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Wer regiert die Welt? (Sonderausgabe)

Warum Zivilisationen herrschen oder beherrscht werden

Gibt es einen roten Faden durch die Geschichte, der uns im Rückblick zeigt, wohin die Zukunft uns führt? Ian Morris hat ihn aufgerollt: Aus einer Vielzahl historischer Fakten, archäologischer Funde, naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und empirischer Methoden lässt er ein überwältigendes Bild der Menschheitsgeschichte entstehen.

"Wir bekommen hier drei Bücher in einem: einen spannenden Roman, der eine wahre Geschichte erzählt; einen unterhaltsamen, aber geschichtswissenschaftlich fundierten Bericht über alle wichtigen Ereignisse der vergangenen zehntausend Jahre; und eine kluge Spekulation über das, was die Zukunft bringen wird." Jared Diamond, Pulitzer-Preisträger und Autor von ›Kollaps‹ und ›Arm und Reich‹

"Näher wird man einer Weltformel der Geschichte vermutlich nie kommen als mit diesem Buch. Mit Witz und breitem Wissen bedient sich Ian Morris der Instrumente und Erkenntnisse der modernen Altertumsforschung, wenn er die grösste aller historischen Fragen stellt: Warum eigentlich hat der Westen den Rest der Welt bezwungen? Ein Hochgenuss!" Niall Ferguson, Autor von ›Der Aufstieg des Geldes‹ und ›Das verleugnete Imperium‹

"Das neueste Buch von Ian Morris ist ein erstaunliches Werk: Auf Hunderten von Seiten das aktuelle Wissen über alle Aspekte gesellschaftlicher Veränderung. Plus die drängenden Fragen der Zukunft. Der Westen mag die Welt auch weiterhin regieren, aber die Regeln, nach denen er dies tut, könnten vollkommen andere sein." David Landes, Autor von ›Wohlstand und Armut der Nationen‹

"Ian Morris wagt das Kühnste, was ein Historiker sich vornehmen kann. Er versucht, die Grundmuster der Geschichte zu entschlüsseln. Besser als jeder andere vor ihm beschreibt Ian Morris in klugen Vergleichen die Parallelität der Entwicklung in West und Ost ... Je länger man in ›Wer regiert die Welt?‹ liest, desto höher steigen Spannung und Erwartung." Jürgen Osterhammel
Portrait
Ian Morris ist gebürtiger Brite und seit zwanzig Jahren Historiker und Archäologe an der University of Chicago und der Stanford University. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen und häufig Studiogast im amerikanischen Fernsehen. Seine Arbeiten sind preisgekrönt und werden gefördert u.a. von der Guggenheim Foundation und der National Geographic Society. Von 2000 bis 2006 leitete er Ausgrabungen auf dem Monte Polizzo, Sizilien, eines der grössten archäologischen Projekte im westlichen Mittelmeerraum.
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  • Artikelbild-0
  • Einleitung
    Albert in Beijing
    London, 3. April 1848. Königin Victoria hatte Kopfschmerzen. Sie kniete seit 20 Minuten auf dem Pier, das Gesicht auf die hölzernen Planken gedrückt. Sie hatte Angst und war wütend, und sie war müde, weil sie schon so lange gegen die aufsteigenden Tränen ankämpfte; und jetzt hatte es auch noch angefangen zu regnen. Ihr Kleid war triefend nass, und sie hoffte nur, dass niemand ihr Zittern für ein Zeichen der Furcht halten würde. Ihr Mann kniete neben ihr. Wenn sie den Arm ausstreckte, konnte sie ihm die Hand auf die Schulter legen oder ihm das nasse Haar aus der Stirn streichen - irgendetwas tun, um ihm Kraft für das zu geben, was ihm bevorstand. Wenn doch die Zeit stillstehen - oder schneller vergehen würde. Wenn sie und Prinz Albert doch sonstwo wären, nur nicht hier.
