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Konzentrative Bewegungstherapie in der Praxis

Leben lernen Band 208

Körpertherapien verfügen über heilendes Potenzial, weil sie Patienten mit ihren frühesten Erfahrungen in Kontakt bringen. Das Praxislehrbuch zur Konzentrativen Bewegungstherapie führt in die Grundlagen des Verfahrens ein und zeigt an vielen Beispielen die konkrete Anwendung.
Die "Konzentrative Bewegungstherapie " (KBT) wird sowohl in Gruppen- als auch in Einzelpsychotherapie angewendet. Sie basiert auf der Annahme eines "Körpergedächtnisses ", das frühe, vorsprachliche Erfahrungen speichert und, im Falle schwer verarbeitbarer oder traumatischer Erlebnisse, körperliche Spuren in Form von Krankheiten hinterlässt. Über den Weg der bewussten Körperwahrnehmung im Hier und Jetzt können frühe Erfahrungen wieder zugänglich werden, Krankheitssymptome lassen sich positiv beeinflussen. Die aktuellen Ergebnisse der Hirnforschung haben diese Zusammenhänge eindrucksvoll bestätigt.
Nun liegt das Praxislehrbuch der KBT wieder vor - in aktualisierter und erweiterter Form. Für Psychotherapeuten und Ärzte, die das Verfahren der KBT erlernen, ist dieses anwendungsbezogene Basisbuch ein unverzichtbares Arbeitsmittel.
KBT Die Konzentrative Bewegungstherapie bezieht sich als körperorientiertes Verfahren auf tiefenpsychologischer Basis besonders auf
- das Körperbild in Bezug auf die individuelle Lern- und Lebensgeschichte
- die motorisch-emotionale Bewegung (liegen, stehen, gehen) als tiefenpsychologisch deutbare Körpersprache
- die Beschäftigung mit frühen, körperlich gespeicherten Erfahrungen. Die "Konzentrative Bewegungstherapie " (KBT) wird sowohl in Gruppen- als auch in Einzelpsychotherapie angewendet. Sie basiert auf der Annahme eines "Körpergedächtnisses ", das frühe, vorsprachliche Erfahrungen speichert und, im Falle schwer verarbeitbarer oder traumatischer Erlebnisse, körperliche Spuren in Form von Krankheiten hinterlässt. Über den Weg der bewussten Körperwahrnehmung im Hier und Jetzt können frühe Erfahrungen wieder zugänglich werden, Krankheitssymptome lassen sich positiv beeinflussen. Die aktuellen Ergebnisse der Hirnforschung haben diese Zusammenhänge eindrucksvoll bestätigt.
Nun liegt das Praxislehrbuch der KBT wieder vor - in aktualisierter und erweiterter Form. Für Psychotherapeuten und Ärzte, die das Verfahren der KBT erlernen, ist dieses anwendungsbezogene Basisbuch ein unverzichtbares Arbeitsmittel.
KBT Die Konzentrative Bewegungstherapie bezieht sich als körperorientiertes Verfahren auf tiefenpsychologischer Basis besonders auf
- das Körperbild in Bezug auf die individuelle Lern- und Lebensgeschichte
- die motorisch-emotionale Bewegung (liegen, stehen, gehen) als tiefenpsychologisch deutbare Körpersprache
- die Beschäftigung mit frühen, körperlich gespeicherten Erfahrungen.
Portrait
Christine Gräff, ausgebildete Krankengymnastin, war an der Ausarbeitung der Methode der Konzentrativen Bewegungstherapie (KBT) wesentlich beteiligt. Sie ist Gründungsmitglied und Lehrbeauftragte des Deutschen und Österreichischen Arbeitskreises für Konzentrative Bewegungstherapie (DAKBT und ÖAKBT); mehrjährige Tätigkeit als Therapeutin für KBT in der Psychosomatischen Abteilung des Universitätsklinikums Freiburg i. Br. und in anderen Institutionen; seit 1963 ist sie als Therapeutin und Supervisorin in eigener Praxis in München niedergelassen.
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  • Artikelbild-0
  • Grundlegende Erfahrungen
    Die Vorgehensweise der Konzentrativen Bewegungs therapie wird bestimmt durch den Weg vom Wahr nehmen zum Vergleichen, Erproben, Wählen, Entscheiden, Verändern und Handeln:
    Platz, Lage, Stand, Gang, Raum und Zeit werden erobert und wirken auf den Organismus.
    Ziel ist, das Da-Sein im Hier und Jetzt bewusst zu erleben und durch Wahr nehmung und Bewegung das jeweils Eigene zu finden.
