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Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Roman

Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im Namen tragen. Nur Tsukuru fällt aus dem Rahmen und empfindet sich – auch im übertragenen Sinne – als farblos. Als er nach der gemeinsamen Schulzeit nach Tokyo geht, tut dies der Freundschaft keinen Abbruch. Zumindest nicht bis zu jenem Sommertag, an dem Tsukuru voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt – und herausfindet, dass seine Freunde ihn plötzlich und unerklärlicherweise schneiden. Er erhält einen Anruf: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen fernhalten, er wisse schon, warum. Verzweifelt kehrt Tsukuru nach Tokio zurück, wo er ein halbes Jahr am Rande des Selbstmords verbringt. Viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-Jährige seiner neuen Freundin Sara und stellt sich, von ihr ermutigt, den Dämonen seiner Vergangenheit.

Portrait
Murakami, Haruki
Haruki Murakami, geboren 1949 in Kyoto, ist der international gefeierte und mit den höchsten japanischen Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Roman "Gefährliche Geliebte" entzweite das Literarische Quartett, mit "Mister Aufziehvogel" schrieb er das Kultbuch seiner Generation. Ferner hat er die Werke von Raymond Chandler, John Irving, Truman Capote und Raymond Carver ins Japanische übersetzt.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 13.07.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-74900-3
Verlag btb
Maße (L/B/H) 19.2/12.3/2.5 cm
Gewicht 293 g
Originaltitel Shikisai wo motanai Tazaki Tsukuru to, kare no junrei no toshi
Übersetzer Ursula Gräfe
Verkaufsrang 56061
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
77 Bewertungen
Übersicht
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Die Reise zu sich selbst
von einer Kundin/einem Kunden am 01.06.2019

Tsukuru Tazaki hat vor zwanzig Jahren seine Freunde verloren und dieser Verlust schmerzt Ihn immer noch, wie eine schlecht verheilte Wunde. Besonders da er nie erfuhr, warum sich seine damaligen Freunde von ihm zurück zogen. Seitdem schließt er nur schwer Freundschaften und vermeidet engere Beziehungen zu Frauen. Erst als er Sa... Tsukuru Tazaki hat vor zwanzig Jahren seine Freunde verloren und dieser Verlust schmerzt Ihn immer noch, wie eine schlecht verheilte Wunde. Besonders da er nie erfuhr, warum sich seine damaligen Freunde von ihm zurück zogen. Seitdem schließt er nur schwer Freundschaften und vermeidet engere Beziehungen zu Frauen. Erst als er Sara trifft, kehrt wieder Farbe in sein Leben und es scheinen wieder tiefe Gefühle möglich zu werden. Doch zuerst muss er ergründen was damals geschah um ein neues Kapitel aufschlagen zu können. Eine Reise in die Vergangenheit und letztendlich zu sich selbst beginnt... Eine wunderschöne, ruhige Erzählung im unnachahmlichen Stil von Murakami erzählt.

Nicht mein Roman
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 29.05.2019

Eine Erzählung über das "zu sich selbst finden". Um in der Gegenwart bestehen zu können, muss Tazaki mit seiner Vergangenheit ins Reine kommen. Leider nicht mein Roman, kam mit dem langatmigen Erzählstil überhaupt nicht klar.

"Ein großer Roman über Freundschaft und Liebe, Schmerz und Schuld"?
von Dr. M. am 20.12.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Wenn man auf das Marketing-Getrommel zu diesem Buch hörte, dann wird man sich bis zur Hälfte des Textes mindestens einmal gefragt haben, was denn an diesem Buch eigentlich so besonders ist. Der Anlauf, den Murakami braucht, um seine Geschichte dahin zu bringen, wo sie seine Leser vielleicht nachdenklich werden lässt, ist erhebli... Wenn man auf das Marketing-Getrommel zu diesem Buch hörte, dann wird man sich bis zur Hälfte des Textes mindestens einmal gefragt haben, was denn an diesem Buch eigentlich so besonders ist. Der Anlauf, den Murakami braucht, um seine Geschichte dahin zu bringen, wo sie seine Leser vielleicht nachdenklich werden lässt, ist erheblich. Doch dann verdichten sich besonders im letzten Drittel des Buches Andeutungen und Lebensläufe zu einem Strang, der auf die eigentliche Frage hinausläuft, um die es hier geht. Tsukuru Tazaki hält sich für einen farblosen Niemand. Er lebt alleine, hat gelegentlich Sex mit Frauen, merkwürdige Phantasien und leidet unter seiner Einsamkeit und einer schmerzlichen Wunde aus einer lange zurückliegenden Vergangenheit. Er hatte einmal vier enge Freunde in Nagoya, zwei Mädchen und zwei Jungen. Zwischen ihnen herrschte eine wunderbare Harmonie. Doch dann zog es Tsukuru nach Tokio zum Studium, während die anderen in Nagoya blieben. Während seiner Abwesenheit musste irgendetwas passiert sein, denn aus für ihn unerfindlichen Gründen wollten die anderen vier über Nacht nichts mehr mit ihm zu tun haben. Die Gründe für dieses abrupte Verhalten erfuhr Tsukuru nicht. Und er unternahm offenbar auch keine hartnäckigen Versuche, um sie zu finden. Vielleicht hatte er nicht den Mut, vielleicht fehlte ihm das nötige Selbstvertrauen, oder sein farbloses Selbstwertgefühl ließ ihn einfach kapitulieren. Und haben wir so etwas nicht auch schon selbst erlebt? Unsere Selbstwahrnehmung filtert unsere Sichtweise auf die Wirklichkeit. Wir sehen daher manche Dinge nicht. Vor allem können wir nicht begreifen, dass andere ein völlig anderes Bild von uns haben als wir selbst und uns aus Gründen, die wir nicht verstehen, mögen oder ablehnen. Erst als Sara in Tsukurus Leben tritt und ihn auffordert, endlich einmal den Dingen auf den Grund zu gehen, beginnen die von Tsukuru selbst geschaffenen Verdunklungen der Wirklichkeit langsam zu verschwinden. Seine aus Blindheit verlorenen Lebensjahre wird Tsukuru nicht zurückbekommen, aber vielleicht eine neue Chance. Ob er sie nutzen wird, erfährt der Leser nicht, denn dort bricht Murakami die Handlung ab. Wenn man sich auf dieses Buch einlässt, wird man sich vielleicht am Ende auch fragen, ob man selbst immer versucht hat, den Dingen auf den Grund zu gehen, oder ob nicht eine falsche Selbsteinschätzung den eigenen Blick trübte und man etwas übersah, was das eigene Leben in eine ganz andere Richtung geführt hätte. Westliche Leser mögen einige Stellen in diesem Buch als etwas merkwürdig oder gar befremdlich empfinden. Insbesondere wenn Murakami über Sex schreibt, liest sich das recht spröde und wenig romantisch. Das ist jedoch der japanischen Kultur geschuldet, die wir sicher nicht immer verstehen. Nach einem etwas holprigen Beginn hat mich dieser Roman besonders am Ende gefesselt und nachdenklich gemacht. Ich hätte das bis zur Hälfte nicht mehr erwartet.