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Tibetische Meditation

Praktische Lehren und Schritt-für-Schritt Übungen für ein Leben in Harmonie, Frieden und Glück

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Buch inkl.Übungs-CD zur Einfühung in die Meditation
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  • Kapitel 1
    Der Weg der tibetischen Meditation
    Meditation verstehen
    Prinzipien, Philosophien & Ziele
    Meditation ist absolut natürlich, trotzdem benötigen wir anfangs eine Erklärung oder Anleitung. Wie beginnt man zu meditieren? Menschen, die Meditation nicht kennen, scheint sie oft fremd, ungewohnt oder unnatürlich. Sie sehen Meditation als etwas an, das ausserhalb und getrennt von der Person stattfindet, eine Erfahrung, die man erlangen,
    oder eine weitere Facette östlichen Denkens, die man erlernt
    und erkunden kann. Doch Meditation ist nicht unbedingt fremd,
    abgekoppelt oder äusserlich. Meditation ist in Ihrem eigenen Geist, das gesamte Wesen Ihres Geistes kann Meditation sein.
    In diesem Kapitel betrachten wir diese Begriffe im Kontext des Tibetischen Buddhismus. Wir entdecken die Prinzipien von
    Dharma und die Konzepte von Samsara und Shunyata. Wir überlegen, was wir mit Meditation erreichen wollen und bereiten
    dabei unseren Geist langsam auf eine neue Lebensweise vor.
    Fast alle spirituellen Disziplinen praktizieren eine Art von Meditation. Allgemein wird Meditation als eine Form des Denkens in Verbindung mit Wörtern, Bildern oder Konzepten betrachtet. Es geht bei Meditation jedoch nicht darum, über etwas nachzudenken. Die meditative
    Erfahrung mag subjektiv scheinen: mein Bewusstsein, mein Gewahrsein.
    Betrachten wir den meditativen Zustand tiefer, sehen wir, dass
    Gewahrsein weder subjektiv noch objektiv ist. Es lässt sich nicht
    begrifflich analysieren.Gewahrsein ist eine natürliche Offenheit, die
    eintritt, wenn man dem Geist die Freiheit lässt, von selbst zu funktionieren - ohne Unterbrechungen, Ablenkungen oder Erwartungen. Meditatives Bewusstsein gleicht einem völlig offenem Raum - jedoch keinem Raum, wie wir ihn normalerweise verstehen, da Bewusstsein weder ein Ort ist, noch eine bestimmte Form und Gestalt hat. Dieser Raum ist weder ausserhalb des Körpers noch innerhalb des Geistes. Er ist weder mental noch physisch, und doch gleichzeitig ein tiefes, integriertes Gefühl von Stille, Offenheit und Ausgeglichenheit -
    was die Erfahrung der Meditation selbst ist. Zum Einstieg in die Meditation werden traditionell bestimmte Praktiken wie intensive Konzentration, Visualisierung von verschiedenen Bildern oder Rezitation von Mantras vermittelt. Die Lehrer empfehlen jeweils an die Bedürfnisse der Schüler angepasste Praktiken. So kann ein Lehrer einem Schüler auftragen, allein an einen ruhigen Ort zu gehen und eine halbe Stunde völlig still zu sein, während er einem
    anderen aufträgt, er soll in die Berge oder ans Meer gehen und laut
    rezitieren. Dem nächsten könnte er sagen, in den Himmel zu blicken
    und einfach offen zu sein. Anderen könnte er Übungen der Andacht oder rituelle Praktiken aufgeben.
