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Lehrerkind

Lebenslänglich Pausenhof

Was wird aus einem Menschen, wenn Mama und Papa Lehrer an der eigenen Schule sind – und somit an jedem Tag im Jahr Elternsprechtag ist, die Mitschüler einen zum Daueropfer ernennen und es bei den Bundesjugendspielen nicht einmal für eine Teilnehmerurkunde reicht? Genau: Er wird selbst Lehrer! Mit gnadenloser Selbstironie schildert Bastian Bielendorfer, wie er der pädagogischen Sippenhaft zu entrinnen versucht, und verrät dabei, welch zarte Seele sich unter so manchem grob gehäkelten Mathelehrerpullunder verbirgt.
Rezension
"Mit Lacher-Garantie!", bz Wiener Bezirkszeitung, 07.12.2016
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  • Für meine Grosseltern
    Edmund und Johanna
    Appell zur Erbsensuppe
    Ich riss die Tür zu unserem Haus auf, meine Eltern sassen am Küchentisch und löffelten Erbsensuppe. Es herrschte meditatives Schweigen, beide schauten auf ihre Teller, als würde die Mettwurst zu ihnen sprechen. Dazu tickte die Wanduhr ein nüchternes Klacken in die Leere des Raums. Der Einzige, der mich freudig begrüsste, war der Hund, und das war keine sonderlich grosse Ehre, denn er war dumm wie dreissig Kilo Esspapier und freute sich schon, wenn ein Ast vom Baum fiel.
    Ich brüllte völlig ausser mir: "Eins! Ich habe eine Eins ! "
    Mein Vater führte eine Ladung Erbsensuppe zum Mund und murmelte ein spektakulär gelangweiltes " Aha ".
    Normalerweise wäre das schon genug der Ehre gewesen, dass er seine Aufmerksamkeit vom Projekt "Suppe" zu mir hin verlagerte, doch diesmal beugte ich mich seinem Diktat der liebevollen Ignoranz nicht. Ich hatte gerade vor einem Gremium aus bärtigen Biologielehrern mein mündliches Abitur abgelegt, man hatte mich für meine Kenntnisse über arktische Tölpelkolonien mit der Bestnote ausgezeichnet und damit meine bisher eher mittelprächtige Abiturnote deutlich veredelt.
    "Tölpel sind dickliche, flugfähige Vögel, die sich zu Tausenden zusammenrotten und den ganzen Tag nur fressen, kacken und sich streiten, ganz ähnlich wie die meisten Schüler. "
    Mit dem Witz hatte ich die Biologielehrer überzeugen können, meine Eltern eher weniger.
    Meine Mutter hustete ein paar Erbsen über den Teller, ihre schwarze Mireille-Mathieu-Frisur flatterte vor ihr Gesicht und verschob ihre Lesebrille. Oder eher ihre beiden Lesebrillen, denn sie trug zwei billige Gestelle aus dem Supermarkt übereinander, anstatt sich endlich ein anständiges Modell beim Optiker zu kaufen. Der Modestil meiner Mutter war eine seltsame Mischung aus Star Trek und Mittelstandsgeiz.
    Sie fragte genervt: "Und worum ging s?"
    Ich erzählte von den Tölpeln und brachte sogar den Spruch, den ich bis zu diesem Moment noch für witzig gehalten hatte.
    Mein Vater sagte nur nüchtern: "Gut."
    Ich überlegte, ob meine Eltern sich womöglich ein Gehirn teilten, da meine Mutter wie immer dort begann, wo mein Vater gerade aufgehört hatte.
    "Gut, na ja, aber du kannst ja nichts dafür, das sind die Gene. "
    Ich kannte diese Erklärung, immer wenn mir etwas gelungen war, machten meine Eltern die Gene dafür verantwortlich, ein Erklärungsmuster, das jede Eigenleistung im Keim erstickte und in diesem Fall darauf hinauslief, dass eigentlich sie gerade eine "Eins" im mündlichen Abitur gemacht hatten.
    Ich reagierte etwas angespannt, mein Gesicht verzog sich, als wäre eine Strassenbahn über meinen Fuss gefahren. Ein kleiner, feuchter See aus glibbrigen Tränen legte sich vor meine Sicht.
    "Ey, das kann doch nicht wahr sein, ich reiss mir da den Arsch auf und das ist der Dank?"
    Mein Vater schaute von der Erbensuppe auf und konstatierte nüchtern: " Ey ist kein deutsches Wort, so reden wir hier nicht, Bastian. Und mit Fäkalbegriffen wie Arsch musst du gar nicht erst vortreten."
    Vortreten, dachte ich. "Was ist das hier, mein Appell zur Erbsensuppe? "
    "Eine derartige Ausdrucksweise liegt sicher nicht in deinen Genen, Bastian", vervollständigte meine Mutter.
    "Toll, ein Schnellkurs Erblehre, danke Frau Mendel!", brüllte ich den ausdruckslosen Gesichtern meiner Eltern entgegen. Keine Reaktion, das Thema war abgehakt, sie hatten die Situation bewertet, korrigiert und nüchtern beurteilt. So machte man das eben.
    Mein Vater hatte bereits wieder geistigen Funkkontakt zu der Mettwurst vor ihm aufgenommen, meine Mutter hyperventilierte noch ein wenig wegen meiner Ausdrucksweise.
    Das Gespräch war beendet, meine Eltern hatten ihren Teil dazu beigetragen, und nur ich würgte noch ein bisschen verzweifelten Kindertrotz über den Küchentisch. Mein Vater vergrub den Kopf in einer rot umrahmten "Spiegel"-Sonderausgabe über den elften September und murmelte lei

