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Erste Hilfe

Roman

Mariana Leky

(8)
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Beschreibung

Von der Autorin des Bestsellers >Was man von hier aus sehen kann<

Die Erzählerin arbeitet aushilfsweise in einem Kleintierladen. Sie wohnt bei Sylvester, einem Frauenschwarm, der viel damit zu tun hat, sich vor seinen Verehrerinnen verleugnen zu lassen. Bei den beiden klopft eines Abends Matilda an, um zusammen mit dem grössten Hund der Welt Unterschlupf zu suchen.
Matilda hat ein Problem: Sie glaubt, den Verstand zu verlieren. Das durch Not und Zuneigung zusammengeschweisste Trio macht sich auf, ein unsichtbares Ungeheuer zu besiegen. Mariana Leky gelingt es, diesen Kampf gegen schwindelerregende Windmühlenflügel klingen zu lassen wie eine Filmkomödie: ein ebenso vergnüglicher wie bewegender Roman über Panik und andere Plagen. Die Angst überwindet nur, wer sie herausfordert.
Mariana Lekys erster Roman erzählt von Freundschaft und Angst: ein Erste-Hilfe-Kasten für die Tücken des ganz alltäglichen Lebens. Ihre zaghaften Helden halten zusammen, weil sie sich anders gar nicht zu helfen wissen - und verweisen damit bereits auf das liebenswert skurrile Personal aus >Was man von hier aus sehen kann<.

Ein Gespräch mit Mariana Leky über ihren ersten Roman >Erste Hilfe<:

"Wie hilft man einer Freundin, die Angst davor hat, die Strasse zu überqueren?
In Ihrem Roman >Erste Hilfe< nehmen drei Freunde den Kampf mit einem unheimlichen Gegner auf."

ML: "In Freundschaften teilt man alles Schöne, und auch das, was unheimlich ist. Das unheimliche ist in diesem Fall eine Angst, die derartig an einem rüttelt, dass man glaubt, den Verstand zu verlieren. Mich hat interessiert, was geschieht, wenn eine so sperrige Angst in einer Freundschaft herumsteht - was man sich einfallen lässt, um das Leben wieder leichter zu machen."

"Es ist bemerkenswert, wie fürsorglich die drei Freunde miteinander umgehen und manchmal sehr lustig, auf welche Ideen sie kommen, bei dem Versuch die Angst zu bezwingen. Ist dieser Umgang mit psychischen Störungen in unserer Gesellschaft üblich?"

ML: "Nein, es ist ja auch nicht leicht, unverkrampft mit einer Verkrampfung umzugehen. Ausserdem werden solche 'komischen' Ängste und Phobien ja oft als peinlich bewertet. Oder als kindisch. Deswegen passieren sie, solange es geht, im Stillen. Ich glaube, keiner, der Angst vor Supermärkten hat, wird sich Ihnen - wenn er überhaupt noch einkaufen geht - zwischen Kühlregal und Wursttheke mit den Worten 'Ich fürchte mich' in die Arme werfen. Solche Ängste laufen grösstenteils unsichtbar ab."

"Matilda hat Angst davor, über die Strasse zu gehen. Warum haben Sie gerade diese Angst gewählt, gibt es einen besonderen Grund?"

ML: "Ich habe mir diese Angst ausgesucht, weil man mit ihr sofort aufgeschmissen ist. Eine Mäusephobie oder eine Flugangst macht das Leben nur in bestimmten Situationen kleiner. Eine Angst vor Strassen lässt den Lebensradius sofort zusammenschrumpeln. Man kann dieser Angst kaum ausweichen. Ausserdem hat mir diese Angst gleich eingeleuchtet (allerdings leuchten mir fast alle Ängste gleich ein). Strassen können zu Ungeheuern werden. Jeder, der - wie ich gestern - gefühlte fünf Minuten lang auf einer vierspurigen Strasse stand, mit drei Einkaufstüten in den Armen, umrauscht von Autos, wird bestätigen können: schön ist was anderes."

"Man hat beim Lesen das Gefühl, dass diese Geschichte nur in einer Stadt spielen kann."

ML: "Stimmt, Matildas Angst benötigt ein städtisches, grösseres Publikum. Aber vor allem brauchte ich für die Liebesgeschichte einen grosszügigen Stadtplan."

"Apropos Liebe! Schon in Ihren Erzählungen >Liebesperlen< schienen Ihre Figuren nicht besonders viel Glück mit der Liebe zu haben."