    Generell sollte unsere Praxis etwas sein, das uns beruhigt und entspannt und am besten die Entwicklung von Ruhe und Konzentration fördert. Meditation hilft uns, gelassen und glücklich zu sein: das Leben zu geniessen, heiter zu sein und effektiv mit unseren körperlichen und mentalen Problemen umzugehen. Unser Leben wird harmonisch, wenn wir durch Meditation unsere Erfahrungen integrieren können. Wir können alle Emotionen, die wir während eines Tages spüren, darin aufnehmen - sei dies Freude und Zufriedenheit oder Zorn, Ärger, Enttäuschung und Traurigkeit. Und wir können die Emotionen in der meditativen Entspannung und Ruhe umwandeln. Anfangs scheint Meditation einfach: ruhig und entspannt sein und eventuell bestimmten Anweisungen folgen. Mit der allmählichen Verfeinerung unserer Meditation erkennen wir, dass Meditation mehr einschliesst, als mit unseren Gedanken und Emotionen umzugehen. Tatsächlich ist Meditation ein Prozess der Suche nach Wahrheit oder
    Erkenntnis, der Versuch, die Existenz und den menschlichen Geist zu ergründen. Dafür müssen wir sehr tief in die Meditation gehen und herausfinden, wer wir wirklich sind. Nun, einfach gesagt, wie meditiert man? Als Erstes muss der Körper sehr still, sehr ruhig sein. Entspannen Sie alle Muskeln, und lassen Sie jegliche Anspannungen los. Setzen Sie sich dann bequem hin, und
    bleiben Sie völlig regungslos. Atmen Sie langsam und fliessend ein und aus. Entspannen Sie sich, damit sich Ihr Nervensystem beruhigt. Dann bringen Sie den Geist zur Ruhe. Finden Sie innere Stille, und bringen Sie die Gedanken zum Stillstand. Es gibt verschiedene Wege, dies zu
    erreichen, doch zu viele Anleitungen lenken ab: Entspannen Sie daher Körper, Atem und Geist auf natürliche Weise. Der Körper wird still, der Atem harmonisch und der Geist und die Sinne friedlich. Nun fühlen Sie sich frei und geniessen, wie Ihre Sinne lebendig werden. Sie erkennen, dass Meditation weder schwer noch etwas Fremdes ist - sie ist Teil Ihrer Natur. Versuchen Sie nicht, ein Ziel zu erreichen, denn der Versuch an sich verhindert die Entspannung. Wenn Sie sich selbst unter Druck setzen oder versuchen, starren Anleitungen zu folgen, kann dies Probleme auslösen. Wenn Sie zu viel Mühe aufwenden,könnten Sie zwischen "etwas erreichen" und "etwas nicht erreichen" gefangen werden und sich selbst ständig innerlich Berichte abgeben, während Sie versuchen,
    still zu sein. Wenn Sie versuchen, die "perfekte Meditation"
    begrifflich zu erfassen, könnten Sie in unaufhörlichen inneren Konflikten oder Dialogen enden.
    Da Begriffe nötig sind, um an die Meditation heranzuführen, ist
    der Meditierende anfänglich von der Erfahrung getrennt. Doch wenn
    Sie tiefer in die eigentliche Praxis der Meditation vordringen, erkennen Sie, dass Meditation weit über jegliche Begriffbildung hinausgeht. Wenn Sie fortsetzen, sich zu entspannen und den Geist zu beruhigen, werden Sie bald zum Meditieren keine Mühe mehr brauchen. Beim Lernen von Meditation ist es am besten, sich selbst völlig zu erfahren, ohne einen Teil von sich selbst abzulehnen oder auszuschliessen.
