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Coaching mithilfe des Enneagramm - Ein Werkzeug zur Prozess- und Selbstreflexion

Ein Werkzeug zur Prozess- und Selbstreflexion

Das Enneagramm-Symbol (griechisch: ennea = neun; gramma = Buchstabe, Bild, Figur) gilt als Sinnbild zur Selbstbeobachtung. Im Gegensatz zu anderen, eher starren psychologischen Persönlichkeitsmodellen zeichnet sich das Enneagramm durch eine dynamische Komponente aus, die multiperspektivisch neun individuelle Entwicklungsmöglichkeiten, aber auch spezifische Gefährdungen auf dem Weg der Auseinandersetzung mit sich selbst aufzeigt. Das Enneagramm kann neben seinem Einsatz als Persönlichkeitstypologie auch als systemisch-zirkuläres Modell zur Verortung von Prozessabläufen eingesetzt werden.
Die Arbeit geht der zentralen Fragestellung nach, ob sich das Enneagramm für Coaches als Werkzeug zur Selbstreflexion und zur Analyse ihrer Coachings eignet. Zudem wird danach geforscht, ob diese Methode in der Aus- und Weiterbildung zur persönlichen und fachlichen Identitätsbildung von Coaches angewandt werden kann. Mittels einer umfangreichen Literaturforschung werden der geschichtliche und philosophische Hintergrund dieses Systems dargelegt und die theoretischen Grundlagen sowie die verschiedenen Exponentinnen und Exponenten der Enneagramm-Szene mit ihren Sichtweisen vorgestellt.

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  • Textprobe:
    Kapitel 4, Das Enneagramm der Persönlichkeit:
    Wie erwähnt, besteht zwischen der Philosophie des Enneagramms von Gurdjieff und dem heute gebräuchlichen Enneagramm der Persönlichkeit trotz enormer Unterschiede eine Verwandtschaft. Seit Gurdjieffs Tod im Jahre 1949 hat sich die Traditionslinie zum einen in Gruppen des Vierten Weges , zum anderen durch die direkte Weitergabe der Schüler von Gurdjieff insbesondere mit dessen äusserst komplexen Tänzen und Bewegungsübungen, den Movements erhalten. Im deutschsprachigen Raum sind Bruno MARTIN ( 1946) und Klausbernd VOLLMAR ( 1946) die beiden wichtigsten Autoren, die Gurdjieffs Philosophie in ihren Werken weiter verbreiten (MARTIN, 1997/2000/2008a/2008b, und VOLLMAR, 1994/1995).
    4.1, Oscar Ichazo:
    Das Enneagramm der Persönlichkeit wird dem Bolivianer Oscar Ichazo ( 1931) zugeschrieben, der am Institute for Applied Psychology in La Paz, Bolivien eine Synthese aus östlichen Meditationsmethoden und moderner westlicher Psychologie lehrte. Er deutete die Figur in Richtung einer weisheitlichen Charaktertypologie und brachte neun Persönlichkeitsmuster mit der Dynamik des Enneagramm-Symbols in Verbindung. Jeder Mensch leide an einer Ego-Fixierung, an einem Mangel an essentieller Qualität. Dieser Mangel, diese Ego-Fixierung zeige sich in den neun Formen Trägheit, Zorn, Stolz, Lüge, Neid, Geiz, Angst, Völlerei und Wollust (BARTELS, 2005, S. 31 ff).
    BARTELS legt nahe, dass das moderne Enneagramm der Persönlichkeit möglicherweise auf den Arbeiten des nach Südamerika ausgewanderten Gurdjieff-Schülers Rodney Collin (1909-1956) basiert. Dieser veröffentlichte 1952 in spanischer Sprache eine mit dem Enneagramm verknüpfte Charaktertypologie. Diese dürfte Ichazo, der sein System nach eigenen Angaben erstmals 1956 darlegte und als Protoanalyse 14 bezeichnete, höchstwahrscheinlich zugänglich und bekannt gewesen sein. Bei Ichazo ist der christliche Katalog der Todsünden Ausgangspunkt des Enneagon , wie er das Symbol anfänglich nannte, wobei dieser Katalog um zwei weitere Sünden oder Leidenschaften, nämlich Angst und Lügen, ergänzt wurde (BARTELS, 2005, S. 35-37).
    Als junger Mann wurde Ichazo nach eigenen Angaben in Buenos Aires von einer Gruppe älterer Esoteriker aufgenommen und in unterschiedlichen Traditionen ausgebildet. Er verweigerte standhaft die Angabe seiner Quellen und sprach wie Gurdjieff von Reisen in sufistische Klöster im asiatischen und orientalischen Raum, wo er dieses geheime Wissen kennengelernt haben will. Jedenfalls gilt als gesichert, dass Ichazo im bolivianischen La Paz seine Lehrtätigkeit aufnahm, im chilenischen Arica und später in Nordamerika weiterführte und begann, ein ausserordentlich komplexes System der Persönlichkeitsentwicklung in ausschliesslich mündlicher Tradition weiterzugeben (LENDT & SCHW ARZLMÜLLER, 2004, S. 89 ff).
    Erstmals schriftlich niedergelegt wurden die Erfahrungen aus dem Arica-Training15 1970 vom amerikanischen Psychotherapeuten und Gehirnforscher John C. LILLY (1915-2001) in seiner Autobiografie Im Zentrum des Zyklons (LILLY, 1982, S. 126 ff).
    4.2, Claudio Naranjo:
    Claudio NARANJO ( 1932), der chilenisch-amerikanische Psychiater und Gestalttherapeut, Schüler von Fritz Perls und Stipendiat bei Gordon W. Allport, lernte das Enneagramm 1970 im Rahmen einer sechsmonatigen spirituellen Klausur mit ca. 40 US-Amerikanern der Esalen-Bewegung16, einem Zentrum des amerikanischen Human Potential Movements , im Arica-Institut in Chile kennen. In der Folge systematisierte er das Konzept und stellte als erster eine Verbindung zwischen den Enneagramm-Typen und psychologischen Termini wie dem Diagnostischen Statistischen Manual Psychischer Störungen (DSM-III und DSM-IV) her (NARANJO, 1994 und 1998). Sein Beitrag zum Enneagramm war es, Einsichten und Methoden eines mystischen Transformationsweges, aus verborgenen Quellen im Mittleren Osten, mit der intellektuellen Kraft eines westlichen psychologischen Modells zu verb
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 100
Erscheinungsdatum 20.11.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8428-8016-0
Verlag Diplomica Verlag GmbH
Maße (L/B/H) 22.1/15.4/1.5 cm
Gewicht 182 g
Abbildungen mit 33 Abbildungen
Buch (Taschenbuch)
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