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Finnegans Wake

Gesammelte Annäherungen. Hrsg. v. Klaus Reichert u. Fritz Senn

edition suhrkamp Band 1524


Das Werk gilt als unübersetzbar, und dennoch, oder gerade deshalb, hat es immer wieder Übersetzer und Schriftsteller, Aussenseiter und Fachleute gereizt, Übersetzungen zu probieren. Gerade die Unterschiedlichkeit der übersetzerischen Ansätze - vom genauen Zusammentragen der einzelnen Sinnschichten bis hin zu einem eleganten Darüberhinhuschen - vermag einen Eindruck dieses rätselhaften Buches zu vermitteln.

Portrait
Joyce, James
James Joyce wurde am 2. Februar 1882 in Dublin geboren, wo er in schwierigen und ärmlichen Familienverhältnissen aufwuchs. Joyce studierte am University College von Dublin moderne Sprachen, u.a. Englisch, Französisch und Italienisch. 1902 ging er nach Paris, um ein Medizinstudium zu beginnen. Er wandte sich dort aber dem Schreiben zu und führte einen ausschweifenden Lebensstil. 1903 kehrte er nach Dublin zurück, konnte dort jedoch nicht Fuss fassen. Mit seiner Geliebten und späteren Ehefrau Nora Barnacle siedelte er 1904 auf den Kontinent über und lebte hauptsächlich in Triest. Er schrieb Kurzgeschichten und überarbeitete seinen ersten Roman Stephen Hero, der später als A Portrait of the Artist as a Young Man (Porträt des Künstlers als junger Mann) veröffentlicht wurde. 1914 erschien Joyces erste Kurzgeschichtensammlung Dubliners. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges zog er mit seiner Familie nach Zürich, wo sein bekanntestes Werk Ulysses entstand. Der Roman wurde 1918-1920 in Auszügen in der amerikanischen Zeitschrift »The Little Review« abgedruckt; 1921 wurde er wegen obszöner Inhalte verboten. 1922 erschien Ulysses schliesslich in (zensierter) Buchform in der Pariser Buchhandlung »Shakespeare and Company«. 1920 zog Joyce auf Einladung seines Freundes Ezra Pound nach Paris, wo er bis zu Frankreichs Besetzung im Zweiten Weltkrieg lebte. Dort entstand sein letzter Roman Finnegan's Wake (Finnegans Totenwache), der 1939 veröffentlicht wurde. James Joyce starb am 13. Januar 1941 in Zürich.

Beck, Harald
Harald Beck, geboren 1951 in München, übersetzte James Joyces Dubliners, den Monolog der Molly Bloom aus Ulysses und den Anfang von Finnegans Wake ins Deutsche. Neben weiteren Veröffentlichungen zu Joyces Werken ist er Mitherausgeber der James Joyce Online Notes.

Reichert, Klaus
Klaus Reichert ist Anglist, Lyriker und Übersetzer und lehrte als Professor für Anglistik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main, wo er auch das Zentrum zur Erforschung der Frühen Neuzeit gründete. Von 2002 bis 2011 war er Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt.

Hildesheimer, Wolfgang
Wolfgang Hildesheimer wurde am 9. Dezember 1916 als Sohn jüdischer Eltern in Hamburg geboren und starb am 21. August 1991 in Poschiavo in der Schweiz. 1933 emigrierte er über England nach Palästina, wo er eine Schreinerlehre absolvierte. 1937 begann er an der Central School of Arts and Crafts (London) Malerei, Textilentwurf und Bühnenbildnerei zu studieren und nahm von London aus am Sommerkurs für Bühnenbild bei Emil Pirchan in Salzburg teil. Anfang 1939 gestaltete er in London am Tavistock Little Theatre sein erstes Bühnenbild. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kehrte er nach Palästina zurück, arbeitete als Information Officer, war Englisch-Lehrer am British Institute und leitete zusammen mit einem Freund einige Zeit die Werbeagentur »HW«. Er beteiligte sich an Kunstausstellungen und veröffentlichte einige Gedichte, Essays und Kritiken. 1946 kehrte er nach London zurück, um Bühnenbildner zu werden, wurde aber für die Nürnberger Prozesse engagiert. Im Januar 1947 reiste er nach Nürnberg, dolmetschte für die amerikanische Besatzungsmacht und beteiligte sich wieder an Kunstausstellungen. 1949 zog er nach Ambach am Starnberger See, um als freier Maler und Grafiker zu arbeiten, schrieb im Januar 1950 aber eine Geschichte für Kinder - der Beginn seiner literarischen Karriere. Bereits 1951 wurde er zur Gruppe 47 eingeladen, 1955 erhielt er den Hörspielpreis der Kriegsblinden und im selben Jahr wurde zudem sein erstes Theaterstück von Gustav Gründgens uraufgeführt; ebenfalls in diesem Jahr begann er auch wieder zu malen. Nachdem er 1953 nach München gezogen war, übersiedelte er 1957 nach Poschiavo und widmete sich einer neuen Art von Theaterstücken, deren Besonderheiten er 1960 mit der Rede Über das absurde Theater fundierte. Anlässlich der Internationalen Theaterwoche der Studentenbühnen in Erlangen gehalten, sorgte diese für Aufsehen. Sein Prosabuch Tynset wurde 1966 mit dem Georg-Büchner-Preis und dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet. Sein Bestseller Mozart (1977) beeinflusste das Theaterstück und den Film Amadeus. Seit 1961 beteiligte er sich wieder an Ausstellungen, seit 1965 wurde sein bildkünstlerisches Werk in rund fünfzig Einzelausstellungen gezeigt. 1980 hielt Hildesheimer die Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele Was sagt Musik aus. Neben seinen literarischen Werken verfertigte Hildesheimer auch Collagen, die er in mehreren Bänden sammelte. Spektakulär war 1984 seine Ankündigung, angesichts der drohenden Umweltkatastrophe nicht mehr zu schreiben, sondern zur bildenden Kunst zurückzukehren.