    All Ihre Gedanken und Gefühle können Teil der Meditation sein - Sie können von jedem kosten und dann weitergehen. Auf diese Art beginnen Sie, die vielen subtilen Schichten und Zustände des Geistes zu erkennen. Der Geist beobachtet einfach seine eigenen natürlichen Prozesse: Jeder Gedanke, Wunsch und Beweggrund ist eine natürliche Hilfe für diesen grundlegenden Typ der Meditation. Auf der relativen Ebene gibt es noch die Unterscheidung von gut und schlecht, doch wenn Sie einen meditativen Zustand erreichen, nehmen Sie relative Unterschiede nicht mehr als bestimmende Erfahrung wahr. Meditation
    transzendiert den Dualismus. Was auch immer Sie erfahren, kann als vollkommen betrachtet werden, da die Qualität der Vollkommenheit
    in Ihrem Geist und nicht in einer äusseren Instanz liegt. Wenn Erinnerungen oder Beschwerden auftauchen, könnten Sie sich unbehaglich fühlen, doch dieses Gefühl wird vergehen, wenn Sie
    nicht geistig an einem bestimmten Gedanken festhalten. Bleiben Sie
    frei und ruhig, und denken Sie nicht "über" Meditation nach. Akzeptieren Sie sich einfach: Sie versuchen nicht, Meditation zu lernen - Sie sind die Meditation. Ihr Körper und Bewusstsein, Ihre Atmung, Gedanken und Sinne - Ihr gesamtes Wesen - sind alle Teil der Meditation. Haben Sie daher keine Sorge, sie zu verlieren. Ihr ganzes Energiefeld ist Teil der Meditation, Sie müssen keinen besonderen Anleitungen folgen oder sich sorgen, eine spezielle Erfahrung zu machen. Ein berühmter tibetischer Lama sagte einst: "Das beste Wasser ist Felswasser." Wenn das Wasser über Felsen strömt, verbessert sich seine Qualität und es klärt sich. So ist auch die beste Meditation eine, die fliessend und frei ist - mit nichts zum Anhalten, - denn sobald wir eine Position halten, kommen wir durch unser Zupacken zum Stillstand. Viel schöner ist die Freiheit, zu höheren meditativen Zustände zu fliessen. Als ein anderer Meister gefragt wurde, wo seine Konzentration sei, wenn er sich konzentriere, antwortete er, dass es kein Thema, keine
    Position, kein Ziel gäbe. Wenn wir diese höhere Ebene der Meditation
    erreichen, erkennen wir, dass die Natur des Geistes Meditation ist. Und das ist tatsächlich die erleuchtete Erfahrung. Diese Erfahrung ist frei von allem und manifestiert sich doch in allem. Das ist die Befreiung. Wenn wir ehrlich auf unser tägliches Leben blicken, was sehen wir? Jede Erfahrung ist unbeständig. Egal, was wir tun oder denken, wir
    werden mit der Zeit altern, unsere Lebenskraft und Gesundheit verlieren und letztlich sterben. Wir können dies so wenig ändern, wie wir die Sonne davon abhalten können, zu scheinen. Dennoch fällt es uns schwer, diese Wahrheit zu akzeptieren. Wir wandern ruhelos von einer Erfahrung zur nächsten, suchen Vergnügen und versuchen, Leid zu vermeiden. Selbst wenn angenehme Gefühle frisch sind, sind sie instabil. In jeder Situation folgt der Freude meist Enttäuschung. Wertvolle
    Neuerwerbungen verlieren allmählich ihre Anziehungskraft. Eine neue Liebesbeziehung verliert an Reiz, sobald wir die Eigenarten unseres Partners kennen lernen. Sogar unseren Kindern, für die wir so vieles erhoffen, gelingt es nicht, unsere Erwartungen zu erfüllen. Wir trachten nach Reichtum und Erfolg, in der Hoffnung, dass dies unsere Probleme lösen würde, und involvieren uns in Projekte,
    Gedanken und Emotionen, die Zeit und Energie verbrauchen. Doch
    unsere farbenfrohen Fantasien werden selten Wirklichkeit. Sogar
    wenn viele Opfer bringen und unsere Ziele erreichen, scheint noch immer etwas zu fehlen. Eines Tages stellt sich heraus, dass unser Leben für uns oder für die Welt nicht produktiv oder segensreich ist. Wie ein Traumtänzer folgen wir einer Fata Morgana durch die Wüste. Je
    schneller wir rennen, desto heisser wird uns. Je ausgetrockneter und
    erschöpfter unsere Energievorräte sind, desto lebendiger sieht die Fata Morgana aus. Das Rennen selbst nährt unser Verlangen.