  • Inhalt

    Appell zur Erbsensuppe

    Der Spion, der aus dem Lehrerzimmer kam

    Werther im Kreisssaal

    Alternative Erziehungsmethoden

    Die Schultüte

    Der erste Schultag

    Solidarität für Afrika

    Der Mathematiklehrer

    The Drugs Don’t Work

    Das Nilpferd kann ja nichts!

    Leben unter dem Rotstift

    Die Spezies Lehrerkind

    It’s My Party

    Scrabble

    Das Schulklo

    Mein Vater, Chuck Norris

    Der Rachehoden

    »Der Doof ist dem Genitiv sein Tod«

    Elternsprechtag

    Meine erste Liebe

    Der Sportlehrer

    Die Bundesjugendspiele

    Bundesjugendspiele – Weitsprung

    Die Schmach geht weiter: Schwimmunterricht

    Das Musikfest

    Der Kunstlehrer

    Bildungsreise für Hartgesottene

    Ground Control to Major Thomacz

    Familie auf Russisch

    Wo gesägt wird, da fallen Beine

    Die Armee der Lazarettschwestern

    Doswidanja, Mütterchen Russland

    Jesus in der Pubertät

    Der Lateinlehrer

    Eine eigene Praxis

    Pilawa sagt, ich soll Putzfrau werden

    Der Tierarzt

    Der Biologielehrer

    School’s Out Forever

    A Night to Remember

    Der Zivildienst

    In the Army Now …

    Hühner, die Verstecken spielen

    Muttermilch für einen Döner

    Lernfähig wie eine Amöbe

    Der Philosophielehrer

    Willkommen in der Kommune 1

    Vom Lehrerkind zum Lehrer

    Die Rückkehr des verlorenen Sohnes

    Home is where the heart is

    Vom Lehrerkind … zum Lehrerkind

    A wie Anahronismus

    Eine Nacht mit Sören Malte

    Der Anker

    Dank

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 303
Erscheinungsdatum 01.11.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-27296-4
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 18.8/12.1/3 cm
Gewicht 287 g
Auflage 26. Auflage
Verkaufsrang 21715
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
21 Bewertungen
Übersicht
11
7
3
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kurzweilig
von einer Kundin/einem Kunden aus Brandenburg am 29.04.2019
Bewertet: Medium: H?rbuch (CD)

Habe mir das Hörbuch im Auto anhört, während der Fahrten zur Arbeit etc. Sehr kurzweilig, musste ein paarmal herzhaft lachen. Werde mir auch die anderen Hörbücher von Herrn Bielendorfer bestellen.