Wollschläger, Hans
Hans Wollschläger wurde 1935 in Minden geboren. Er arbeitete als Schriftsteller, Literaturkritiker und Übersetzer, unter anderem übertrug er James Joyces Roman Ulysses ins Deutsche. 1982 erschien sein Roman Herzgewächse oder der Fall Adams. Hans Wollschläger starb 2007 in Bamberg.

Blumenbach, Ulrich
Ulrich Blumenbach, geboren 1964 in Hannover, studierte Anglistik, Germanistik und Geschichte in Münster, Sheffield (Grossbritannien) und Berlin. Seit 1993 ist er als Übersetzer aus dem Englischen sowie aus dem Amerikanischen Englisch ins Deutsche tätig. Ausserdem ist Ulrich Blumenbachim Lehrbeauftragter für den Studiengang Literarisches Übersetzen an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Er lebt mit seiner Familie in Basel.
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  • Reichert, Klaus: Nacht Sprache: Zur Einführung. Senn, Fritz: Synopsis. I.1 (Der Anfang). Übersetzt von Harald Beck
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Herausgeber Fritz Senn, Klaus Reichert
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 24.10.1989
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-11524-4
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 17.8/10.9/1.7 cm
Gewicht 190 g
Auflage 10. Auflage
Übersetzer Helmut Stoltefuss, Reinhard Markner, Harald Beck, Kurt Jauslin, Friedhelm Rathjen
Verkaufsrang 45560
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

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Ein un-mögliches Buch
von Zitronenblau am 29.06.2009

Die vorliegenden gesammelten Annäherungen übersetzen noch lange nicht den ganzen Roman "Finnegans Wake", dessen "Plot" man hier allenfalls aus der (ohnehin verwirrenden) Synopsis herauslesen kann. Die Annäherungen sind also nicht für alle Kapitel des Buches, dafür aber mehrmals pro Kapitel geschrieben/versucht worden. Das Buch g... Die vorliegenden gesammelten Annäherungen übersetzen noch lange nicht den ganzen Roman "Finnegans Wake", dessen "Plot" man hier allenfalls aus der (ohnehin verwirrenden) Synopsis herauslesen kann. Die Annäherungen sind also nicht für alle Kapitel des Buches, dafür aber mehrmals pro Kapitel geschrieben/versucht worden. Das Buch gehört zu den schwierigsten Büchern der Weltliteratur (wahrscheinlich DAS schwierigste!).. der Handlungsliebende wird hier keine Freude haben, jedoch Semiologen und Linguisten (generell Sprachbegeisterte) haben ihre Freude daran, die ahistorisch ("polyglott hybride") Sprache zu enträtseln (was wahrscheinlich nicht möglich ist), aber in den Phonemen, Morphemen u. Syntagmen die Möglichkeiten einer alles beziehenden Sprachgewalt zu entdecken.. Wer Joyce mag, sollte sich das hier ruhig mal antun, gem. Vorwort ging es ihm wohl weniger um den Sinn der Wörter (da viele Übersetzer auf die phonemisch-morphemische Bedeutsamkeit des Textes zielten), er betonte zu Lebzeiten den Klang des gesprochenen dessen und setzte sich immer wieder für eine syntagmatisch-rhythmische Übertragung ein, die den Text vor allem beim Hören in seiner ganzen Ästhetik (?) entfalten ließ. In den Annäherungen bleibt die uns bekannte Syntax relativ nachvollziehbar (es kommt nicht zu einer abgedrehten Entgrammatikalisierung), anders die Semantik: hier nimmt sich Joyce Freiheiten, die nie zuvor und danach in dem Maße erreicht wurden. Heidegger meinte, die Sprache sei das Haus des Seins. Nun, wie sieht Joyces Haus aus? Stellen Sie sich einen antiken Tempel vor, vermischt mit einem Dubliner Irish Pub, zudem irgendwie alle architektonischen Gebilde, die die westliche Welt hervorgebracht hat und dann noch etwas: wenn er sie herein bittet, sollten Sie sich klar machen, dass dieses "Haus" wohl nie in Gänze und unendlicher Größe bestaunt werden kann...