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Der Mann, der glücklich sein wollte

Unterwegs auf der Reise zu sich selbst. Deutsche Erstausgabe


Die spannende Erzählung einer Suche nach Sinn und Erfüllung

Julien macht Urlaub auf der paradiesischen Insel Bali. Kurz vor seiner Abreise besucht er spontan einen weisen Heiler, dessen Diagnose sein Leben von einer Sekunde auf die nächste verändert: »Sie sind zwar bei guter Gesundheit, aber … Sie sind nicht glücklich.« Auf magische Art und Weise vermag der Heiler mit Juliens Seelenplan in Kontakt zu treten, und das Abenteuer der Selbstfindung beginnt … Laurent Gounelle entführt den Leser in die bezaubernde Atmosphäre der indonesischen Inselwelt und lässt ihn teilhaben an seiner befreienden Reise ins Glück.

Rezension
"Leichte Lektüre mit asiatischem Urlaubsflair." Maxima
Portrait
Gounelle, Laurent
Laurent Gounelle, 1968 geboren, studierte Soziologie und Philosophie an der Universität von Santa Cruz, Kalifornien. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich in seinen Büchern mit Neurowissenschaften, östlichen Weisheitslehren und dem Thema Persönlichkeitsentwicklung, einige Jahre unterrichtete er an der Universität von Clermont-Ferrand. Laurent Gounelle gehört zu den erfolgreichsten Autoren Frankreichs, seine Bücher stürmen stets die oberen Ränge der Bestsellerliste.

Winter, Jochen
Jochen Winter, 1957 in Schwetzingen/Baden geboren, lebt als Lyriker, Essayist und Übersetzer in Paris und Sant' Alfio/Sizilien. Er erhielt das Jahresstipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie den Ernst-Meister-Preis und ist korrespondierendes Mitglied der Académie européenne de poésie in Luxemburg. Zuletzt erschien der Gedichtband »Spuren im Unermesslichen« (Agora Verlag Berlin 2012) und »Die Glut des Augenblicks. Aufzeichnungen vom Ätna« (Matthes & Seitz Berlin 2017). 2017 erhielt er den Literaturpreis der A und A Kulturstiftung.
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  • Ich wollte nicht von Bali abreisen, ohne ihn getroffen zu haben. Warum, weiss ich nicht. Ich war nicht krank, war sogar immer bei bester Gesundheit gewesen. Ich hatte mich über seine Honorare erkundigt, denn da mein Aufenthalt bald zu Ende ging, war mein Portemonnaie fast leer. Ich wagte nicht einmal mehr, aus der Ferne mein Konto abzufragen. Die Leute, die ihn kannten, hatten mir gesagt: "Du gibst so viel, wie du magst, und schiebst den Geldschein in die kleine Schatulle auf dem Regal." Gut, das hatte mich beruhigt; trotzdem ängstigte mich ein wenig die Vorstellung, dem Mann, der Gerüchten zufolge den Premierminister Japans behandelt hatte, einen derart geringen Betrag zu überlassen.

    Es war schwierig, sein Haus zu finden, abgelegen in einem kleinen Dorf, einige Kilometer entfernt von Ubud im Zentrum der Insel. In diesem Land gibt es aus

    mir unerfindlichen Gründen praktisch keine Hinweisschilder. Man kann einen Plan zu Rate ziehen, wenn man Orientierungspunkte hat, ansonsten ist er ebenso unnütz wie ein Mobiltelefon in einer Gegend ohne Empfang. Natürlich blieb noch die einfache Lösung: Passanten nach dem Weg fragen. Das hat mir nie Probleme bereitet, auch wenn ich ein Mann bin. Bisweilen scheint es mir nämlich, dass die meisten Männer ihre Virilität zu verlieren meinen, wenn sie sich zu so etwas herablassen müssen. Sie ziehen es vor, sich hinter hartnäckigem Schweigen zu verschanzen, das zu verstehen gibt: "Ich weiss Bescheid", und tun, als würden sie sich zurechtfinden - bis sie völlig verloren umherirren und ihre Frau ihnen vorhält: "Ich hab dir doch gleich gesagt, dass wir jemanden hätten fragen sollen."

