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Am Ufer

Roman. Ausgezeichnet mit dem Premio Nacional de Narrativa 2014

Esteban hatte sich als junger Mann ein anderes Leben erträumt, ist aber in der Familienschreinerei hängengeblieben. Anders als sein sozialistisch strenger Vater will er wie alle anderen auch sein Stückchen vom grossen Immobilienkuchen. Und als sein Vater alt und nicht mehr handlungsfähig ist, investiert er das im Familienbetrieb erarbeitete Geld in eine Baufirma. Doch die Firma geht pleite und mit ihr die Schreinerei. Insolvenz, die Mitarbeiter stehen auf der Strasse, selbst die kolumbianische Pflegerin des alten Vaters kann nicht mehr bezahlt werden. Doch Esteban ist auch mit siebzig noch ein vitaler Mann. Und er ist Realist. Eine Perspektive für die Zukunft sieht er nicht – und zieht die Konsequenzen.

Portrait
Rafael Chirbes wurde 1949 in Tabernas de Valldigna in Südspanien geboren. Er verliess früh den Ort seiner Kindheit und lebte u.a. in Salamanca, Madrid und Barcelona, später einige Zeit in Paris und Marokko. Er studierte Neuere Geschichte und interessierte sich für Film, Malerei und Architektur. Er arbeitete zunächst als Literatur- und Filmkritiker für verschiedene Zeitschriften. Wenn Chirbes nicht auf Reisen unterwegs ist, lebt er in einem Dorf zwischen Valencia und Alicante.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 432
Erscheinungsdatum 14.12.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-74910-2
Verlag btb
Maße (L/B/H) 19/11.8/3 cm
Gewicht 346 g
Originaltitel En la orilla
Abbildungen schwarzweisse Abbildungen
Übersetzer Dagmar Plötz
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

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keine leichte Kost
von einer Kundin/einem Kunden aus Feuerthalen am 19.07.2016

An Raphael Chirbes liebe ich seine dichte Sprache, seine Gedanken und Assoziationen, die sich erst allmählich zu einem grösseren Bild verdichten. Dieses Buch ist eine Geschichte ohne eigentliche Chronologie, aber trotzdem mit einem roten Faden. Eine Geschichte über das Leben und Sterben, über all die Kleinigkeiten die das Glück... An Raphael Chirbes liebe ich seine dichte Sprache, seine Gedanken und Assoziationen, die sich erst allmählich zu einem grösseren Bild verdichten. Dieses Buch ist eine Geschichte ohne eigentliche Chronologie, aber trotzdem mit einem roten Faden. Eine Geschichte über das Leben und Sterben, über all die Kleinigkeiten die das Glück oder auch das Leid ausmachen. Definitiv keine leichte Unterhaltung, ein politisches und dabei zutiefst menschliches Werk, das man verdauen muss.

Große Literatur, ein Genuss zu lesen
von einer Kundin/einem Kunden am 29.04.2014
Bewertet: Einband: Kunststoff-Einband

Der siebzigjährige Tischler Esteban hat seine Ersparnisse und eine aufgenommenen Hypothek auf Haus und Betrieb in ein windiges Immobilienprojekt seines Freundes Pedrós gesteckt. Das Projekt ist pleite, Pedro abgehauen. Die Zwangsvollstreckung steht bevor, die Angestellten sind gekündigt. In einem Rückblick berichtet Esteban über... Der siebzigjährige Tischler Esteban hat seine Ersparnisse und eine aufgenommenen Hypothek auf Haus und Betrieb in ein windiges Immobilienprojekt seines Freundes Pedrós gesteckt. Das Projekt ist pleite, Pedro abgehauen. Die Zwangsvollstreckung steht bevor, die Angestellten sind gekündigt. In einem Rückblick berichtet Esteban über seine Familie in den fiktiven Orten Olba und Misent, bis hin zur Francozeit. Die Landschaft erinnert in der Beschreibung an die Dénia bei Alicante (Residenz des Autors). Er beschreibt eine zerrissene Landschaft voll von Bauruinen zwischen Meer und Sumpf, beschreibt arbeitslose Menschen, osteuropäische Nutten, schwelender Hass auf Migranten. Die Köpfe der Spekulanten haben mit dem Platzen der Immobilienblase das Land verlassen, nicht vergessen, ihr Vermögen mitzunehmen. Chirbes analysiert die Entwicklung Spaniens in den letzten Jahrzehnten. Ein Bauernstaat, der ganze Landstriche verkaufte, bebaute, selbst die spanische Seele verhökerte. Er beschreibt den Traum vom Häuschen für Jedermann, vom Leben im Luxus, ein Traum, der einer ganzen Generation verkauft wurde. Ein Protagonist berichtet, früher war man froh, eine Arbeit als Orangenpflücker zu haben, das war eine anständige Arbeit. Das würde heute keinem Jugendlichen genügen. Dafür gibt es die Marokkaner. Er selbst habe auch seinen Job verloren, aber er sei froh, wenigstens als Straßenkehrer etwas gefunden zu haben. Rohbauten im Höhenrausch, eine verbaute Küste und in der Hinterhand der morastige Sumpf. Der Sumpf steht für die Gesellschaft, die im Morast erstickt. In gut 400 Seiten versucht Rafael Chirbes (aus Valencia stammend) aus der Sicht verschiedener Protagonisten zu erklären, wie es zu der Krise kam. Esteban spielt Karten mit einem Teerpappenfabrikanten, einen Mann, der Flüchtlinge aus Afrika schleust, den Leiter der Sparkasse und einen Weinkritiker, die alle zu Wort kommen, ebenso die Südamerikanerin, die Esteban bei der Pflege des dementen Vaters hilft und mit der er ein Verhältnis hat und sein marokkanischer Freund. Ein Land in der Krise, in dem Migranten keinen Platz mehr haben, weil viele arme Spanier nicht mehr wissen „wie der Kühlschrank zu füllen ist“. Krise an allen Ecken: die Krise in der Familie, die Krise die Esteban in sich selbst trägt, der alles im Leben falsch machte, Sinneskrise bei den Menschen, die gierig nach mehr trachteten, Baukrise, politische Krise, Wirtschaftskrise. Schnelles Geld führt zu nichts. Man sollte als Hintergrundwissen immer bedenken, dass Chirbes Kommunist ist. Er zeigt die Entwicklung Spaniens in den letzten 70 Jahren auf, schonungslos mit kräftigen Worten. Er ist weder besserwisserisch noch zukunftsweisend. Große Literatur, ein Genuss zu lesen, allerdings nicht ohne Beklemmung. Ein Roman, der lange nachhallt und im Leser weiterklingt.