    Und so warteten sie - Victoria, Albert, der Herzog von Wellington und der halbe Hof - auf den Knien im Regen. Offensichtlich gab es ein Problem auf dem Fluss. Da das Flagschiff der chinesischen Kriegsflotte zu gross war, um in den East India Docks vor Anker zu gehen, hatte Gouverneur Qiying sich entschieden, seinen grossen Auftritt in London von einem nach ihm selbst benannten kleineren gepanzerten Dampfschiff aus zu inszenieren, aber selbst die Qiying war eigentlich zu gross für die Docks in Blackwall und musste mühsam manövriert werden. Ein halbes Dutzend Schleppboote zogen sie unter viel Getöse und Tumult herein. Qiying fand das Ganze nicht lustig. Aus den Augenwinkeln konnte Victoria die kleine chinesische Musikkapelle sehen. Vor einer Stunde hatten die Seidengewänder und komischen Hüte der Musiker noch prachtvoll ausgesehen, jetzt waren sie vom englischen Regen vollkommen durchnässt. Viermal hatte die Kapelle in dem Glauben, dass Qiyings Sänfte gleich ans Ufer getragen werde, eine fernöstliche Kakophonie angestimmt, und viermal war sie abrupt wieder verstummt. Beim fünften Mal unterbrach sie ihr Spiel jedoch nicht. Victoria wurde flau im Magen. Qiying musste endlich an Land gegangen sein. Es war soweit.
    Und dann stand Qiyings Gesandter vor ihnen, so dicht, dass Victoria die Stickereien auf seinen Pantoffeln sehen konnte. Sie zeigten kleine Drachen, die Rauch und Feuer spuckten. Die Stickereien waren so fein, wie ihre eigenen Zofen sie nie hätten zustande bringen können.
    Der Gesandte las mit monotoner Stimme die offizielle Bekanntmachung aus Beijing vor. Man hatte ihr erklärt, was darin stand: Das Licht der Vernunft, der Kaiser Daoguang, erkenne den Wunsch der britischen Königin an, der kaiserlichen Oberhoheit ihre Ehrerbietung zu erbringen. Victoria habe um die Gunst gebeten, Tribut und Steuern zu bezahlen, äussersten Gehorsam zu leisten und Befehle entgegenzunehmen; und der Kaiser habe sich bereit erklärt, ihr Land als eines seiner untergeordneten Herrschaftsgebiete zu behandeln und den Briten die Erlaubnis zu erteilen, sich der chinesischen Lebensweise zu befleissigen.
    Aber jeder wusste, wie die Geschichte wirklich abgelaufen war. Zuerst waren die Chinesen mit offenen Armen empfangen worden. Sie hatten geholfen, den Krieg gegen Napoleon zu finanzieren, der die europäischen Festlandshäfen für die Engländer geschlossen hatte. Aber von 1815 an hatten sie ihre Güter in den englischen Häfen immer billiger und billiger verkauft, sodass die Baumwollspinnereien in Lancashire ihre Tore am Ende hatten schliessen müssen. Als die Engländer protestierten und Einfuhrzölle verlangten, hatten die Chinesen die stolze Königliche Kriegsflotte abgefackelt, Admiral Nelson getötet und sämtliche Städte entlang der Südküste geplündert. Beinahe acht Jahrhunderte lang hatte England alle Eroberungsversuche abgewehrt, aber nun würde Victorias Name für immer mit Schande behaftet sein. Ihre Regentschaft war eine einzige Aufeinanderfolge von Mord und Totschlag, Raub und Entführung, Niederlage, Entehrung und Tod gewesen. Und nun war Qiying, der schändliche Drahtzieher von Kaiser Daoguangs Willen, persönlich gekommen, um noch mehr Lügen und scheinheilige Phrasen von sich zu geben.
