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Herbstvergessene

Roman

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Drei Frauen, drei Leben

Für eine Versöhnung ist es zu spät: Zehn Jahre lang hat Maja Sternberg keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter Lilli gehabt – jetzt ist Lilli tot. Die Polizei in Wien spricht von Selbstmord. Doch daran mag Maja nicht glauben. In der Wohnung ihrer Mutter findet sie deren Geburtsurkunde: Der Name des Vaters fehlt. Als Geburtsort ist Hohehorst eingetragen. Ein Foto zeigt Grossmutter Charlotte mit einem Baby, doch dieses dunkle Baby hat keinerlei Ähnlichkeit mit der hellblonden, blauäugigen Lilli. Von Schuldgefühlen und Neugier getrieben, begibt Maja sich auf die Spurensuche und stösst auf ein dunkles Familiengeheimnis, das alle Gewissheiten in ihrem Leben mit einem Schlag zunichtemacht ...
Rezension
»[…] eine kraftvolle, spannende Geschichte für intensive Lesestunden.«
Ludwigsburger Wochenblatt 02.09.2010
Portrait

Anja Jonuleit wurde in Bonn geboren, lebte einige Jahre im Ausland und studierte Italienisch und Englisch. Sie arbeitete als Übersetzerin und Dolmetscherin, bis sie anfing, Romane und Geschichten zu schreiben. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Friedrichshafen.

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Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 432 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 01.09.2010
Sprache Deutsch
EAN 9783423403009
Verlag dtv
Dateigröße 2074 KB
Verkaufsrang 26723
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Spannende Familiengeschichte auf zwei Zeitebenen über den Umgang mit (ungewollt) Schwangeren während des Nationalsozialismus.
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 02.08.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Maja Sternberg hatte seit Jahren ein distanziertes Verhältnis zu ihrer in Wien lebenden Mutter Lilli. Als sie von ihr angerufen und zu einem Treffen gedrängt wird, fährt sie nur widerwillig hin und erfährt vor Ort, dass ihre Mutter am Morgen von Majas Ankunft tödlich von ihrer Terrasse gestürzt ist. Aufgrund einer vorliegenden K... Maja Sternberg hatte seit Jahren ein distanziertes Verhältnis zu ihrer in Wien lebenden Mutter Lilli. Als sie von ihr angerufen und zu einem Treffen gedrängt wird, fährt sie nur widerwillig hin und erfährt vor Ort, dass ihre Mutter am Morgen von Majas Ankunft tödlich von ihrer Terrasse gestürzt ist. Aufgrund einer vorliegenden Krebsdiagnose schließt die Polizei ein Fremdverschulden aus. Maja kann allerdings nicht an einen Selbstmord glauben und stößt bei der Durchsicht des Nachlasses auf mehrere Ungereimtheiten, die ihr keine Ruhe mehr lassen. Sie findet ein Foto ihrer Großmutter Charlotte, auf der sie ein Baby im Arm hält, das nicht ihre Mutter Lilli sein kann. Zudem soll ihre Großmutter ihre Memoiren verfasst haben, wovon aber nur 50 Seiten auffindbar sind, die sie an einen Verlag geschickt hatte. Es stellt sich heraus, dass Charlotte im Herrenhaus Hohehorst, einem Lebensborn-Heim der Nationalsozialisten, 1944 ein uneheliches Kind zur Welt gebracht hat. Während ihrer Suche nach der Wahrheit und nach einem unbekannten Großvater, der noch leben könnte, fühlt sich Maja zunehmend beobachtet und verfolgt. Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt, wobei die Gegenwart aus Majas Sicht den größten Anteil hat. Die Geschichte wird durch die Autobiographie ihrer Großmutter unterbrochen, die die Umstände ihrer Schwangerschaft und ihre Zeit in dem von der SS geführten Lebensborn-Heim schildert. Maja empfand ich als Protagonisten etwas unzugänglich und wenig sympathisch. Die Familiengeschichte liest aber dennoch durchweg spannend. Gegenwart und Vergangenheit werden flüssig miteinander verknüpft und fesseln den Leser durch Mini-Cliffhanger an den jeweiligen Kapitelenden. Historisch interessant fand ich es, etwas über den von Heinrich Himmler gegründeten Lebensborn-Verein zu erfahren, ein während der NS-Zeit von der SS getragener Verein, dessen Ziel es war, ungewollt Schwangere dabei zu unterstützen, "arische" Kinder auf die Welt zu bringen. So sollten vor allem unverheiratete Frauen und Mädchen die Möglichkeit einer anonymen Entbindung erhalten, um Schwangerschaftsabbrüche zu verhindern, Dass Majas Großmutter formal nicht die Voraussetzungen für die Aufnahme in Hohehorst erfüllte, macht ihren auf einer Lüge aufgebauten Aufenthalt dort genauso brisant wie die Gefahr, der sich Maja beim Aufwühlen ihrer Familiengeschichte aussetzt.