    Samsara und der Dharma
    Im Buddhismus wird unsere gewöhnliche Existenz Samsara genannt. Es gibt keine Möglichkeit, Samsara so "einzurichten", dass es völlig
    erfüllend wird. Solange wir darin gefangen sind, sind wir seinen
    Zyklen von Hoffnung und Angst, Freude und Trauer, Genuss und
    Leid ausgeliefert. Oft wollen wir uns das nicht eingestehen. "Sicher
    wird bald alles besser", sagen wir uns und schieben den Versuch, etwas zu ändern, auf. Dann wieder nehmen wir eine pessimistische Haltung ein: "Ich kann doch gar nichts ändern, warum soll ich es dann versuchen?" Tatsächlich mag diese Existenz hoffnungslos scheinen. Wohin können wir gehen, damit uns das Leid nicht wie ein Schatten folgt? Doch wenn wir uns auf Enttäuschung beschränken, vergeben wir eine kostbare Gelegenheit. Die Lehren des Buddhismus, der Dharma, erklären
    uns, dass die Erkenntnis der Hoffnungslosigkeit von Samsara den
    Weg ins Nirvana oder die Erlösung vom Leid bedeutet. Dieser Weg führt uns direkt ins Herz von Samsara und lehrt uns, es in Frieden zu verwandeln. Wenn wir dem Dharma folgen, liefern unsere Selbstauffassung, Wünsche und störenden Gewohnheiten die Energie, um unser spirituelles
    Wachstum zu fördern. Jeder Aspekt von jeder Situation wird ein Prozess der Schulung, des Lernens und des Verstehens. Die Lehren
    werden ein stilles Lied - ein Faden, der sich durch jeden Moment
    zieht, - das uns zu grösserer Erkenntnis und zum Erwachen führt.
    Studieren Sie daher den Dharma, und verwirklichen Sie seine
    Weisheit im Alltag. Machen Sie jeden Tag von dem Moment an, wenn
    Sie erwachen, sogar im Schlaf, jeden Eindruck und Gedanken zu Ihrer spirituellen Praxis. Sie können an die Lehren nicht nur auf Ebene der Wörter und Begriffe anknüpfen, sondern innerlich während der täglichen Erfahrungen. Ihre eigene Frustration kann Sie auf einen Weg drängen, um alle Schmerzen und Konflikte zu lindern. Die Unbeständigkeit
    von allem, das Ihnen wichtig ist, die Vergänglichkeit von Beziehungen und Dingen, an denen Sie hängen, kann Sie dazu inspirieren, nach etwas zu suchen, das man Ihnen nicht nehmen kann. Wenn Sie diese Macht und Richtung durch die Lehren gefunden haben, werden Sie nicht länger nach Erfüllung suchen müssen: Sie finden alles, was Sie brauchen, in Ihrem eigenen Herzen.
    Was ist Shunyata?
    Der Begriff Shunyata (Tibetisch: stong-pa-nyid) verbindet die Worte Shunya (stong-pa) "leer" mit ta (nyid) "Seinszustand" oder
    "-heit". Shunya bedeutet "leer" im Sinn von "klar" oder "absoluter Offenheit". Diese Leerheit hat nichts, worauf sie steht, weder innen noch aussen, sie ist frei von Dualität und nimmt keine Position ein. Daher wird alles Vergangene,
    Gegenwärtige und Zukünftige mit- einander vereint, und Raum, Zeit und Materie verschmelzen untrenn- bar. Wenn wir sagen, dass Shunyata "Leer-heit" bedeutet,
    so impliziert "-heit" eine Qualität oder Beschreibung: Es wird von etwas anderem unter- schieden oder impliziert eine Negation. Doch das sind nur
    unsere menschlichen Interpreta- tionen, und diese Negation ist nur verbal. Shunya, oder totale Offenheit, hat nichts mit positiven oder negativen Konnotationen zu tun. Shunya bedeutet: Ich kann es nicht angreifen, ich kann es nicht
    berühren, ich kann es nicht riechen, deuten oder erfahren. Es gibt kein "ich", das greift, sieht, riecht oder erfährt. Shunyata hat nicht mit Form