    Im entscheidenden Moment hüstelte Victorias Dolmetscher, der unmittelbar hinter ihr kniete, so dezent, dass es nur für die Königin vernehmbar war. Dies war das verabredete Zeichen: Qiyings Lakai hatte die Stelle erreicht, an der von ihrer Einsetzung als untergeordneter Regentin die Rede war. Victoria hob den Kopf von den Holzplanken und setzte sich auf, um das barbarische Gewand samt Kappe entgegenzunehmen, das die Schande ihrer Nation verkündete. Zum ersten Mal konnte sie Qiying richtig in Augenschein nehmen. Sie hatte nicht erwartet, einen so klug und lebhaft dreinblickenden Mann in mittleren Jahren vor sich zu sehen. Konnte er wirklich das Ungeheuer sein, das sie so gefürchtet hatte? Und Qiying seinerseits konnte Victoria zum ersten Mal richtig betrachten. Zwar hatte er ein Porträt gesehen, das sie während ihrer Krönung zeigte, aber sie war noch fülliger und unansehnlicher, als er erwartet hatte. Und jung - sehr, sehr jung. Sie war durchnässt, und ihr Gesicht war voller Dreckspritzer. Sie wusste nicht einmal, wie man einen anständigen Kotau machte. Was für ein ungehobeltes Volk!
    Und dann kam der Augenblick des blankesten Entsetzens, das Unvorstellbare. Mit tiefer Verneigung traten zwei Mandarine hinter Qiyings Rücken hervor und zogen Albert auf die Füsse. Victoria wusste, dass sie keinen Laut von sich geben und keinen Finger rühren durfte - und um der Wahrheit die Ehre zu geben, war sie zur Salzsäule erstarrt und hätte auch dann nicht protestieren können, wenn sie es gewollt hätte.
    Sie führten Albert fort. Er ging langsam und würdevoll mit ihnen, dann blieb er stehen und blickte noch einmal zu ihr zurück. Das Elend der ganzen Welt lag in seinem Blick.
    Victoria schwankte. Einer der chinesischen Lakaien fing sie auf, als sie zu stürzen drohte. Man konnte schliesslich nicht zulassen, dass eine Königin, auch wenn es eine ausländische Teufelskönigin war, in einem solchen Moment körperlichen Schaden nahm. Wie ein Schlafwandler, mit steinerner Miene und ungleichmässigen Atemzügen, tat Albert jetzt die letzten Schritte in dem Land, das seine Heimat geworden war. Die Gangway hinauf, in die verschliessbare Luxuskabine und dann ab nach China, wo ihn der Kaiser selbst in der Verbotenen Stadt zum Vasallen ernennen würde.
    Als Victoria wieder zur Besinnung kam, war Albert verschwunden. Jetzt endlich wurde sie von Schluchzen geschüttelt. Bis nach Beijing würde Albert fast ein halbes Jahr brauchen und für die Rückreise noch einmal genauso lange; und möglicherweise musste er Monate oder gar Jahre bei diesen Barbaren ausharren, bevor ihm der Kaiser eine Audienz gewährte. Was sollte sie tun? Wie konnte sie allein ihr Volk beschützen? Wie konnte sie diesem Unhold Qiying je wieder in die Augen sehen, nach allem, was er ihnen angetan hatte?
    Albert kehrte nie wieder zurück. Er erreichte Beijing, wo er alle Welt mit seinem fliessenden Chinesisch und seiner Kenntnis der klassischen konfuzianischen Literatur in Erstaunen versetzte. Doch ihm auf den Fersen folgten zuerst Nachrichten über Aufstände besitzloser Landarbeiter, die überall im Süden Englands Dreschmaschinen zerstörten, und dann über blutige Unruhen und Strassenkämpfe in fast allen Hauptstädten Europas. Wenige Tage später erreichte den Kaiser eine Depesche, in der Qiying ihm mitteilte, dass es das Beste sei, den so überaus begabten Prinzen Albert in sicherer Entfernung von England zu halten. Die gewalttätigen Unruhen waren nicht weniger dem schmerzhaften Übergang zur Moderne als der Erbitterung über das Chinesische Reich geschuldet, aber es war nicht ratsam, angesichts dieser aufgebrachten Völkerschaften ein Risiko einzugehen.
