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Doktor Faustus

Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde

Thomas Mann

(3)
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Beschreibung

In der Lebensgeschichte Adrian Leverkühns - der fiktiven Romanbiographie eines Komponisten, der sich dem Teufel verschreibt - fasst Thomas Mann alle Entwicklungsstufen der alten Faust-Sage zusammen und verknüpft sie mit der »drohenden Problematik unserer Zeit, dem katastrophalen Rückfall des hoch- und überentwickelten Geistes in archaische Primitivität«. Der zeitliche Rahmen umgrenzt die Jahre von 1884 bis 1945 - seine eigene Epoche. Er selbst nannte den ›Doktor Faustus‹ »ein Lebensbuch von fast sträflicher Schonungslosigkeit, eine sonderbare Art von übertragener Autobiographie, ein Werk, das mich mehr gekostet und tiefer an mir gezehrt hat, als jedes frühere«. Die überstarke Anteilnahme des Autors bei der Niederschrift bleibt - trotz Einführung eines wohl über den Dingen stehenden Erzählers - Kapitel um Kapitel spürbar.

-Der Held des Romans, Leverkühn, ist ein ausserordentlich stolzer, kühler und kluger Geist, zu klug eigentlich für die Kunst, der aber dennoch von Drang nach dem Kreativen erfüllt ist und dazu Enthemmungen braucht, die ihm in dem ideellen Rahmen des Buches nur der Böse verschaffen kann. Mit seinem Sündenfall ist auch - gewissermassen - auf der politischen Ebene des Buches auf die faschistische Intoxikation der Völker angespielt-.(Thomas Mann an Albert Oppenheimer 12.2.1949)

Thomas Mann, 1875 – 1955, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Mit ihm erreichte der moderne deutsche Roman den Anschluss an die Weltliteratur. Manns vielschichtiges Werk hat eine weltweit kaum zu übertreffende positive Resonanz gefunden. Ab 1933 lebte er im Exil, zuerst in der Schweiz, dann in den USA. Erst 1952 kehrte Mann nach Europa zurück, wo er 1955 in Zürich verstarb.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 672
Erscheinungsdatum 01.04.1990
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-29428-2
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 19.1/12.1/4 cm
Gewicht 463 g
Auflage 42. Auflage
Verkaufsrang 35671

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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Mann, Königliche Hoheit
von Odilie Pressberger aus Regensburg (Donau EKZ) am 02.10.2010
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Falls Sie dieses beschwingte und charmante Buch von Thomas Mann wirklich noch nicht gelesen haben sollten, greifen Sie jetzt zu der Fischer Taschenbuchausgabe. Sie werden verblüfft sein, wie "leichtfüßig" und geistreich-unterhaltsam dieser Roman auch heute noch ist!

Grandioses Hörspiel
von Leni Pawelczynski aus Wiesbaden am 30.12.2009
Bewertet: Medium: Hörbuch (CD)

Der Stoff ist Weltliteratur. Thomas Mann beschreibt am Niedergang einer Kaufmannsfamilie exemplarisch den Niedergang des Großbürgertums. Die Umsetzung ins Hörspiel ist ganz großes Ohrenkino. Die Bearbeitung hat den Originaltext immer im Blick und ist seiner würdig. Die Sprecher sind großartig und verkörpern ihre Rollen perfekt. ... Der Stoff ist Weltliteratur. Thomas Mann beschreibt am Niedergang einer Kaufmannsfamilie exemplarisch den Niedergang des Großbürgertums. Die Umsetzung ins Hörspiel ist ganz großes Ohrenkino. Die Bearbeitung hat den Originaltext immer im Blick und ist seiner würdig. Die Sprecher sind großartig und verkörpern ihre Rollen perfekt. Man merkt dem Hörspiel jederzeit seine Ambitionen und den sicherlich damals großen Etat an. Es ist ein Genuß auf sehr hohem Niveau, gönnen Sie sich diesen Luxus.

Thomas Manns Spätwerk
von Zitronenblau am 22.03.2009

Die von Zeitblom verfasste Biographie über Adrian Leverkühn alias Doktor Faustus beschreibt dessen Werde- und Untergang als Komponisten. Es wird nicht nur der ursprüngliche Fauststoff verarbeitet, sondern Sprache mit Musik verflochten, die Geschichte Deutschlands von Krieg zu Krieg dargestellt und - ja, es kostete Mann dessen Fr... Die von Zeitblom verfasste Biographie über Adrian Leverkühn alias Doktor Faustus beschreibt dessen Werde- und Untergang als Komponisten. Es wird nicht nur der ursprüngliche Fauststoff verarbeitet, sondern Sprache mit Musik verflochten, die Geschichte Deutschlands von Krieg zu Krieg dargestellt und - ja, es kostete Mann dessen Freundschaft - Arnold Schönbergs Zwölftonmusik "neu erfunden". Mann hat für diesen Roman einiges aufgeboten, zuletzt Hilfe gehabt von keinem Geringeren als Adorno. Höhepunkt des Romans war der Dialog mit dem Teufel in der Mitte. Auch Leverkühns geistige Umnachtung war sehr bewegend. Insgesamt ein epochaler Roman, ein bestürzender, aber im Vergleich zum "Musikroman: Fluß ohne Ufer" von Hans Henny Jahnn weniger farbenfroh, plastisch und lebendig. Genau die dunkle Infernalität, die geniale Konstruktivität, eben jene bewusste Monumentalität Manns lässt mich dieses Buch sicher kein zweites Mal lesen...


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