    oder Formlosigkeit zu tun. Weder verneint noch bejaht sie die Körperlichkeit der Materie, noch beschreibt sie die Dinge vergleichsweise als existent oder nicht existent. Es ist nicht diese Art von Leerheit. Alles ist Leer-heit. Leerheit ist alles. Die Lehre von Shunyata stammt ursprüng-lich von Buddha. Als Buddha unter dem Bodhi-Baum Erleuchtung erfuhr, dachte er bei sich: "Niemand wird dieses höchste Wissen verstehen können. Daher werde ich es niemanden lehren können. Das ist die Natur von Shunyata." Daher entschloss er sich, still im Wald zu leben, bis die Herrscher der Himmelsreiche ihn drängten, das Rad des Dharma zu drehen, damit die leidenden, empfindungsfähigen Wesen diese wertvolle Lehre hören konnten. Während sie Buddha mit vielen Glück verheissenden Gaben beschenkten - einem goldenen Rad, einem Schirm, einem Muschelhorn, Zimbeln und so weiter - baten sie ihn: "Du sollst nicht schweigen. Bitte drehe das Rad des Dharma." Und so vermittelte Buddha in Bodh Gaya einigen grossen Wesen die Bedeutung von Shunyata, bevor er seine Lehren in Sarnath verbal vorstellte. Shunyata hat vier oder fünf allgemeine Qualitäten: zab-pa (zab-pa) "profund"; zhiwa (zhi-ba) "grosser Frieden"; odsalwa (od-gsal-ba) "grosse Klarheit" oder "Transparenz"; todral (sprol-bral), meist als "Leere" übersetzt, was "jenseits der Vorstellungskraft" bedeutet, eine Freiheit, die nichts mit konzeptuellen Vorstellungen, Symbolen oder Gesten zu tun hat; und dusmaye (dus
    mabyas) "bedingungslos", "nicht zusammengesetzt", "nicht geschaffen". Diese fünf Qualitäten von Shunyata sind wie Nektar, doch Buddha selbst sagte: "Ich fand dieses immense Wissen, doch wenn ich diese Lehren enthülle, kann sie keiner wörtlich oder symbolisch verstehen." Das war das grundlegende Problem: Shunyata
    hat keine Eigenschaften und keine Essenz, daher konnte Buddha es nicht erklären. Shunyata lässt sich nicht beschreiben oder er- klären - es kann auch nicht erfahren werden -, weder physisch durch die Sinne noch begrifflich durch Vorstellungen und Gedanken. Wie können wir daher an diese tiefen Lehren anknüpfen? Erstens gibt es keine Möglichkeit Shunyata zu interpretieren. Wir können nichts darüber sagen, da nichts von unseren Ideen, Konzepten,
    geistigen Aktivitäten und Intuitionen es erklären kann. Wir können es nur zerhacken und jede Position komplett zerstören, alles wegschmeissen und demaskieren und dann unseren Geist völlig still, friedlich und klar werden lassen - die Erfahrung werden, Shunyata werden. Wenn wir alles wahrhaft und völlig loslassen, nimmt unser ganzes Wesen die Natur eines offenen Raumes an. In diesem offenen Gewahrsein oder dieser Klarheit zwischen den Gedanken, bevor sich das nächste Konzept bildet, gibt es kein Subjekt und Objekt, keine Erfahrung und keinen Erfahrenden.
    Der Geist der Meditation - Zum Einstieg Buddhas Lehre ist eine Lebensart. Sie ist ein Weg, um ein ausge- glichenes, friedvolles und nützliches Leben zu führen. Ein Ausweg aus den endlosen Problemen und Kämpfen, denen wir im Leben ausgesetzt sind. Wir können diesen Weg durch Meditation entdecken, einen Weg, der uns den Sinn der Erleuchtung eröffnet. Wenn wir in dieser einfachen, annehmenden Art meditieren, wird die meditative Qualität mit der Zeit immer ausgeprägter und ihre Erfahrung
    unmittelbarer. Nach jeder Meditation bleibt das Licht dieser
    Erfahrung erhalten und verstärkt sich mit zunehmender Praxis. Meditation erwächst aus sich selbst, wie die Morgensonne. Das innere Gewahrsein erstrahlt, sobald es einmal angesprochen wurde, von selbst. Um dieses innere Gewahrsein zu finden, bedarf es jedoch täglicher Praxis.