    Albert blieb also in der Verbotenen Stadt. Er musterte seine englischen Anzüge aus, liess sich einen Mandschu-Zopf wachsen und vertiefte mit jedem Jahr, das verstrich, seine Kenntnis der chinesischen Klassiker. In der Einsamkeit der Pagoden wurde er alt, und nachdem er 13 Jahre in seinem goldenen Käfig verbracht hatte, hörte er schliesslich einfach auf zu leben.
    Auf der anderen Seite der Welt schloss sich Victoria in den schlecht beheizten Privaträumen des Buckingham Palace ein und scherte sich nicht um die Kolonialherren. Qiying regierte Britannien einfach ohne sie. So genannte Politiker kamen zu Hauf gekrochen, um mit ihm Geschäfte zu machen. Als Victoria 1901 starb, gab es kein Staatsbegräbnis; nur Schulterzucken und schiefe Grimassen angesichts des Todes dieses letzten Relikts aus der Zeit vor dem Chinesischen Weltreich.
  • Inhalt
    Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
    Albert in Beijing 11 · Looty in Balmoral 14 · Alles ist längst festgeschrieben 19
    · Alles eine Frage des Zufalls 26 · Die Konturen der Geschichte 30 · Faulheit,
    Angst und Habgier 34 · Die Bedeutung des Ortes 37 · Der Aufbau 43
    1. Bevor es Osten und Westen gab . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
    Was ist der Westen? 47 · Am Anfang 49 · Zum ersten Mal Ost und West? 54 ·
    Die ersten Bewohner des Ostens: der Peking-Mensch 58 · Die ersten Bewohner
    des Westens: der Neandertaler 61 · Trippelschritte 67 · Heraus aus Afrika - zum
    zweiten Mal 74 · Prähistorische Picassos 81
    2. Der Westen geht in Führung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88
    Globale Erwärmung 88 · Der Garten Eden 91 · Das tägliche Brot 96 · Das verlorene
    Paradies 98 · Das verwandelte Paradies 104 · Gehet hin und mehret euch
    112 · Prädestination 119 · Jenseits von Eden 126 · Kochen und Backen, Schädel
    und Gräber 134
    3. Die Vermessung der Vergangenheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141
    Die Archäologie entwickelt sich 141 · Die Kulturanthropologie übernimmt 145
    · Was messen? 148 · Wie messen? 156 · Wann und wo messen? 162 · Das Muster
    der Vergangenheit 164 · Scrooges Frage 174
    4. Der Osten holt auf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 176
    Die Sache mit dem Elefanten 176 · Direkter Draht zu den Göttern 178 · Die Götter
    schufen das Fleisch 185 · Der wilde Westen 190 · Die internationale Periode 196
    · Zehntausend guo auf Erden 201 · Oberherr der Ahnen 209 · Alles löst sich auf
    215 · Streitwagen, aber kein Geschenk der Götter 219 · Apokalyptische Reiter 222
    5. Kopf an Kopf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 226
    Die Vorteile der Ereignislosigkeit 226 · Königtum auf die billige Tour 227 ·
    Winde des Wandels 236 · Auf dem Weg zum High-End 243 · Die Klassiker 251 ·
    Grenzreiche 260 · Erste Begegnung 267
    8 Wer regiert die Welt?
    6. Verfall und Untergang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 276
    Aufs Beste bestellt 276 · Die neue Weltordnung 276 · Der Alte-Welt-Austausch
    287 · Der Verlust des Himmelsmandats 293 · Die furchtbare Umwälzung 301 ·
    Kleinere Welten 311 · Geduld und Kleinmut 315