    Platz und »Lebensplatz«
    Eine Frage, die uns im Leben dauernd be schäf tigt, ist die nach dem eigenen Stand ort, dem eigenen Platz, ob es der richtige oder falsche ist, ein selbst gewählter oder zugewiesener, ob man sich eingeengt oder frei fühlt, einen Platz im Licht oder im Schatten hat. Der Platzwahl wird deshalb ein hoher Stellenwert beigemessen, weil unsere Erlebnisfähigkeit und Handlungsbereitschaft von ihr abhängen. Am »falschen Platz« zu sein bedeutet, einem Geschehen Aufmerksamkeit zu schenken, das der jeweiligen Situation inadäquat ist. Wenn ich nicht da stehe, wo ich hingehöre, bin ich »fehl am Platze«.
    Platzwahl
    Gruppenteilnehmer vermitteln mit ihrer spontanen Platzierung eine erste Aussage über sich. Es ist leichter, sich in eine vorgegebene Sitzordnung einzufügen, beispielsweise einen Stuhlkreis, als sich in einem freien Raum einen Sitzplatz zu wählen. Randplätze und Ecken sind im Allgemeinen aufgrund der Nähe schützender Wände beliebter als Plätze in der Mitte eines Raumes. Je nach Bedürfnis wird Nähe oder Distanz zu den anderen gesucht.
    Messe ich als Gruppenleiterin der unbewussten Mitteilung, die der selbst gewählte Platz aussendet, Bedeutung bei, sehe ich mich verschiedenen Einstiegsmöglichkeiten gegenüber. Ob ich die Teilnehmer im Raum verteilt vorfinde, ob sie in einem Kreis formiert sind oder aufgereiht auf einer Bank sitzen: Sie lassen die ersten »Gesetze« erkennen, die sich diese Gruppe gibt.
    Anfangs ist es den Patienten noch »egal«, wo sie sich hinsetzen. Erst die Erfahrung, dass verschiedene Plätze unterschiedlich erlebt werden, lässt die Bedeutung der jeweiligen Platzierung bewusst werden.
    Angebot Fragen des Gruppenleiters, was die Teilnehmer dazu veranlasst hat, sich gerade diesen Platz zu wählen und wie sie sich dort fühlen, leiten einen ersten Bewusstseinsakt bezüglich der Wahl ein. Vielleicht wird deutlich, dass sie sich einen Platz gewählt haben, der sie einengt und so ihr Unbehagen ausdrückt, das sie in dieser Situation empfinden.
    »Was ist Ihnen auf dem Platz möglich? - Können Sie ausprobieren, ob Sie auf dem gleichen Platz, auf dem Sie sitzen, auch stehen oder liegen und die Augen schliessen können?«
    Mit diesem Angebot gibt der Gruppenleiter die Botschaft an die Teilnehmer, dass er die Platzierung jedes Einzelnen akzeptiert. Gleichzeitig wird den Teilnehmern die Verantwortung für das eigene Befinden übertragen und ein Hinweis gegeben, dass sie sich auf ihrem Platz verändern können.
    Eine neue Arbeitssituation entsteht mit der Aufforderung, sich auf den Weg zu machen, um sich einen Platz zu suchen.
    »Lassen Sie sich Zeit und probieren Sie andere Plätze aus. Von diesem oder jenem Platz gehen verschiedene Impulse aus. Stellen Sie fest, ob sich die Empfindung für den Platz mit geschlossenen Augen ver ändert.« Im vorigen Beispiel erging die Aufforderung, da zu bleiben, wo man sich befindet, um Möglichkeiten auszuprobieren, die auf ein und demselben Platz gegeben sind. Im Gegensatz dazu wird jetzt nach den Impul sen gefragt, die von dem neuen Platz auf die Person übergehen. Der Teilnehmer muss seinen Platz suchen. Er wählt aus, welcher seinen momentanen Bedürfnissen entgegenkommt und wo er sich entfalten und zurückziehen kann. Vom Platz an der Wand geht mehr Si cherheit aus, von einer Ecke mehr Geborgenheit als von der nach allen Seiten freien Mitte.
    Haben alle ihren Platz gefunden, werden sie dazu aufgefordert, sich niederzulassen. Es ist interessant zu beobachten, was der Einzelne darunter versteht.
    »Was lässt sich von Ihnen nieder? - Wo spielt sich das in Ihrem Körper ab? - Mit welcher Körperhaltung ist das Gefühl verbunden, sich niedergelassen zu haben?«
    Um die Gegensätze von Lassen und An-sich-Halten deutlich wahrnehmen zu können, rege ich an, das Sich-Niederlassen jetzt zu verhindern: »Was geschieht in Ihnen, wenn Sie vermeiden, sich niederzulassen? « - Probieren Sie das ein paar Mal im Wechsel hin und her, mal Niederlassen, mal Vermeiden. Können Sie spüren, wie durch das Meiden ein Lassen nach unten verhindert wird? Etwas kann nicht »Platz nehmen«.
    Ein zugewiesener oder selbst gewählter Platz wird erst zum eigenen, wenn der Übende sich auf ihm niedergelassen und ihn mit seiner Körperlichkeit besetzt hat. Am »eigenen Platz« zu sein gibt das Gefühl von Ordnung, Entspannung und Einverständnis. [...]
