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Die Vegetarierin

Roman

Han Kang

(9)
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Beschreibung

Ein seltsam verstörendes, hypnotisierendes Buch über eine Frau, die, laut ihrem Ehemann an Durchschnittlichkeit kaum zu übertreffen ist - bis sie eines Tages beschliesst, kein Fleisch mehr zu essen...
»Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie für nichts Besonderes. Bei unserer ersten Begegnung fand ich sie nicht einmal attraktiv. Mittelgross, ein Topfschnitt, irgendwo zwischen kurz und lang, gelbliche unreine Haut, Schlupflider und dominante Wangenknochen. So fühlte ich mich weder von ihr angezogen noch abgestossen und sah daher keinen Grund, sie nicht zu heiraten.«
Yeong-Hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-Hye beschliesst, sich fortan ausschliesslich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. »Ich hatte einen Traum«, so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-Hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmasse an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblössen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet.

Die Vegetarierin ist eine kafkaeske Geschichte in drei Akten über Scham und Begierde, Macht und Obsession sowie unsere zum Scheitern verurteilten Versuche, den Anderen zu verstehen, der ja doch, wie man selbst, Gefangener im eigenen Leib ist.

Han Kang ist die wichtigste literarische Stimme Koreas. 1993 debütierte sie als Dichterin, seitdem erschienen zahlreiche Romane. Seit sie für "Die Vegetarierin" gemeinsam mit ihrer Übersetzerin 2016 den Man Booker International Prize erhielt, haben ihre Bücher auch international grossen Erfolg. Auch der Roman »Weiss« war für den Booker Prize nominiert, »Menschenwerk« erhielt den renommierten italienischen Malaparte-Preis, zuletzt erschien bei Aufbau »Deine kalten Hände«. Derzeit lehrt sie kreatives Schreiben am Kulturinstitut Seoul.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 192 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 15.08.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783841211545
Verlag Aufbau
Originaltitel The Vegetarian
Dateigröße 1952 KB
Übersetzer Ki-Hyang Lee
Verkaufsrang 7193

Kundenbewertungen

Durchschnitt
9 Bewertungen
Übersicht
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Diese Autorin hat ihren ganz eigenen Charme
von einer Kundin/einem Kunden am 07.09.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Eine eindrückliche, erschütternde Geschichte, die einem noch lange nach dem Lesen im Kopf bleiben wird. Han Kangs Figuren sind abstrakt, die Sätze simplistisch, und genau das erzeugt eine unheimliche Faszination. Han Kang wurde berühmt dafür, auf soziale Ungerechtigkeiten, Probleme und Doppelmoral in ihrem Heimatland Korea hin... Eine eindrückliche, erschütternde Geschichte, die einem noch lange nach dem Lesen im Kopf bleiben wird. Han Kangs Figuren sind abstrakt, die Sätze simplistisch, und genau das erzeugt eine unheimliche Faszination. Han Kang wurde berühmt dafür, auf soziale Ungerechtigkeiten, Probleme und Doppelmoral in ihrem Heimatland Korea hinzuweisen, und von diesen sind alle ihre Charaktere durchzogen. Sie spielen Rollen, das ist ihnen bewusst (manchen mehr als anderen), man hat das Gefühl Schauspielern bei einem Bühnenspiel zuzusehen. Und so bekommt man einen Eindruck davon, wie es sich anfühlt in einem Land voller sozialer Konventionen, Traditionen und unausgesprochener starrer Regeln zu leben, die man einzuhalten hat, möchte man dazugehören. Ein großartiger Geniestreich. Entdecken Sie auch unbedingt ihr Nachfolgewerk "Menschenwerk"!

Verstörend hypnotisch.
von einer Kundin/einem Kunden am 21.04.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Alles an ihr ist gewöhnlich und durchschnittlich. So wird Yeong-Hye von ihrem Ehemann bezeichnet. Beide leben in Südkorea, wo so ziemlich alles an sozialen Normen sehr strickt geregelt ist. Der Alltag gleich, die Menschen gleich-Eintönigkeit regiert die Leben der Menschen. Bis zu dem Moment, an dem Yeong-Hye alle tierischen Lebe... Alles an ihr ist gewöhnlich und durchschnittlich. So wird Yeong-Hye von ihrem Ehemann bezeichnet. Beide leben in Südkorea, wo so ziemlich alles an sozialen Normen sehr strickt geregelt ist. Der Alltag gleich, die Menschen gleich-Eintönigkeit regiert die Leben der Menschen. Bis zu dem Moment, an dem Yeong-Hye alle tierischen Lebensmittel aus dem eigenen Haushalt verbannt und sich so ein Stückchen eigene Freiheit erkämpft, für die sie jedes Opfer bringen wird... Ein fabelhafter und faszinierender Dreiakter, bei dem man sehr nah an die eigenen Grenzen der Gemütlichkeit geführt wird und ins Nachdenken gerät....

Der dem Lebend entrückte Mensch
von FrauSchafski am 16.02.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Dieses Buch ist – gelinde gesagt - verstörend. Han Kangs Figuren sind allesamt dem Leben entrückt. In drei Akten kommt jeweils eine andere Figur zu Wort und dennoch dreht sich im Kern alles um Yeong-Hye, die eines Tages beschließt, Vegetarierin zu werden. (Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Übersetzungsproblem ist, denn genau g... Dieses Buch ist – gelinde gesagt - verstörend. Han Kangs Figuren sind allesamt dem Leben entrückt. In drei Akten kommt jeweils eine andere Figur zu Wort und dennoch dreht sich im Kern alles um Yeong-Hye, die eines Tages beschließt, Vegetarierin zu werden. (Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Übersetzungsproblem ist, denn genau genommen wird sie zur Veganerin, lehnt sie doch jegliche tierische Produkte ab.) Von diesem Tag an beginnt ihr Leben und das ihrer Familie zu zerbrechen. Warum sie zu diesen radikalen Handlungen neigt, die im Laufe des Buches immer radikaler werden, wird nicht ganz klar. “Ich hatte einen Traum.”, ist ihre einzige Rechtfertigung. Dieser Traum wird nicht der einzige bleiben. Sie sind surreal und verstörend, wie Träume nun einmal sein können. Allerdings neigt der Mensch nicht unbedingt dazu, sie für so wichtig zu nehmen, dass auf deren Grundlage ein ganzes Leben umgekrempelt wird. Die Menschen in ihrem Umfeld verstehen Yeong-Hyes Veralten nicht – und ebenso wenig tut es der Leser. Damit sind wir am Kern dieser verwirrenden Erzählung angelangt: Verständnis. Es ist eine enorme interpretatorische Leistung nötig, um auch nur ansatzweise dieser Geschichte nahezukommen. Ich bin mir nicht sicher, inwiefern das überhaupt möglich ist und ob genau das nicht der Punkt der Autorin ist: dass manche Dinge über unseren Verstand hinausgehen. Die Frage, die sich stellt ist viel mehr, ob wir über etwas, dass wir nicht verstehen, urteilen dürfen. Gleichzeitig glaube ich auch, dass wir aufgrund unserer Neigung zu rationalen Erklärungen immer nach einer Antwort suchen werden. Fazit: Tja, was fange ich nun damit an. Fakt ist, ich habe dieses Buch nicht verstanden, habe keinen richtigen Zugang dazu gefunden. Ob dies nun am falschen Zeitpunkt lag, sei dahingestellt. Den literarischen Wert dieser Erzählung erkenne ich ohne Zweifel an, dennoch bleibt sie für mich merkwürdig entrückt und fern, weswegen ich nicht mehr als 3/5 Sterne vergeben kann.

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