    Das Dumme auf Bali ist nur: Die Leute sind derart freundlich, dass sie immer Ja sagen. Wirklich. Wenn man zu einem Mädchen sagt: "Ich finde Sie sehr hübsch", schaut es einen mit schönem Lächeln an und erwidert: "Ja". Und wenn man nach dem Weg fragt, sind sie derart bestrebt, einem zu helfen, dass ihnen das Eingeständnis, dazu nicht in der Lage zu sein, unerträglich erscheint. Also deuten sie, zweifellos aufs Geratewohl, in irgendeine Richtung.

    Infolgedessen war ich ein bisschen genervt, als ich endlich vor dem Eingang des Gartens stand.

    Ich hatte mir - keine Ahnung, warum - ein ziemlich luxuriöses Haus vorgestellt, wie man es manchmal auf Bali sieht, mit von Lotosblüten bedeckten Bassins, im schützenden Schatten der Frangipanis, deren grosse weisse Blüten einen so betörenden Duft verströmen, dass es fast schamlos wirkt. Dieses Anwesen hingegen bestand aus mehreren miteinander verbundenen Pavillons ohne Wände. Wie der Garten waren sie von grosser Schlichtheit, ziemlich schmucklos, ohne deswegen ärmlich zu wirken. Eine junge Frau kam mir entgegen, eingewickelt in ihren Sarong, das schwarze Haar zu einem Knoten hochgesteckt, mit gebräuntem Teint, kleiner, ebenmässiger Nase und ohne Schlitzaugen - Züge, die mich bei dieser im Herzen Asiens verborgenen Bevölkerung schon immer erstaunt haben.

    "Guten Tag, was möchten Sie?", fragte sie, das Gespräch in eher gebrochenem Englisch beginnend.

    Meine Einsneunzig und mein blondes Haar liessen kaum einen Zweifel an meiner abendländischen Herkunft.

    "Ich bin gekommen, um Herrn ... äh ... Meister ... Samtyang zu sehen."

    "Er wird eintreffen", informierte sie mich, um dann zwischen den Sträuchern und der Reihe kleiner Säulen zu verschwinden, welche die Dächer der Pavillons abstützten.

    Ich blieb ein wenig verdutzt zurück, darauf wartend, dass Seine Hoheit geruhen würde, den demütigen Besucher zu empfangen. Nach fünf Minuten, die lang genug schienen, um mich zu Überlegungen über die Richtigkeit meines Hierseins zu veranlassen, sah ich, wie ein Mann von mindestens siebzig, vielleicht sogar achtzig Jahren sich näherte. Als Erstes ging mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich ihm, wäre er mir auf der Strasse als Bettler begegnet, sicherlich fünfzig Rupien gegeben hätte. Ich neige dazu, ausschliesslich den Alten etwas zu spenden. Ich sage mir, wenn sie in ihrem Alter betteln, haben sie wirklich keine andere Wahl. Der Mann, der langsam in meine Richtung schritt, trug gewiss keine Lumpen, aber seine Kleidung war von einer entwaffnenden Nüchternheit, auf ein Minimum beschränkt und zugleich zeitlos.

    Ich schäme mich zu bekennen, dass ich spontan dachte, mich in der Person geirrt zu haben. Es konnte sich nicht um den Heiler handeln, dessen Ruf bis in unsere Breiten reichte. Oder seine Gabe ging einher mit mangelnder Urteilsfähigkeit, und er akzeptierte, dass der Premierminister Japans ihn mit Erdnüssen bezahlte. Er hätte auch ein Marketing-Genie sein können, indem er auf eine leichtgläubige Klientel aus dem Westen abzielte, die - gierig nach Klischees wie dem des Heilers und Asketen, vollkommen losgelöst von materiellen

    Dingen lebend - am Ende der Sitzung doch zu einer grosszügigen Vergütung bereit wäre.

    Er begrüsste und empfing mich auf einfache Art, sprach dabei mit viel Sanftmut ein sehr gutes Englisch. Sein strahlender Blick kontrastierte mit den Falten seiner gegerbten Haut. Das rechte Ohr offenbarte eine Missbildung, als wäre ein Teil des Läppchens abgetrennt worden.

    Er forderte mich auf, ihm in den ersten Pavillon zu folgen - unter ein von vier kleinen Säulen getragenes, an eine alte Mauer geschmiegtes Dach, wo sich, der Mauer entlang, das besagte Regal befand, darauf eine Schatulle aus Kampferholz und am Boden eine Matte. Die geöffnete Schatulle quoll über von Schriftstücken, darunter einige Bildtafeln, die das Innere des menschlichen Körpers zeigten und mir in anderer Umgebung Lust gemacht hätten, laut loszulachen, so sehr wichen die Darstellungen vom gegenwärtigen medizinischen Wissen ab.

    Bevor ich eintrat, zog ich mir die Schuhe aus, wie es der balinesischen Tradition entspricht.

    Der alte Mann fragte, woran ich leide - was mich unversehens auf den Grund meines Hierseins zurückwarf. Was suchte ich eigentlich, da ich nicht krank war? Ich würde einem Mann die Zeit stehlen, dessen Aufrichtigkeit - um nicht zu sagen Rechtschaffenheit - ich zu spüren begann, auch wenn ich noch über keinen Beweis seiner Kompetenz verfügte. Hatte ich nur den Wunsch, dass jemand sich meinem Fall widmet, sich für mich interessiert, mir etwas sagt über MICH und, wer weiss, herausfindet, dass es ein Mittel gibt, durch das es mir noch besser geht? Wenn ich nicht einer Art Intuition gefolgt war ...

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 221
Erscheinungsdatum 09.11.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-21893-6
Verlag Goldmann
Maße (L/B/H) 18.3/12.4/2 cm
Gewicht 193 g
Originaltitel L'homme qui voulait être heureux
Übersetzer Jochen Winter
Verkaufsrang 18109
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

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Übersicht
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Es sprudelt an Weisheit
von einer Kundin/einem Kunden aus Böblingen am 26.08.2019

Kurz: Das Buch handelt von einem jungen Amerikaner, der in Bali einen weisen Heiler konsultiert und durch Aufgaben und Gesprächen an Lebensweisheiten gewinnt. Die Dialoge sind sehr reich an Weisheiten wie man ein gutes Leben führt, der Schreibstil des Romans gelungen und spannend. Ich kann das Buch jedermann empfehlen, eines der... Kurz: Das Buch handelt von einem jungen Amerikaner, der in Bali einen weisen Heiler konsultiert und durch Aufgaben und Gesprächen an Lebensweisheiten gewinnt. Die Dialoge sind sehr reich an Weisheiten wie man ein gutes Leben führt, der Schreibstil des Romans gelungen und spannend. Ich kann das Buch jedermann empfehlen, eines der Besten, die ich je gelesen habe!

optimistische Inspiration
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 07.01.2012

Ein amerikanischer Lehrer besucht zum Abschluss seines Urlaubes auf Bali einen Heiler. Gespräche mit ihm, eigene Erlebnisse auf der Insel und ihm aufgetragene Aufgaben bringen ihn zu tieferen Einsichten in sein Leben. Ich empfand das Buch als leicht zu lesen und als optimistische Inspiration für die Sinnfindung eines westlichen ... Ein amerikanischer Lehrer besucht zum Abschluss seines Urlaubes auf Bali einen Heiler. Gespräche mit ihm, eigene Erlebnisse auf der Insel und ihm aufgetragene Aufgaben bringen ihn zu tieferen Einsichten in sein Leben. Ich empfand das Buch als leicht zu lesen und als optimistische Inspiration für die Sinnfindung eines westlichen jungen Erwachsenen.