    Daher ist es wesentlich, sich Zeit für Meditation einzuräumen. Wenn Sie Ihre Praxis aufrechterhalten, erkennen Sie, ob Sie auf dem richtigen Weg sind und ob die Meditation Wirkung zeigt, wenn
    Sie Ihr Leben überprüfen. Ist Ihr Geist friedvoll und liebevoller, Ihr Gefühlsleben konstant und ausgeglichen und Ihr Leben im Fluss, dann wissen Sie, dass Sie Fortschritte machen. Die innere Ruhe, die Meditation entspringt, löst den Stress dieser schnell- lebigen Zeit, in der wir allzu leicht unsere Sicherheit und Ausgeglichenheit verlieren. Ausgeglichenheit ist sogar hinsichtlich der spirituellen
    Lehren wichtig. Der Dharma ähnelt zum Beispiel ein wenig den Uni- versitäten: Es werden ver- schiedenste interessante Themen angeboten, und wir können Zeit und Energie verschwenden, um alles zu
    lernen. Einer der grossen tibetischen Meister sagte einst, dass das Wissen den Sternen am Nachthimmel gleiche: Wir können sie in ihrer Unermesslichkeit nicht erfassen. Daher ist es besser, nicht alles auf einmal
    zu tun - selbst in spiritueller Hinsicht. Anfangs ist es wichtig, sich auf jene Lehren zu konzen- trieren, die uns unmittelbar betreffen Lehren, für die wir den nötigen Hintergrund haben. Sonst verschwenden wir unsere Zeit und ernten nur Frustration. Seien Sie zufrieden, Fortschritte stufen- weise zu machen. Behalten Sie Ihre Motivation, und setzen Sie Ihre Meditationspraxis beharrlich fort. Bei der Entwicklung der Meditation ist der langsamste der Weg der schnellste. Wenn wir unsere Meditation bedächtig und ohne Zwang entwickeln, werden die Ergebnisse immer klar sein: Obwohl unser Wachstum nicht jeden Tag spürbar ist, ist es doch konstant. Der Weg gleicht nicht einem Regenguss, vor dem wir Unter- schlupf nehmen müssen, sondern eher dem Schnee, der sanft das Land bedeckt. Meditieren Sie zwanglos und offen -nicht bewusst oder gezwungen. Dann stellen sich Meditations- erfahrungen ein. Die Erfahrungen an sich sind nicht so wertvoll, doch sie erweitern die Meditation: Gewisse Erfahrungen betreffen die Feinheiten des Geists und tragen dazu bei, die Natur der Existenz zu klären. Sie meditieren für sich selbst - für Ihre eigene Ausge- glichenheit und Gesundheit. Ich kann nur anleiten, hinweisen und Rat geben, Ihre Annahmen in Frage stellen oder wirksamere Wege, um Fortschritte zu machen, vorschlagen. Sobald Sie genaue Anweisungen haben, sobald Sie die Probleme, Zweifel und Anhaftungen, auf die man stossen kann, verstehen, müssen Sie diese selbst in täglicher Meditation untersuchen. Regelmässigkeit ist wichtig: Auch wenn Sie morgens und abends nur eine halbe Stunde
    investieren können, zeigen sich Resultate. Beginnen Sie damit, den Körper zu entspannen. Lassen Sie den Atem einen natürlichen Rhythmus finden und den Geist
    still werden - frei von Gedanken und dem Bedürfnis, auf äussere Ablenkungen zu reagieren. Auch Motivation ist wichtig. Wenn Sie öfter meditieren, werden Sie es gerne tun. Doch Sie könnten auch träge oder empfindungslos sein, oder es wird Ihnen mittendrin sehr langweilig. Das ist ein weiterer
    Grund, sehr offen und gleichzeitig energisch zu meditieren. Als Sie
    jünger waren, etwa 15 oder 16, hatten Sie möglicherweise viele Fragen, wie "Was ist der Sinn des Lebens? Wer bin ich?". Eventuell hatten Sie auch Angst, die Antworten zu finden. Später haben Sie sich wahrscheinlich stärker auf Ihre Karriere und Beziehungen konzentriert. Nachdem Sie viele Erfahrungen gemacht haben, kehren die Fragen wieder: "Was tue ich hier eigentlich?" und "Warum tue ich diese Dinge?" Sie könnten Ihre ursprünglichen Fragen mittlerweile vergessen haben. Vielleicht haben Sie Karriere gemacht oder ver- sucht, die vielen Dinge, die das Leben bietet, zu geniessen. Oder Sie haben viel Schmerz erlitten - vielleicht ging Ihre Beziehung zu Bruch, oder Sie erkannten,
