peer mit einer Zwiebel, die viele Hüllen, jedoch keinen Kern aufzuweisen hat. In der an einem Pfingstmorgen spielenden Schluss-Szene stellt sich jedoch Solvejg, die ein Leben lang auf die Rückkehr ihres Geliebten gewartet hat, schützend vor ihn und rettet ihn.

Peer Gynt ist unter anderem neben dem Titel Gespenster von Ibsen einer der grossen Klassiker der norwegischen Literatur. Beide Titel gibt es übrigens auch in einer zweisprachigen Ausgabe Deutsch / Norwegisch.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Kunststoff-Einband
Seitenzahl 120
Erscheinungsdatum 01.12.2007
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-939703-08-2
Verlag Ondefo-Verlag
Maße (L/B/H) 22.1/13.6/1 cm
Gewicht 174 g
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Christian Morgenstern
Buch (Kunststoff-Einband)
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Peer Gynt – der nordische Faust?
von Zitronenblau am 31.10.2012
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Dieses weltberühmte dramatische Gedicht von Henrik Ibsen gehört zweifelsohne zu den wichtigsten Schöpfungen der Literaturgeschichte. Ibsen selbst ist vielleicht der herausragendste Dramatiker Norwegens. Nicht zuletzt auch deshalb, weil er die Werte seiner Zeit stets kritisch beäugelte, ja torpedierte. Peer Gynt stellt jedoch... Dieses weltberühmte dramatische Gedicht von Henrik Ibsen gehört zweifelsohne zu den wichtigsten Schöpfungen der Literaturgeschichte. Ibsen selbst ist vielleicht der herausragendste Dramatiker Norwegens. Nicht zuletzt auch deshalb, weil er die Werte seiner Zeit stets kritisch beäugelte, ja torpedierte. Peer Gynt stellt jedoch eine Sonderposition dar. Mag sein, dass hintergründig Gesellschaftskritik getrieben wird, ist doch aber im Vordergrund Peer Gynt, der ein Lügner ist, wie es sich uns bereits im ersten Satz durch seine Mutter Ase offenbart: „Peer, du schwindelst!“ Der Taugenichts ist unbeliebt und erinnert an Frischs Gantenbein: Wir sind nur unserer Erfahrungen, doch wir wollen unsere Geschichten sein. Gynt aber übernimmt keine Verantwortung, sein Leben besteht somit nur aus Flucht, die ihn aus dem ersten Akt – hinter ihm die Horde der Dorfbewohner – in die Berge führt, wo er gar die Tochter des Trollkönigs und bald darauf ihn selbst antrifft. Zwar behauptet Gynt, er sei ein Prinz, jedoch lässt er nicht zu, dass der Dovregreis ihm ans Auge will: „Ich ritz dir ’ne Maser / Ins linke Auge, scheel siehst du dann; Doch was du siehst, mutet dich prächtig an. / Sodann will ich’s rechte Licht dir ausschneiden -//“ Woraufhin Gynt ihn bloß fragt: „Bist du trunken?“ Da flieht er erneut. Nachdem er abermals Solvejg begegnet, die sich in Gynt verliebt hat, wohnt er dem Tode seiner Mutter bei. Ibsen setzt anschließend einen harten Bruch – räumlich wie zeitlich. Denn der Held findet sich dreißig Jahre später auf einem Schiff an der Küste von Marokko wieder (4. Akt). Angeblich hat er es u.a. durch Sklavenhandel zu Geld gebracht. Dort verwickeln sich er und einige andere Europäer in ein politisches Gespräch, in dem Gynt Partei für das osmanische Reich ergreift, das im Zwist mit Griechenland liegt: diese Anti-Haltung bezeichnet er als das Gyntische Selbst: „Das Gyntische Selbst – was soll das sein?“ // Die Welt in meinem Schädelschrein, / durch die ich Ich bin, sonder Zweifel, / Kein andrer, wie Gott nicht der Teufel.“ Sie verbannen ihn vom Schiff, das selbst kurz darauf untergeht. Später trifft er auf eine orientalische Diebesgruppe, verliebt sich in Anitra, wird aber von ihr ausgeraubt und verlassen. Am Ende des Aktes findet er sich in Ägypten wieder, wo er Begriffenfeldt begegnet, dieser führt ihn in eine Irrenanstalt, wo Gynt dann zum König gekrönt wird: „Es lebe hoch der Selbstheit Kaiser!“ Im letzten Akt kehrt er nach Norwegen zurück. Dort passiert er den Weg des Knopfgießers, der Gynt holen will, weil er nie er selbst gewesen: „In meine Kelle sollst du. [...] Darin schmelzt man dich um.“ Gynt bittet um etwas Zeit, jemanden zu finden, der den gegenteiligen Beweis führt, kreuzt den Pfad von Dovregreis und dem Teufel (der Magre) gar. Am Ende findet er Solvejg – und wird erlöst? Gynts Suche nach sich selbst ist das philosophische Grundmotiv des Ibsenschen Dramas. Seine Reise ist eine nordische Odyssee und erinnert eben mehr an diesen Helden. Somit scheint mir Peer Gynt eher ein nordischer Odysseus zu sein. Ein brillantes und obskures Werk!