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Die geprügelte Generation

Kochlöffel, Rohrstock und die Folgen

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Taschenbuch
gebundene Ausgabe
Ein Grossteil der deutschen Nachkriegskinder ist ins Leben hineingeprügelt worden. Doch wie konnte es sein, dass Schläge mit Teppichklopfer, Kochlöffel und Rohrstock in der Schule und zu Hause völlig üblich waren? Und was wurde aus diesen Kindern, die in der Gewissheit aufwuchsen: Ich bin ein Nichts, ich gehöre bestraft? Ingrid Müller-Münch spürt diesen Fragen nach und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur gegenwärtigen Erziehungsdebatte.
Portrait
Müller-Münch, Ingrid
Ingrid Müller-Münch, Journalistin und Autorin. Sie war Korrespondentin der Nachrichtenagentur »Reuters« und der »Frankfurter Rundschau«, Redakteurin beim »Stern« und arbeitet heute hauptsächlich für den »Westdeutschen Rundfunk«. Sie lebt in Köln.
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  • Inhalt




    Was war der Anlass für dieses Buch und wovon handelt es?




    1. Kapitel

    KOMM DU MIR BLOSS NACH HAUSE

    Bauklötze aus Brikett

    Das Trotzköpfchen soll sich beruhigen

    Glück gehabt

    Hänschen klein und die weite Welt

    Entweder sie oder ich

    Detlevs Vater – überwiegend abwesend

    Detlevs Mutter – erst die Arbeit und danach kein Vergnügen

    Die Einsamkeit nach der Tracht Prügel

    Detlev schlägt zurück

    Es geht auch anders

    2. Kapitel

    SELBSTHERRLICHE ELTERN, VERSCHRECKTE KINDER

    Ordnung, Fleiss und keine Widerworte

    Haben sie es wirklich nicht besser gewusst?

    Gewaltlose Erziehung war die Ausnahme

    Monika hat zwei Mütter – eine gute und eine böse

    Du wirst doch sowieso heiraten

    Alle hielten Monika für bekloppt

    Kaltes Wasser auf toupierte Haare

    Ein stillschweigendes Übereinkommen

    Nirgendwo richtig sein, immer nicht passen

    Monikas Mutter wird zur witzigen, liebevollen Oma

    3. Kapitel

    MIT ZUCKERBROT UND PEITSCHE

    Einblick in die Schwarze Pädagogik

    Der Liebling aller Regisseure

    Ein Reformator mit gnadenlosen Parolen

    Hört ihr die Kinder weinen?

    Emile verkündete keine Wattepädagogik

    Der Tod eines Kindes und ein aufsehenerregender Prozess

    Warum tat er das vor dem Chef?

    Eine gewalttätige herrische Jugend muss her

    Johanna Haarers Kampfansage an das Neugeborene

    Erziehung nach Auschwitz

    4. Kapitel

    AUS DER NOT GEBOREN

    Die Spuren der Nazis und des Krieges

    Das Wunder von Bern

    Die Altvorderen mit dem braunen Schandfleck

    Die Kinder der Täter

    Der Kinderschutzbund – eine erste öffentliche Reaktion

    5. Kapitel

    FLASHBACKS UND IHRE VORGESCHICHTE

    Das Geräusch eines schnalzenden Ledergürtels

    Die fürsorgliche Mutter schmiert Schulbrote

    Es gab weder Frischluft noch Freiheit

    6. Kapitel

    LITERATUR ALS VENTIL

    Aufschreiben, Rausschreien, Kundtun

    Das verborgene Wort

    Thom, die Fantasiegestalt –

    Tilman, der aus dem wirklichen Leben

    Stippvisite in einer Idylle

    Die Mutter geht – und lässt fünf Kinder zurück

    Vorsorglich verabreichte Schläge

    Die böse Stiefmutter entsprach ganz dem Klischee

    Fluchgebete auf den despotischen Vater

    Ein Kirchenaustritt als gezielte Provokation

    Ausgerechnet der »missratene« Sohn ist erfolgreich

    An einer Aufarbeitung war Tilman Röhrig nie interessiert

    Thoms Bericht und die Folgen

    7. Kapitel

    WAR UM, WIESO, WESHALB?

    Schläge aus Liebe und Fürsorglichkeit

    Stubenarrest und Sprachlosigkeit

    Der eiserne Vorhang lüftet sich

    Beschämen und Verhöhnen

    Theresia fühlt sich immer an allem schuld

    Ihr stand niemand zur Seite

    Noch heute dominiert die Mutter

    8. Kapitel

    PERSIANER, NIERENTISCH UND KALTE ENTE

    Ein Tischgespräch über Petticoat und Rock’n Roll

    Trümmerkinder und Wohnungsnot

    Halbstarke

    Der Fernseher als Nachbarschaftstreff

    Russische Eier und Toast Hawai

    Schundhefte und Teppichfransen

    Ein »Kaninchenstall« als Statussymbol

    Separate Klos für Flüchtlingskinder

    Krokodillederne Handtaschen und Persianermäntel

    Wenn Väterchen vom Krieg erzählt

    Das tut man nicht! Das gehört sich nicht!