Interessanter Frauenroman mit kleinen Schwächen
von Circlestones Books Blog am 10.06.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

„Noch bevor ich näher darüber nachdenken konnte, sagte ich: ‚Meine Mutter hätte sich niemals umgebracht.‘“ (Zitat Seite 27) Inhalt: Seit zehn Jahren besteht der Kontakt zwischen Lilli Sternberg und ihrer Tochter Maja nur mehr aus Grußkarten zum Geburtstag und zu Weihnachten. Nun bittet Lilli ihre Tochter, zu ihr nach Wien zu... „Noch bevor ich näher darüber nachdenken konnte, sagte ich: ‚Meine Mutter hätte sich niemals umgebracht.‘“ (Zitat Seite 27) Inhalt: Seit zehn Jahren besteht der Kontakt zwischen Lilli Sternberg und ihrer Tochter Maja nur mehr aus Grußkarten zum Geburtstag und zu Weihnachten. Nun bittet Lilli ihre Tochter, zu ihr nach Wien zu kommen, sie müsse ihr etwas Wichtiges mitteilen. Als Maja eine Woche später in Wien vor dem Wohnhaus ihrer Mutter steht, ist diese tot, am selben Morgen von der Terrasse gesprungen. Für Maja passt das absolut nicht zum Charakter ihrer Mutter. Für das Begräbnis benötigt sie die Geburtsurkunde und das Geburtsdatum stimmt nicht mit der bisher bekannten Familiengeschichte überein. Dazu ein Foto, das die Großmutter Charlotte mit einem Baby zeigt, das nicht Lilli sein kann, und Maja beschließt, den Spuren nachzugehen, vorerst ohne genau zu wissen, wonach sie sucht. Thema und Genre: In diesem Familienroman geht es um den Umgang mit der Vergangenheit, um die Lebensborn-Kinderheime des Nationalsozialismus, vor allem aber um schwierige Mutter-Töchter-Beziehungen. Charaktere: Es ist ein Frauenroman, der von zwei Protagonistinnen erzählt wird. Charlotte, die Großmutter von Maja, muss sich den Gegebenheiten in der Lebensborn-Einrichtung fügen, bleibt jedoch aufmerksam und als sie eine gefährliche Entscheidung treffen muss, tut sie dies mit allen Konsequenzen. Maja dagegen wird durch Selbstvorwürfe, ihr Verhältnis zu ihrer Mutter betreffend, oft blockiert und ihre Recherchen und Erfahrungen machen sie nicht stärker, was logisch wäre, sondern eher unsicher und für eine Vierzigjährige erstaunlich hilflos. Handlung und Schreibstil: Die Geschichte wird in zwei Erzählsträngen erzählt: die Vergangenheit wird durch Charlottes Aufzeichnungen von ihrer Zeit in Hohehorst geschildert, wodurch sich auch die „Ich“-Form ergibt, während die Gegenwart aus der Sicht von Maja, somit ebenfalls in der ersten Person, wiedergegeben wird. Beide Erzählstränge wechseln einander ab. Die aktuelle Geschichte spielt vorwiegend in Wien und an der ligurischen Küste. Beide Handlungen sind packend aufgebaut, doch wird die Geschichte in der Jetztzeit zu oft mit vorausdeutenden Hinweisen abgebrochen, was die Spannung erhöht, aber leider den Lesefluss hemmt. Fazit: Die Handlungen der Protagonistin Maja sind nicht immer nachvollziehbar und ihre teilweise Hilflosigkeit nervt. Unterbrüche und Hinweise sollen die Spannung erhöhen, unterbrechen aber den Lesefluss. Sehr gut und stimmig ist dagegen der Erzählteil, der in der Vergangenheit spielt. Das macht das Buch insgesamt zu einem interessanten, lesenswerten Frauenroman.