  • Vorwort zur 4. Auflage
    Einführung (Eckart Wiesenhütter)
    Anwendungsgebiete
    Wissenschaftliche Grundlagen
    Weiterführende Ansätze
    Grundlegende Erfahrungen
    Platz und »Lebensplatz«
    Platzwahl
    Erfahrung der Grenzen
    Bedeutung der Lage
    Leiblichkeit und Lebenslage
    Der Boden als tragender Grund
    Vom Liegen zum Stehen
    In den Tag hineinwachsen
    Wahrnehmung verschiedener Impulse
    Aufrichtung und Stimmungslage
    Wahrnehmung der Wirbelsäule
    Erspüren des Rückens
    Arbeit an der Wirbelsäule
    Sitzen und Besitzen
    Wahrnehmung des Beckengrundes
    Bewusstmachen der Sitzweise
    Stand und Stehvermögen
    Bedeutung der Basis
    Entdecken der Füsse
    Bewusstmachen des Standes
    Wahrnehmung der Knie
    Wirkung der Schwerkraft
    Gehen und Ergehen
    In Gang kommen
    Der erste Schritt
    Wahrnehmen von Blockaden
    Raum und Lebensräume
    Bewegliche Grenzen
    Aus-bewegen des Raumes
    Erleben des Raumes
    Wahl des Raumes
    Vom Innen- zum Aussenraum
    Erfahrungen über die Gelenke
    Erfahrungen über den Atem
    Erfahrungen über Objekte
    Weitere Arbeitssituationen
    Konzentration auf den Innenraum
    Wahrnehmen der Zeit
    Anfangen und Beenden von KBT-Einzeltherapien
    Werkzeuge
    Bedeutung des Objektes
    Bälle und Kugeln
    Gegenstand und Gegenständliches
    Qualitätserfahrung
    Wahrnehmen über die Hände
    Beleben einer Körperregion
    Symbolisierung
    Ball und Kugel als intermediäre Objekte
    Dialog über den Ball
    Umgang mit der Kugel
    Stäbe
    Erfahrungen mit Stäben
    Ins Gleichgewicht kommen
    Platz in der Gruppe
    Seile
    Das Seil als verbindendes Element
    Beziehungsklärung
    Bezug zur Gruppe
    Die »richtige Einstellung«
    Decken
    Über-decken und Ent-decken
    Erfahrungen beim Zu- und Aufdecken
    Kontaktförderung durch das »Vermeidungskonzept«
    Der markierte Platz
    Umgang mit dem Spielraum
    Modell des Lebensraumes
    Sandsäcke
    Verdeutlichung des Gewichtes
    Umgang mit der Bürde
    Steine
    Beziehungsklärung
    Thematische Schwerpunkte
    Zum Umgang mit Störungen
    Geben und Nehmen
    Wahrnehmung und Handlung
    Neue Verhaltensweisen
    Öffnen und Schliessen
    Mobilisieren von Energien
    Verstehen der Körpersprache
    Wachsen des Erlebnisbereiches
    Erschliessen des Gefühlsbereiches
    Bewegung zwischen Vorder- und Rückseite
    Körperreaktionen auf Stimmungen
    Arbeit am Kopfbereich
    Nähe und Distanz
    Arbeit an der »Nähe-Lücke«
    Wichtige Aspekte der Körperarbeit
    Etablierung neuer Erfahrungen
    Beim Anderen ankommen
    Aggression und Hemmung
    Die verlorene Aggression
    Wahrnehmen der eigenen Handlungsweise
    Einüben gerichteter Bewegung
    Verkörperte Gefühle
    Abwehrgesten
    Das Wörtchen »nein«
    »Was hat dich geärgert?«
    Hingabe und Widerstand
    Erkennen des Widerstandes
    Arbeit am Widerstand
    Abhängigkeit
    Kraftentfaltung
    Qualität des Widerstandes
    Sensibilisierung der Sinne
    Sehen
    Hören
    Schmecken
    Riechen
    Tasten
    Die Sprache in der KBT
    Sprache und Körperempfindung
    Wirkung auf die Sinnesbereiche
    Sprachform
    Vorgehensweise
    Gesprächsführung
    Standortbestimmung
    Bedeutung der Übersetzungsarbeit
    Das gelenkte Gespräch
    Verstärkung des Erfahrungswertes
    Leitfaden
    KBT und die Entwicklung der Persönlichkeit
    Anmerkungen zur Methodik
    Hinweise zur Weiterbildung in Konzentrativer Bewegungstherapie
    Literatur
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 270
Erscheinungsdatum März 2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-608-89064-8
Verlag Klett Cotta
Maße (L/B/H) 24/17.1/2.6 cm
Gewicht 601 g
Auflage 1. Auflage
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