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Der Mensch erscheint im Holozän

Eine Erzählung

Max Frisch

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Beschreibung

Mit der phantastischen Wachheit des Einsamen registriert Herr Geiser die kleinen Anzeichen einer denkbaren Katastrophe. Das Tal ist durch Unwetter von der Umwelt abgeschnitten. Gefasst darauf, dass eines Tages der ganze Berg ins Rutschen kommt und das Dorf verschüttet für alle Zeit, liest Herr Geiser im Lexikon, in der Bibel, in Geschichtsbüchern und schreib ab, was nicht vergessen werden soll.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 160 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 10.12.2012
Sprache Deutsch
EAN 9783518738856
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Dateigröße 12375 KB
Verkaufsrang 14697

Portrait

Max Frisch

Max Frisch wurde 1911 in Zürich geboren und starb 1991 ebenda. Er studierte Germanistik an der Universität Zürich (1930-1934) und Architektur an der ETH Zürich (1936-1940). Ab 1931 arbeitete er als Journalist, später als freier Schriftsteller. Seine zahlreichen Auslandsreisen führten ihn u.a. 1951/1952 für einen längeren Aufenthalt in die USA. Max Frisch hat ein großes literarisches Werk geschaffen, das mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, unter anderem 1958 mit dem Georg-Büchner-Preis und 1976 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Artikelbild Der Mensch erscheint im Holozän von Max Frisch

Kundenbewertungen

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Der Mensch erscheint im Holozän...und verschwindet wann?
von Odilie Pressberger aus Regensburg (Donau EKZ) am 22.03.2014
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Diese Erzählung von Max Frisch erschien 1979. Ein Mann, Herr Geiser, lebt alleine in einem Bergdorf. Ununterbrochen regnet es. Vielleicht kommt es zu einer Naturkatastrophe, einem Bergsturz? Aber Herr Geiser befürchtet wohl noch mehr, daß er allmählich in eine große Vergesslichkeit (Alzheimer?) abdriften könnte. Dagegen geht er ... Diese Erzählung von Max Frisch erschien 1979. Ein Mann, Herr Geiser, lebt alleine in einem Bergdorf. Ununterbrochen regnet es. Vielleicht kommt es zu einer Naturkatastrophe, einem Bergsturz? Aber Herr Geiser befürchtet wohl noch mehr, daß er allmählich in eine große Vergesslichkeit (Alzheimer?) abdriften könnte. Dagegen geht er mit vielen Notizzetteln und Ausschnitten aus einem Lexikon an. Bald kleben die an allen Wänden in seinem Haus. Immer klaustrophobischer wird die Atmosphäre im Dorf und Haus! Zum Schluß frage ich mich, wenn der Mensch mal erschienen ist, wann wird er wohl wieder verschwinden?

Ein wunderbares Buch
von stefj am 14.12.2012
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

ein großer Vorteil wenn man ein Geschenk sucht: dieses Buch haben mit Sicherheit nur wenige schon gelesen

"Die Gesteine brauchen sein Gedächtnis nicht."
von Zitronenblau am 15.10.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Geiser ist der tragische Protagonist in Frischs später Erzählung "Der Mensch erscheint im Holozän". In dem Buch wird dessen Isolation in einem Bergtal erzählt, einhergehend mit einem präsenten Gewitter und Geisers parallel stärker werdenden Demenz bis zum Schlaganfall (wobei hier natürlich auch der parabolische Bezug herauskrist... Geiser ist der tragische Protagonist in Frischs später Erzählung "Der Mensch erscheint im Holozän". In dem Buch wird dessen Isolation in einem Bergtal erzählt, einhergehend mit einem präsenten Gewitter und Geisers parallel stärker werdenden Demenz bis zum Schlaganfall (wobei hier natürlich auch der parabolische Bezug herauskristallisiert). Die Genialität dieses Werks steckt in Frischs perfektem Einklang der literarisch-ästhetischen Trias: Inhalt, Form und Stil. Die Erzählung wird aus der personalen Perspektive Geisers beschrieben. Die Syntax ist stark reduziert. Sie kulminiert in bloßen Wiederholungen der Feststellungen - der Vergewisserung des Daseins als geschichtlicher Mensch, der erinnert, um zu wissen. Die kriechende Demenz ist Ursache dieser sprachlichen Reduktion. Geiser versucht sich festzuhalten. Das Festhalten scheint ihm nur noch durch das Niederschreiben und Entäußern des Wissens von lexikalischen Einträgen auf Materiales, ins räumliche Draußen zu gelingen. Die Erinnerung von der Bergtour mit seinem Bruder Klaus auf den Matterhorn umschreibt parabolisch die einstige Stärke im Sich-Festhalten-Können an der Welt, im Erklimmen der Höhe, der Flucht aus jenem Tal der Krankheit, die in der Vergangenheit selbstverständlich war (Frisch wechselt hierbei auch in den entsprechenden, sonst im Präsenz gehaltenen Tempus). Im auch gelingenden Versuch der erneuten Wanderung, des abermaligen Ausbruchs, bleibt nur die Frage: wozu eigentlich? Der Sinn verloren, vergessen. Eine bittere Erfahrung ohne jede Erkenntnis. Frisch spielt mit der Symbolik. Geiser sieht den Salamander in seinem Bad. Ist er nur noch ein kleiner Lurch. Wieder werden lexikalische Collagen ausgeschnitten von Sauriern, den großen und majästätischen Riesen. Nur noch Lurche in der fortgeschrittenen Zeit. Frisch gelingt auch eine kleine Philosophie der Sprache. Wissen ist versprachlicht, den Dingen sind Namen angeheftet. Doch was ändert sich, wenn der Mensch von Geiser - wie im Lexikoneintrag - nicht etwa im Pleistozän, sondern im Holozän erscheint? Der Ausdruck der Verwechselung hat die Ordnung eines Menschenbildes (sei es um der Pathologie willen) zerstört. Ist diese Ornung aber eben doch nur eine menschliche. In der Collage des Schlaganfalls wird Geisers Tragödie realisiert - ein letztes Gewusstes bleibt: "Was heißt Holozän! Die Natur braucht keine Namen. Das weiß Herr Geiser. Die Gesteine brauchen sein Gedächtnis nicht." Das Buch ist sehr einfach zu lesen. Und doch steckt in ihm eine Brillanz, die erst nach einer Analyse der eingesetzten Technik und Stilistik sich offenbart. Für eine Interpretation reicht leider meine Kenntnis über das Gesamtwerk und das Leben des Schrifstellers nicht, der vermutete autobiographische Züge als "Schwachsinn" abgetan hat. Die Stellung des Menschen in einen Titel mit dem Wort "Holozän" ist klar eine philosophische Fragestellung. Die Stellung des Menschen im Kosmos, in der Zeit, in der Geschichte wird thematisiert, wie die Collage von der Eschatologie uns glauben machen will. Auch die metaphysische Frage, was denn von den Dingen bliebe, ohne uns. Darauf antwortet Geiser: "Was heißt Holozon!" Das Ausrufezeichen rhetorisiert die Frage, die ihre Antwort ist...

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