Eine berührende Familientragödie über drei starke Frauen - eine beeindruckende, spannende Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden am 07.03.2017
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Maja und Lilli Sternberg haben nicht gerade das, was man ein enges Mutter-Tochter-Verhältnis nennt. Seit zehn Jahren besteht der Kontakt zueinander fast ausschließlich darin, sich an Geburts- und Feiertagen eine Karte zu schicken. Doch plötzlich bittet Lilli ihre Tochter sehr eindringlich, sie in Wien zu besuchen. Woraufhin Maja... Maja und Lilli Sternberg haben nicht gerade das, was man ein enges Mutter-Tochter-Verhältnis nennt. Seit zehn Jahren besteht der Kontakt zueinander fast ausschließlich darin, sich an Geburts- und Feiertagen eine Karte zu schicken. Doch plötzlich bittet Lilli ihre Tochter sehr eindringlich, sie in Wien zu besuchen. Woraufhin Maja dorthin reist, sich in Gedanken das Wiedersehen ausmalend und auch ein bisschen auf Versöhnung hoffend – aber zu spät, denn Lilli Sternberg ist tot, von der Dachterrasse gefallen. Doch war es wirklich Selbstmord, wie die Polizei glaubt? Maja ist wie gelähmt und während sie von Schuldgefühlen geplagt am Selbstmord ihrer Mutter zweifelt, freundet sie sich mit deren Nachbarin Erna Buchholtz an. Von ihr erfährt Maja auch, dass ihre Mutter an Krebs erkrankt war und nicht mehr lange zu leben hatte. Während Maja den Nachlass ihrer Mutter zu ordnen beginnt, stößt sie auf massive Ungereimtheiten auch im Blick auf ihre eigene Biographie. In ihrer Geburtsurkunde ist kein Vater eingetragen, dabei ging sie doch bisher immer davon aus, dass ihr Vater im Krieg gefallen war. Ein Bild ihrer Großmutter Charlotte ist ein weiteres Puzzlestück im Familiengeheimnis, denn es zeigt Charlotte mit einem Kleinkind, welches aber Lilli in keiner Form ähnelt. Auf der Rückseite des Fotos hat ihre Großmutter handschriftlich den Ort Hohehorst verzeichnet. Maja beginnt, nach Spuren ihrer Vergangenheit und der ihrer Familie zu suchen. Schon bald stellt sich heraus, dass Hohehorst zu Zeiten des Dritten Reichs ein sogenannter Lebensborn war. Damals geleitet von Heinrich Sartorius, der eines Tages spurlos verschwand. In Hohehorst trifft Maja auf dessen Sohn Roman Sartorius, zu dem sie sich auf merkwürdige Weise hingezogen fühlt. Schritt für Schritt entschlüsselt sie das Drama der Geschichte ihrer Großmutter und damit auch ihre eigene. Ein Roman, der seine eigene Dynamik besonders daraus entwickelt, dass er auf zwei Ebenen erzählt wird. Zum einen die sehr persönliche Geschichte Majas, die so sehr gefangen von ihrer Familiengeschichte ist, dass sie sogar ihren Mann und ihre Beziehung zu ihm in Frage stellt. Zum anderen die Erinnerungen von Charlotte, festgehalten in einem Manuskript, das Maja entdeckt. Eine berührende Familientragödie über drei starke Frauen, die uns auch ein Kapitel deutscher Geschichte näher bringt. Ein sehr empfehlenswertes Buch!