    7. Das Zeitalter des Ostens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 325
    Der Osten übernimmt die Führung 325 · Krieg und Reis 325 · Wus Welt 331 · Die
    Letzten ihrer Art 336 · Das Wort des Propheten 342 · Die Zentren halten nicht
    346 · Unter Druck 355 · Dunkle teuflische Fabriken 365
    8. Um die ganze Welt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 373
    Drei grosse Dinge 373 · Satanische Horden 374 · Kanonen, Krankheitskeime und
    Gusseisen 381 · Verschiedene Flüsse 387 · Zheng He in Tenochtitlán 397 · Grosse
    Männer und Stümper 399 · Wiedergeboren 404 · Vorteile der Isolation 412 ·
    1521 417
    9. Der Westen holt auf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 419
    Die steigende Flut 419 · Mäuse in der Scheune 419 · Die kaiserliche Krone 428 · Die
    Obergrenze 434 · Die Steppen werden geschlossen 439 · Die Meere werden geöffnet
    443 · Wie ein Uhrwerk 452 · Wettstreit am Teleskop 458 · Das eherne Gesetz 463
    10. Das westliche Zeitalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 473
    Wonach alle Welt verlangt 473 · Das Glück des Dampfes 475 · Die grosse Divergenz
    480 · Die Gradgrinds 485 · Eine Welt 489 · Nemesis 496 · Der Krieg des Ostens
    503 · Die Weltkriege 507 · Das Zeitalter des Überflusses 517 · Das Paradies
    des Volkes 523 · Ostwind, Westwind 530
    11. Warum der Westen regiert ... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 533
    Die Stationen der Geschichte 533 · Grosse Menschen, Stümper
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Paperback
Seitenzahl 656
Erscheinungsdatum 16.08.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-593-39710-8
Verlag Campus Verlag GmbH
Maße (L/B/H) 22.8/15.1/4 cm
Gewicht 1042 g
Originaltitel Why the West Rules ... For Now
Abbildungen mit 12 Illustrationen, 40 Karten und 29 Grafiken
Übersetzer Klaus Binder, Waltraud Götting, Andreas Simon dos Santos
Verkaufsrang 27864
Buch (Paperback)
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Wer regiert die Welt - und warum?
von einer Kundin/einem Kunden am 30.05.2018

Mit Ian Morris versucht nun also ein weiterer Historiker, der großen Frage auf den Grund zu gehen, wie es "der westlichen Welt" alter Prägung gelingen konnte, sich den Erdkreis untertan zu machen. Morris verlegt sich dabei auf den Jahrtausende umfassenden, exemplarischen Vergleich zwischen Europa und China, wobei er die machtpo... Mit Ian Morris versucht nun also ein weiterer Historiker, der großen Frage auf den Grund zu gehen, wie es "der westlichen Welt" alter Prägung gelingen konnte, sich den Erdkreis untertan zu machen. Morris verlegt sich dabei auf den Jahrtausende umfassenden, exemplarischen Vergleich zwischen Europa und China, wobei er die machtpolitische Relation der beiden Gegenpole zueinander an bestimmten Wegmarken der Geschichte anhand eines Index bewertet, in welchen die jeweiligen wirtschaftlichen, militärischen, sozialen und sonstigen Entwicklungsstände Chinas und Europas einfließen. Ein langer, verschachtelter Satz, der u.U. einen Vorgeschmack auf die Lektüre gibt, welche aber dennoch neugierig macht und fesselt. Komplexe Kost für Geschichtsbegeisterte.

