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Jenseits von Natur und Kultur

Seit der Zeit der Renaissance ist unser Weltbild von einer zentralen Unterscheidung bestimmt: der zwischen Natur und Kultur. Dort die von Naturgesetzen regierte, unpersönliche Welt der Tiere und Dinge, hier die Menschenwelt mit ihrer individuellen und kulturellen Vielfalt. Diese fundamentale Trennung beherrscht unser ganzes Denken und Handeln. In seinem faszinierenden Buch zeigt der grosse französische Anthropologe und Schüler von Claude Lévi-Strauss, Philippe Descola, dass diese Kosmologie alles andere als selbstverständlich ist.
Dabei stützt er sich auf reiches Material aus zum Teil eigenen anthropologischen Feldforschungen bei Naturvölkern und indigenen Kulturen in Afrika, Amazonien, Neuguinea oder Sibirien. Descola führt uns vor Augen, dass deren Weltbilder ganz andersartig aufgebaut sind als das unsere mit seinen »zwei Etagen« von Natur und Kultur. So betrachten manche Kulturen Dinge als beseelt oder glauben, dass verwandtschaftliche Beziehungen zwischen Tieren und Menschen bestehen. Descola plädiert für eine monistische Anthropologie und entwirft eine Typologie unterschiedlichster Weltbilder. Auf diesem Wege lassen sich neben dem westlichen dualistischen Naturalismus totemistische, animistische oder analogistische Kosmologien entdecken. Eine fesselnde Reise in fremde Welten, die uns unsere eigene mit anderen Augen sehen lässt.
Rezension
"Dieser Wälzer ist beileibe keine einfache Kost, aber eine überaus inspirierende Fundgrube, die einen systematischen Einblick ermöglicht, auf welche Weisen sich Menschen als Teil ihrer Mitwelt verstehen."
Oya
Portrait
Descola, Philippe
Philippe Descola ist Professor für Anthropologie, Schüler von Claude Lévi-Strauss und dessen Nachfolger am renommierten Collège de France. Er erhielt die Médaille d'argent des Centre nationale de la recherche scientifique (CNRS) und ist Ritter der Ehrenlegion.

Kauppert, Michael
Michael Kauppert ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für allgemeine und theoretische Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Moldenhauer, Eva
Eva Moldenhauer, 1934 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1964 als Übersetzerin tätig. Sie übersetzt Literatur und wissenschaftliche Schriften französischsprachiger Autoren ins Deutsche, u.a. von Claude Simon, Jorge Semprún, Marcel Mauss, Mircea Eliade, Gilles Deleuze und Lévi-Strauss. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: 1982 »Helmut-M.-Braem-Preis«, 1991 »Celan-Preis«.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 638
Erscheinungsdatum 17.06.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-29676-9
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 17.7/10.6/3.2 cm
Gewicht 379 g
Originaltitel Par-delà nature et culture
Auflage 2. Auflage
Übersetzer Eva Moldenhauer
Verkaufsrang 42856
Buch (Taschenbuch)
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Fr. 38.90
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Interventionen aus der Ethnologie
von einer Kundin/einem Kunden am 16.01.2012
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Philippe Descola ist Direktor des Laboratoire d'Anthropologie Sociale in Paris, in der Nachfolge von Claude Levis-Strauss. Bekannt geworden ist er mit seinen Feldforschungen bei den Jivaros Achuar in Ecuador. Neben dem Buch "Leben und Sterben in Amazonien. Bei den Jivaros-Indianern" hat der Suhrkamp Verlag quasi zeitgleich auch ... Philippe Descola ist Direktor des Laboratoire d'Anthropologie Sociale in Paris, in der Nachfolge von Claude Levis-Strauss. Bekannt geworden ist er mit seinen Feldforschungen bei den Jivaros Achuar in Ecuador. Neben dem Buch "Leben und Sterben in Amazonien. Bei den Jivaros-Indianern" hat der Suhrkamp Verlag quasi zeitgleich auch die umfassend angelegte Abhandlung "Jenseits von Natur und Kultur" publiziert. Wie schon angedeutet, Descolas Projekt ist weitreichend. Für das Buch hat er sich nichts weiter vorgenommen, als die abendländische Dichotomie (bzw. die Opposition oder die Kategorien) von Natur und Kultur derart zu destruieren, um zu ein Entwurf jenseits von Natur und Kultur zu gelangen. Das Buch möchte man nicht zur Seite legen. Es zeugt von großer Belesenheit und ethnologischem Reichtum. Es führt in abgelegene Gegenden der Welt, zu uns unbekannten Gebräuchen und wandert durch die Geschichte der Philosophie, der Kultur- und Sozialwissenschaften. Es erinnerte mich an die bleibenden Lektüren von Claude Levi-Strauss. Mit seiner Analyse und Destruktion der Kategorien Kultur und Natur steht Descola nicht nur in dem Diskurs, an dem Levi-Strauss teilnahm und Bruno Latour teilnimmt, sondern mahnt mit seinem Buch an die Notwendigkeit das Verhältnis von Natur und Kultur zu verändern: anders zu denken und anders zu beschreiben.