    dass Ihr Beruf keine Zukunft hat und alles hoffnungslos scheint. Dann stellen Sie wieder die gleichen Fragen, denn letztlich hängt alles, was Sie in diesem Leben tun, von Ihnen ab. Ihr bester Schutz und Ihr bester
    Freund sind Sie selbst, Ihre eigene Meditation, Ihre innere Gesundheit und Ihr Wachstum - Ihr eigener spiritueller Weg. Nun stellt sich die Frage: Was ist die buddhistische Philosophie und
    Lehre? Was bedeutet Meditation? Die Lehre Buddhas ist ein Lebensstil, der uns lehrt, mit alltäglichen Situationen umzugehen und auf praktische und positive Art zu leben. Obwohl Sie nicht unbedingt gleich am ersten Tag Erleuchtung finden, ist die Lehre des Buddha nichts für später, sondern für jetzt. Sie sollen sich jetzt Wohlfühlen, positiv denken
    und das vollkommen geniessen, was Sie tun. Sonst geht Ihr Leben
    einfach auf und ab, und wir bleiben in Verwirrung und endlosen
    Kämpfen verstrickt. Die Lehre an sich ist eine Lebensart, ein Vorbild für das Leben auf praktischer Ebene, ohne ins Extrem zu fallen. Der Buddhadharma unterweist uns, unsere Leidens- muster zu durchbrechen, um zu finden, was wir brauchen. Es scheint, dass Meditation die wirksamste Methode ist, um Leid,
    Angst, Sorge und inneren Aufruhr zu überwinden. Wenn der Geist in
    täglichen Situationen ruhiger bleibt und weniger verwirrt ist, dann ist das sehr bedeutsam, und Sie werden noch viel mehr positive Veränderungen in den folgenden Wochen, Monaten und Jahren erleben. Denken Sie an die Worte des alten Lehrers in Tibet, der sagte, dass die Manifestationen des Wissens wie die Sterne am Firmament sind. Es gibt so viele, das Sie diese nicht zählen können. Daher ist es besser, sich auf die wichtigen zu konzentrieren - was ist Ihr Leben, was ist die
    gesündeste Art, zu leben? - und Ihre Einsicht allmählich, Tag für Tag, zu entwickeln. Vielleicht haben Sie gerade jetzt viele Einsichten oder Ideale, die Sie noch nicht umsetzen können. Doch wenn Sie schrittweise weiter- gehen, steigt Ihre Motivation. Ihre innere Zuversicht wird
    unzerbrechlich wie ein Diamant, und keiner kann sie Ihnen nehmen.
    Sobald Sie Ihre Untersuchungen beginnen, Ihr Gewahrsein entwickeln und mit voller Hingabe meditieren, werden Sie rasch bemerken, dass konsequente Bemühungen zu positiven Ergeb- nissen führen: Untersuchung bringt Klarheit, Gewahrsein bringt Er- füllung und Meditation kommt von selbst wie die Morgensonne. Alles beginnt sich zu fügen. Sogar Entmutigungen verlieren ihre Macht über Sie. Wenn Sie sich auf diese Art nähren, werden Sie Ihr eigener Lehrer und sind nicht mehr von anderen abhängig. Ich kann gewisse Dinge aufzeigen, Sie drängen, sich selbst zu prüfen, oder darauf hinweisen, wo Gefahr lauert, doch der Einsatz muss von Ihnen kommen. Buddha sagte selbst, er könne uns nur den Weg zeigen, die Initiative liegt an Ihnen. Sie sollten nicht glauben, es gäbe einen einfachen oder magischen Weg. Und wenn er existiert, müssen Sie ihn selbst finden.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 160
Erscheinungsdatum 30.09.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-928758-18-5
Verlag Dharma Publ.Deutschland
Maße (L/B/H) 23.5/16.7/1.5 cm
Gewicht 464 g
Abbildungen mit zahlreichen farbigen Abbildungen 23,5 cm
Auflage 1
Buch (gebundene Ausgabe)
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