Lehrerkind (Gut)
von einer Kundin/einem Kunden aus Duisburg am 20.06.2018

Bastian Bielendorfer kommt nach seiner mündlichen Abiturprüfung freudig nach Haus, um seinen Eltern sein Ergebnis mitzuteilen. Diese sitzen gerade am Essenstisch und löffeln Ihre Erbsensuppe. Mit geringem Interesse nehmen die beiden Eltern das Ergebnis Ihres Sohnes zur Kenntnis, der eine Eins in der Prüfung bekommen hat. Nach ei... Bastian Bielendorfer kommt nach seiner mündlichen Abiturprüfung freudig nach Haus, um seinen Eltern sein Ergebnis mitzuteilen. Diese sitzen gerade am Essenstisch und löffeln Ihre Erbsensuppe. Mit geringem Interesse nehmen die beiden Eltern das Ergebnis Ihres Sohnes zur Kenntnis, der eine Eins in der Prüfung bekommen hat. Nach einigen Hin und Her ist das Gespräch beendet und der Autor nimmt uns mit auf eine Reise, quer durch sein Leben als Lehrerkind. Das Buch ist in 27 Kapiteln aufgeteilt, von denen manche nochmals eigene Unterkapitel haben. Die Überschriften der verschiedenen Kapitel haben einen anderen Schriftstil als der Text und wirken so, als wären Sie mit der Hand geschrieben. Die Kapitel sind dabei recht chronologisch aufgebaut, so das der Leser von der Grundschule bis zur Universität alles Mitverfolgen kann. Besonders hervorzuheben sind die Kapitel, welche einzelne Lehrergruppen beschreiben. Diese Kapitel sind auch von der Gestaltung her, völlig anders und wirken wie ein Eintrag in ein Klassenbuch (passend zum Inhalt des Buches). Zum einen sind diese Kapitel in Schreibschrift geschrieben und wirken so, als wären sie handschriftlich verfasst und zum anderen sind die Seiten mit Linien und Überschriften bedruckt (Sie heben sich optisch völlig vom Rest des Buches ab). In diesem Kapitel behandelt der Autor die verschiedenen Arten von Lehrern (Biologie, Deutsch, …) und erläutert einige Punkte an Beispielen aus seiner eigenen Schulzeit. Einige Punkte aus dem Buch, werden dem Leser aber auch aus seiner eigenen Schulzeit bekannt vorkommen und wecken Erinnerungen an die eigene Schulzeit (das hat bei mir dazu geführt, dass ich unbedingt weiterlesen wollte, um an die nächste, eventuell bekannte Stelle zu kommen. Außerdem helfen diese Erinnerungen dabei, besser ins Buch zu finden bzw. sich damit auseinanderzusetzen.) .Dabei übertreibt der Autor an manchen Stellen des Buches seine Ausführungen jedoch. Diese Übertreibungen sorgen aber für einen gewissen Grad an Humor, der sich durch das ganze Buch über zieht. Leider führen diese Momente auch dazu, dass der Leser sich fragt, ob das alles denn so stimmt?! (falls auch nur einige der sehr überzogen erzählten Stellen stimmen, kann einem der Autor schon fast leidtun). Hier hätte der Autor ein wenig mehr Aufklärung am Ende leisten können, auch wenn man in der Danksagung ein wenig herauslesen kann. Am Ende des Buches ist der Leser an dem Punkt angekommen, der vor der Entstehung des Buches spielt. Hier hat mir der Brief gut gefallen, besonders die Tatsache, dass selbst da die Eltern korrigiert haben (besonders, falls diese Stelle wirklich wahr ist, was man leider nie 100 % wissen wird als Leser). Cover: In der Grundfarbe ist das Cover schwarz. Auf der Vorderseite sehen wir einen jungen Mann, welcher auf einem Stuhl sitzt (gewisse Ähnlichkeit zu einem Stuhl, wie man ihn aus der Schule kennt, sind vorhanden und mit Sicherheit gewollt). Bei dem gezeigten Mann handelt es sich um den Autoren des Buches selbst. Über diesem Mann steht der Titel des Buches, welcher aussieht, als wäre er mit weißer Kreide geschrieben. Dadurch hebt sich der Titel sehr gut vom Hintergrund ab. Auf der Rückseite ist der Satz “Mein Leben unter dem Rotstift” in roter Farbe gedruckt, was dem Satz zusätzlichen Ausdruck verleiht. Das Cover ist schlicht aber doch sehr passend gestaltet. Fazit: Ein Buch, das den Leser auf die Reise quer durch das Leben eines Lehrerkindes mitnimmt. Dabei werden sicherlich einige Erinnerungen an die eigene Schulzeit geweckt. Hier und da hätte es dem Buch gut getan, wenn der Autor sich in seinen übertrieben erzählten Situationen zurückgehalten hätte. Der Humor ist vorhanden und zieht sich durch das gesamte Buch und sorgt immer wieder für einen kleinen Lacher. Eine kleine humorvolle Erinnerungsreise, die von mir 4/5 Sterne bekommt.

Eine Bewertung von einem Leser aus Panker
von einer Kundin/einem Kunden aus Panker am 02.03.2018

Das Buch Lehrerkind ist sehr lesenswert, mit viel Witz und Humor Geschrieben, Kann ich nur jedem zum lesen weiterempfehlen. Es passt wunderbar in unsere Zeit.