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Wenn du dein Haus verlässt, beginnt das Unglück

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Ein Haus, sieben Bewohner, ein Brief für alle ...

4. Stock, Delphine: Sie lebt mit zwei jungen Männern in einer WG. Delphine studiert an der Kunsthochschule und jobbt nebenbei in einem Fitnesscenter. Sie will das Nichts räumlich darstellen - und weiss auch schon, wie.

3. Stock, Virginia Pulver: Die alleinerziehende Mutter lebt mit Cosima, ihrer vierzehnjährigen Tochter. Seit ihr Mann sie verlassen hat, pflegt sie ein möglichst ausschweifendes Partyleben, daneben achtet sie penibel auf gesunde Ernährung. Sie liebäugelt mit der Modebranche
und hat eine Affäre mit dem jungen Koch und Metzger Lukas.

2. Stock, Paola Gamma und Fabio Demuth: Paola ist Journalistin und wird für eine Schmutzgeschichte über Tim instrumentalisiert, Fabio arbeitet bei einer Immobilienfirma und wird gerne mal über den Tisch gezogen. Seine Spielsucht versucht er zu vertuschen. Und da ist noch Stinky, ihr Mops.

1. Stock, Familie Hermann: Tim ist ein beliebter TVModerator, verheiratet mit der etwas spröden Judith, sie haben zwei Kinder, längst hat sich Ernüchterung eingestellt. Trost sucht Tim in Eskapaden mit anderen Frauen, welche allerdings lediglich in seinem Kopf
stattfinden. Judith hingegen fühlt sich von der rätselhaften Melancholie Vischers angezogen.

Erdgeschoss, Herr Vischer: Sagt nicht viel, lebt inmitten seiner Fahrräder, ist immer im Rennradtrikot anzutreffen und führt akribisch Buch über seine Passfahrten.
Portrait

Max Küng, geboren 1969 in Maisprach bei Basel, besuchte nach der Ausbildung zum Computer-Programmierer die Ringier Journalistenschule. Seit 1999 ist er Reporter und Kolumnist beim "Magazin" des "Tages-Anzeigers". Neben diversen Musikkompositionen und Veröffentlichungen erschienen zuletzt sein erfolgreicher Roman "Wir kennen uns doch kaum" und seine Kolumnensammlung "Die Rettung der Dinge". Max Küng lebt seit 2005 in Zürich, ist verheiratet und Vater zweier Kinder.

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Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 384 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 07.10.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783036993348
Verlag Kein + Aber
Dateigröße 3022 KB
Verkaufsrang 15564
eBook
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Fr. 18.90
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Leinhardstraße No. 7
von einer Kundin/einem Kunden am 07.12.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Fünf Parteien im Wohnhaus der Lienhardstraße 7 bekommen ihre Kündigung, weil das Haus saniert und renoviert werden muss. Und plötzlich haben die Nachbarn mehr miteinander zu tun, als ihnen lieb ist, denn man kann sich schließlich nicht alles einfach gefallen lassen. Dem Leser, der durch den Autor als Riese mit einer Art Lupe in ... Fünf Parteien im Wohnhaus der Lienhardstraße 7 bekommen ihre Kündigung, weil das Haus saniert und renoviert werden muss. Und plötzlich haben die Nachbarn mehr miteinander zu tun, als ihnen lieb ist, denn man kann sich schließlich nicht alles einfach gefallen lassen. Dem Leser, der durch den Autor als Riese mit einer Art Lupe in ein Puppenhaus schaut, offenbart sich das Leben jedes einzelnen Bewohners, nicht nur mit Einsichten und kleinen Freuden, sondern auch mit den kleinsten Problemen und tiefsten Abgründen. Im Erdgeschoss lebt Vischer – ein Sonderling, dessen Jahresziel es ist alle Schweizer Pässe von beiden Seiten mit dem Fahrrad zu bezwingen. Im zweiten Stock wohnt die Familie Gutjahr – Tim, ein, wie ihn der Autor nennt, „unterschwellig dauererotisierter TV – Moderator“ (Quelle: az), seine Frau Judith und die beiden Jungs Laurin und Luca. Er ist wahnsinnig selbstverliebt, immer weit weg von der Familie und sie hadert mit der Vergangenheit. Im dritten Stock treffen wir auf Fabio und Paola, die wie ein cooles Lifestylepaar wirken, aber in Wirklichkeit vollkommen aneinander vorbeileben. Einen Stock höher wohnt Virginia, die viel zu früh Mutter wurde und deswegen ihrer verlorenen Jugend nachläuft, was bedeutet, dass sie ihre Nächte auf der Piste verbringt, die ein oder andere Pille schluckt oder sich einen Quickie mit einem Koch in dessen Raucherpause nicht entgehen lässt. Im obersten Stock schließlich hat Delphine ihre Wohnung. Sie ist Kunststudentin und damit beschäftigt das absolute Nichts darzustellen. Die Figuren sind sehr überspitzt und sehr zynisch dargestellt. Sehr ungeschminkt und mit allen möglichen Grauschattierungen. