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Rückkehr nach Reims

edition suhrkamp Band 7252


Als sein Vater stirbt, reist Didier Eribon zum ersten Mal nach Jahrzehnten in seine Heimatstadt. Gemeinsam mit seiner Mutter sieht er sich Fotos an – das ist die Ausgangskonstellation dieses Buchs, das autobiografisches Schreiben mit soziologischer Reflexion verknüpft. Eribon realisiert, wie sehr er unter der Homophobie seines Herkunftsmilieus litt und dass es der Habitus einer armen Arbeiterfamilie war, der es ihm schwer machte, in der Pariser Gesellschaft Fuss zu fassen. Darüber hinaus liefert er eine Analyse des sozialen und intellektuellen Lebens seit den fünfziger Jahren und fragt, warum ein Teil der Arbeiterschaft zum Front National übergelaufen ist. Das Buch sorgt seit seinem Erscheinen international für Aufsehen. So widmete Édouard Louis dem Autor seinen Bestseller »Das Ende von Eddy«.

Rezension
"'Rückkehr nach Reims' beschreibt die Ratlosigkeit der liberalen, grossstädtischen Milieus im Umgang mit der rückständigen, abgehängten, rechts wählenden Provinz. Hellsichtig und düster, wütend und brillant."
Tobias Rapp, DER SPIEGEL 23/2016
Portrait
Eribon, Didier
Didier Eribon, geboren 1953 in Reims, lehrt Soziologie an der Universität von Amiens. Er gilt als einer der wichtigsten öffentlichen Intellektuellen Frankreichs und bezieht regelmässig Stellung zum politischen Zeitgeschehen.

Haberkorn, Tobias
Tobias Haberkorn, geboren 1984, studierte Literaturwissenschaft in Paris und Berlin. Heute arbeitet er als Journalist und Übersetzer.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 237
Erscheinungsdatum 08.05.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-07252-3
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 20.2/12.3/2.3 cm
Gewicht 316 g
Auflage 19. Auflage
Übersetzer Tobias Haberkorn
Verkaufsrang 3517
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
6 Bewertungen
Übersicht
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Arbeiterfamilie, Homosexualität und soziale Scham
von einer Kundin/einem Kunden am 18.01.2019

Didier Eribon, seines Zeichens Soziologe, setzt sich nach dem Tod seines Vaters mit seiner eigenen Herkunft aus der Arbeiterklasse auseinander und hat mit „Rückkehr nach Reims“ eine gute Mischung aus Biografie und Sachbuch geschrieben. Er schreibt wie die Gesellschaft ihn als Homosexuellen geformt hat, schreibt über seine Kindhe... Didier Eribon, seines Zeichens Soziologe, setzt sich nach dem Tod seines Vaters mit seiner eigenen Herkunft aus der Arbeiterklasse auseinander und hat mit „Rückkehr nach Reims“ eine gute Mischung aus Biografie und Sachbuch geschrieben. Er schreibt wie die Gesellschaft ihn als Homosexuellen geformt hat, schreibt über seine Kindheit und über die Politik. Trotz des eher anspruchsvollen Inhalts ist es leicht zu lesen. Èduard Louis hat sich von diesem biografischen Sachbuch inspirieren lassen und widmet sein Buch „Das Ende von Eddy“ Didier Eribon. Arbeiterfamilie, Homosexualität, soziale Scham – sind die Themen die hier der Schriftsteller okkupiert hat und in einen aufrüttelnden Roman verpackt hat.

Ein wichtiger Beitrag zum Diskurs übrigens die europäische Entwicklung
von Uwe Kirstein aus Eisenach am 21.10.2018

Ich halte 'Rückkehr nach Reims' für einen sehr interessanten und wichtigen Beitrag im gegenwärtig immer intensiver werdenden Diskurs über die Entwicklung in Europa. Was sind die Gründe für das Erstarken rechter Strömungen und für die zunehmende Rückwärts-Orientierung hin zum Nationalismus in etlichen europäischen Staaten. Am Bei... Ich halte 'Rückkehr nach Reims' für einen sehr interessanten und wichtigen Beitrag im gegenwärtig immer intensiver werdenden Diskurs über die Entwicklung in Europa. Was sind die Gründe für das Erstarken rechter Strömungen und für die zunehmende Rückwärts-Orientierung hin zum Nationalismus in etlichen europäischen Staaten. Am Beispiel seiner Heimat Frankreich beleuchtet Didier Eribon, den ich beim Internationalen Literaturfestival in Berlin im September 2018 kennenlernen durfte, die Entwicklung insbesondere in der Arbeiterklasse von der linken Tradition, die bis etwa zum Beginn der 90er Jahre andauerte, zur zunehmenden Hinwendung zum rechten Front National, insbesondere seit dieser von Marine Le Pen geführt wird. Interessant ist, dass Eribon das Themas anhand seiner eigenen Biographie bzw. der seiner eigenen Familie erläutert. Obwohl schon im Jahre 2009 geschrieben und leider erst 2016 ins Deutsche übersetzt, hat das Buch nichts an Aktualität eingebüßt, ganz im Gegenteil. Auslöser für das Buch war nach seinen Angaben der Tod des Vaters, der ihn veranlasst hat, nach vielen Jahren nach Reims zu seiner Mutter zurückzukehren. Man darf gespannt auf das nächste Buch zu diesem Thema sein, zu dem er sich jetzt nach dem Tod seiner Mutter veranlasst sieht.

von einer Kundin/einem Kunden am 17.03.2018
Bewertet: anderes Format

Ein sehr anregendes Buch, auch für Nicht-Soziologen mit Gewinn lesbar,Große Literatur!