    Backpfeifen versus Stubenarrest

    Es gibt auch eine andere Betrachtungsweise

    Kinder hatten sich nicht zu mucksen

    9. Kapitel

    GEPULLERT WIRD IM KOLLEKTIV

    Wenig Revolutionäres aus dem sozialistischen Nachbarland

    Erziehung auf revolutionärem Einheitskurs

    Nur ja nicht aus dem Rahmen fallen!

    Andersartigkeit wurde abgelehnt

    10. Kapitel

    VOM LEHRER GIBT ES TATZEN

    Lineale, langgezogene Ohren und ausgestreckte Kinderhände

    Der Lehrer droht mit dem Stock in der Hand

    Eltern kümmerte es nicht, wenn Lehrer Tatzen verteilten

    Prügelnde Lehrer gibt es auf der ganzen Welt

    11. Kapitel

    HEIMKINDER WAREN »EIN NICHTS UND EIN NIEMAND«

    Eine überraschende Entschuldigung

    260 Euro monatlich für ein zerstörtes Leben

    Die Mauer des Schweigens hält dicht

    Rau und demütigend ging es zu

    Die Diagnose der Nazi-Ärzte blieb an ihm hängen

    12. Kapitel

    ILKA BLEIBT DIE LUFT WEG

    Hier ist Krach

    Ilkas Traum von Armut und Harmonie

    Das ständige Gefühl, überflüssig zu sein

    Sie weigerte sich, die gleiche Luft wie ihr Vater zu atmen

    Ilkas ausgetüfteltes Überlebenstraining

    Kein Mensch nahm sie ernst, niemand reagierte aufihre Klagen

    Sie fühlte sich geliebt – trotz alledem

    So einfach geht das nicht mit dem Verabschieden

    Noch immer triezt ihr Vater sie

    13. Kapitel

    TISCHRUNDE IM BREGENZER WALD/ENDRUNDE NACH MITTERNACHT




    14. Kapitel

    EINE GENERATION BEGEHRT AUF GEGEN MUFF UND MIEF

    Nun reicht es

    Die glorifi zierte Freiheit von Summerhill

    Der unbeholfene Umgang mit der neuen Freiheit

    War das Disziplinierung zur Disziplinlosigkeit?

    Alter Wein in neuen Schläuchen?

    15. Kapitel

    WO BLEIBT DAS GESCHLAGENE KIND MIT SEINER WUT?

    Hätte ich den Klumpen doch nie geboren

    Hinter manchem Terroristen steckt ein um Aufmerksamkeit flehendes Kind

    Nicht jeder der geprügelt wurde, schlägt zurück Doch wer zurückschlägt, wurde meist als Kind geprügelt

    Schläge machen dumm

    Die Wut frisst an einem selbst

    Die dunklen Seiten des Lebens

    16. Kapitel

    WIRD HEUTE NOCH GESCHLAGEN?