ML: "Ich habe eher den Eindruck, dass die Figuren - bei aller Untröstlichkeit - trotzdem Glück in der Liebe haben; sie rütteln nur an den falschen Türen. Es stehen immer welche mit offenen Armen um sie herum."

Mariana Leky studierte nach einer Buchhandelslehre Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Bei DuMont erschienen der Erzählband >Liebesperlen< (2001), die Romane >Erste Hilfe< (2004), >Die Herrenausstatterin< (2010) sowie >Bis der Arzt kommt. Geschichten aus der Sprechstunde< (2013). 2017 erschien ihr Roman >Was man von hier aus sehen kann<, der wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste stand. Die Autorin lebt in Berlin und Köln.

Mit ihren ersten Erzählungen gewann sie den Allegra Preis 2000. Für den 2001 bei DuMont erschienenen Erzählband >Liebesperlen< wurde sie mit dem Niedersächsischen Literaturförderpreis und dem Stipendium des Landes Bayern ausgezeichnet. 2005 wurde sie für ihren Roman >Erste Hilfe< mit dem Förderpreis für junge Künstler in der Sparte Dichtung/Schriftstellerei des Landes NRW ausgezeichnet. >Was man von hier aus sehen kann< ist das >Lieblingsbuch der Unabhängigen< 2017 - gewählt von Buchhändlerinnen und Buchhändlern aus ganz Deutschland.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 192 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 14.11.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783832188030
Verlag DuMont Buchverlag
Dateigröße 1366 KB
Verkaufsrang 1682

Kundenbewertungen

Durchschnitt
8 Bewertungen
Übersicht
6
1
1
0
0

von einer Kundin/einem Kunden am 03.08.2020
Bewertet: anderes Format

Stadtneurotiker vom feinsten, dabei aber unheimlich sympathisch. Die Macken des anderen werden genauso angenommen, wie die eigenen. Wie sie Ihre Charaktere zeichnet ist besonders und für mich liebenswert.

Ungewöhnlicher Stil, aber wunderschön
von einer Kundin/einem Kunden aus Bayreuth am 23.04.2020

Fast poetischer Stil, auf den man sich einlassen muss. Es wird nicht viel erklärt, die Hintergründe der Personen bleiben im unklaren. Der Leser darf sie nur auf einem Wegabschnitt begleiten. Mutet daher manchmal wie eine Kurzgeschichte an. Alltagssituationen werden teilweise auf verquere Weise beschrieben und öffnen eine neue Si... Fast poetischer Stil, auf den man sich einlassen muss. Es wird nicht viel erklärt, die Hintergründe der Personen bleiben im unklaren. Der Leser darf sie nur auf einem Wegabschnitt begleiten. Mutet daher manchmal wie eine Kurzgeschichte an. Alltagssituationen werden teilweise auf verquere Weise beschrieben und öffnen eine neue Sichtweise.

Mariana Leky braucht nicht viele Worte...
von einer Kundin/einem Kunden am 06.01.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Matildas Leben ist nicht gerade einfach: sie glaubt, verrückt zu werden, den Verstand zu verlieren. Also braucht sie Hilfe, aber nicht von irgendwem, sondern von der Ich-Erzählerin dieses schmalen Romans, die in einer Kleintierhandlung arbeitet. Daher kennt auch Matilda sie. Aber da ist auch noch Sylvester, der, dem die Wohnung ... Matildas Leben ist nicht gerade einfach: sie glaubt, verrückt zu werden, den Verstand zu verlieren. Also braucht sie Hilfe, aber nicht von irgendwem, sondern von der Ich-Erzählerin dieses schmalen Romans, die in einer Kleintierhandlung arbeitet. Daher kennt auch Matilda sie. Aber da ist auch noch Sylvester, der, dem die Wohnung gehört, in der die Erzählerin lebt und in die Matilda nun einzieht, vorläufig jedenfalls. Sylvester ist auch nicht ohne, er ist ein wahrer Frauenliebling und immer damit beschäftigt, sich verleugnen zu lassen. Weil er verliebt ist und zwar in die Erzählerin. Alles ist ein bisschen kompliziert, aber die erste Hilfe naht ja...und am Ende ist es eine turbulente, völlig verrückte Geschichte, die auf typische Leky-Weise mit viel feinem Humor erzählt wird.


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  • Bücher bei DuMont : Liebesperlen
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