Gibt es eine Weltformel der Geschichte?
von einer Kundin/einem Kunden am 13.06.2011
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Gibt es so etwas wie einen roten Faden durch die Geschichte, der uns in der Rückschau zeigt, wohin die Zukunft uns führt? Welche Mächte werden künftig an Bedeutung gewinnen? Welche verlieren? Ian Morris versucht die Grundmuster der Geschichte zu entschlüsseln. Er rollt die vergangenen Jahrtausende neu auf und lässt aus einer Vie... Gibt es so etwas wie einen roten Faden durch die Geschichte, der uns in der Rückschau zeigt, wohin die Zukunft uns führt? Welche Mächte werden künftig an Bedeutung gewinnen? Welche verlieren? Ian Morris versucht die Grundmuster der Geschichte zu entschlüsseln. Er rollt die vergangenen Jahrtausende neu auf und lässt aus einer Vielzahl historischer Fakten, archäologischer Funde, und naturwissenschaftlicher Erkenntnisse ein überwältigendes Bild der Menschheitsgeschichte entstehen. Ein absolut fesselndes und aufschlussreiches Buch auch wenn man über seine Antworten geteilter Meinung sein kann.

Wie sieht unsere Welt in den nächsten Jahrzehnten aus?
von Thomas Fritzenwallner aus Wiener Neustadt am 10.05.2011
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Seitdem sich das Zentrum der Weltwirtschaft aus dem atlantischen Raum nach Ostasien zu verlagern beginnt, ist die Antwort auf die Frage, aus welchen Gründen der Westen die Welt so lange dominiert hat, nicht mehr nur von akademischem Interesse. Sie betrifft auch aktuelle Sorgen und Ängste und eröffnet womöglich die Chance, die Sc... Seitdem sich das Zentrum der Weltwirtschaft aus dem atlantischen Raum nach Ostasien zu verlagern beginnt, ist die Antwort auf die Frage, aus welchen Gründen der Westen die Welt so lange dominiert hat, nicht mehr nur von akademischem Interesse. Sie betrifft auch aktuelle Sorgen und Ängste und eröffnet womöglich die Chance, die Schwerpunktverlagerung der Weltwirtschaft zu verlangsamen, wenn nicht gar abwehren zu können. Und tatsächlich schließt Ian Morris, ein gelernter Archäologe und praktizierender Historiker aus England, der seit langem an der Stanford University lehrt und forscht, das nicht aus. Insgesamt hält er es jedoch für eher unwahrscheinlich, dass es dem Westen gelingen wird, über die Mitte des 21. Jahrhunderts hinaus in der Konkurrenz mit dem Fernen Osten die Nase vorn zu haben und die Rhythmik des Weltgeschehens zu bestimmen. Morris hat sich also nicht auf die Darstellung und Analyse der Vergangenheit beschränkt, sondern glaubt, in der Auseinandersetzung mit der Geschichte die Formel gefunden zu haben, die auch einen Blick in die Zukunft erlaubt. Der Autor widerlegt rassistische Theorien, die davon ausgehen, die Menschen im Westen seien einfach klüger als andere. Biologistischen Argumentationen erteilt er eine klare Absage: "Alle heute lebenden Menschen stammen von Afrikanern ab, keine und keiner trägt genetische Spuren des Neandertalers oder des Peking-Menschen in sich." Anhand von Höhlenmalereien weist er nach, dass die Kreativität des Europäers für Jahrtausende unterbrochen war. Vom 6. Jahrhundert unserer Zeit bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts, habe der Osten einen höheren gesellschaftlichen Entwicklungsstandard gehabt. Dessen Niveau bemisst Morris nach vier Kriterien: Energieausbeute, Verstädterung, Informationstechniken und die Kapazität, Krieg zu führen. Je nach Verhältnis dieser Parameter zueinander könne eine Entwicklung aber auch rückläufig werden. Entsprechend zwiespältig ist seine Prognose für unser 21. Jahrhundert. "Kurzfristig betrachtet, legen die Muster, die sich in der Vergangenheit herauskristallisiert haben, nahe, dass der Wechsel von Macht und Wohlstand von Westen nach Osten unausweichlich ist." Morris' Buch ist eine große Erzählung gesellschaftlicher Entwicklung. Die Vergangenheit ist darin nicht fern, die Gegenwart nur ein Aussichtspunkt, das menschliche Dasein überraschend und immer gefährdet.