    Eine Schmerz verursachende Güte

    Super-Nanny und Eltern-Magazine

    Der Vater eines Spitzenkochs teilte satt aus

    Der Trend geht weg vom Knüppel hin zum Gespräch

    Du musst ein Mann sein – Relikte aus alter Zeit

    Noch ist es nicht vorbei

    17. Kapitel

    DIE JUSTIZ SCHLUG KRÄFTIG MIT




    Nachtrag: Simon spricht mit mir

    Ich danke

    Anmerkungen

    Literatur zum Thema

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 17.09.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-30283-8
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 18.8/12/2.7 cm
Gewicht 269 g
Buch (Taschenbuch)
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Ein bemerkenswertes Buch, das ich absolut weiterempfehlen kann!
von warmerSommerregen aus Essen am 08.08.2015
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Die Verwendung von Kochlöffel und Rohrstock zum Zweck der Züchtigung war in den 1950ern und 1960ern weit verbreitet. Beinahe jedes Kind der Nachkriegsgeneration wusste entweder aufgrund eigener Erfahrungen, oder weil es davon in seinem Umfeld etwas mitbekommen hatte, um diese furchtbaren Praktiken. Diese Art der Erziehung zog si... Die Verwendung von Kochlöffel und Rohrstock zum Zweck der Züchtigung war in den 1950ern und 1960ern weit verbreitet. Beinahe jedes Kind der Nachkriegsgeneration wusste entweder aufgrund eigener Erfahrungen, oder weil es davon in seinem Umfeld etwas mitbekommen hatte, um diese furchtbaren Praktiken. Diese Art der Erziehung zog sich durch alle Schichten und auch wenn viele Kinder dieses Schicksal teilten, wurde es gemeinhin totgeschwiegen. Erst mit der Publikmachung der Misshandlungen durch Geistliche oder an Privatschulen und in Heimen ist dieses Thema ins Auge der Öffentlichkeit gerückt. Doch noch immer ist es kaum begreifbar, weswegen Eltern ihren Kindern mit Teppichklopfer und Kochlöffel begegneten. Liegt der Grund in den im Krieg erlittenen Traumata der Eltern oder an einfacher Überforderung, fragt man sich. Auch weswegen niemand eingriff, wenn die Kinder wieder “gezähmt werden mussten” und ihre Schreie in der Nachbarschaft nicht zu überhören gewesen sein mussten, lässt sich nicht einfach beantworten. Was wurde aus den geprügelten Kindern und wie denken sie über ihre Eltern und die von diesen praktizierte Schwarze Pädagogik? Und welchen geschichtlichen Verlauf nimmt die Erziehung; in wie weit prägten zum Beispiel Erziehungsratgeber oder die hochangesehenen Eigenschaften wie Ordnung und Fleiß aus NS-Zeiten? Aber auch die Frage, wie es heute mit der Misshandlung der Kinder aussieht, stellt sich, denn dieses Kapitel ist leider noch nicht gänzlich abgeschlossen.. Auf diese und viele weitere Fragen geht die Autorin Ingrid Müller-Münch in ihrem Buch “Die geprügelte Generation- Kochlöffel, Rohrstock und die Folgen” ein. Zusammen mit anderen, die diese Erziehung erlitten haben, Traumatherapeuten, Psychologen, Bindungsforschern, Psychotherapeuten und Erziehungwissenschaftlern zeigt sie Antworten auf und zeichnet auf 284 Seiten ein unglaublich dichtes und berührendes Bild einer ganzen geprügelten Generation. Jedes mal, wenn Interviewte über die erlittenen Strafen berichten und beschreiben, was sie dabei fühlten und versuchen eine Erklärung für das Verhalten ihrer Eltern zu finden, war das für mich schockierend. Mit welcher Selbstverständlichkeit diese doch eigentlich Liebe und Vertrauen schenken sollenden Menschen zur Züchtigung körperliche oder auch seelische Gewalt anwanden, ist haarsträubend. Ich finde es bewundernswert, wie sachlich und fair die Autorin bei einer so aufwühlenden Thematik bleibt und wie es ihr gelingt, so viel Inhalt auf so wenig Seiten zu bringen, ohne dass das Buch erdrückend wirken würde. Auch sehr beeindruckend ist, dass das vermittelte Wissen durch so viele Statistiken, Gespräche mit Fachleuten, Bücher, Studien und so weiter untermauert wird. Die Autorin malt nicht nur schwarz, sondern gibt beiden Seiten eine Stimme, auch wenn sie selbstverständlich stets gegen die Misshandlung von Kindern ist. Es werden die verschiedensten Seiten beleuchtet und sehr verständlich und nachvollziehbar ausgeführt. Ob die Spuren der Nazis und des Krieges oder der den Eltern zuspieldenen Justiz- ein facettenreiches und kompaktes Bild wird gezeichnet. Ich konnte dieses Buch beim Lesen kaum aus der Hand legen, da es so spannend war- und wenn ich es doch tat, dann nur um Zeit zu haben, über das Gelesene nachzudenken und es zu verarbeiten. Aber auch nach dem Lesen beschäftigte mich das Buch noch lange- und das tut es noch immer- denn ich habe durch das Lesen dieses Buches sehr viel dazulernen und aufgezeigte Zusammenhänge verstehen können. Ich kann wirklich jedem empfehlen, dieses Buch zu lesen, da es sehr verständlich ausgesprochen viel Wissen vermittelt. Außerdem denke ich, dass sich mit der im Buch behandelten Thematik wirklich jeder auseinandersetzen sollte! Nicht nur selber Betroffene, sondern auch junge Menschen, um zu verstehen, was die älteren Generationen -Eltern und Großeltern- prägte und um zu verinnerlichen wie wichtig eine gewaltfreie und liebevolle Erziehung ist. Ein sehr ergreifendes, schockierendes aber auch aufklärendes Buch, dessen Thematik mehr in der Öffentlichkeit behandelt werden sollte!

Endlich!
von einer Kundin/einem Kunden aus Nidau am 12.09.2012
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

endlich hat jemand das Thema aufgegriffen. Die geprügelte Generation kommt nun ins Rentenalter und es ist an der Zeit, dass diese Misshandlungen auch als das wahr genommen werden. Diese Art der Kindererziehung war Misshandlung und körperliche und seelische Folter die ein Leben lang Spuren hinterlassen hat.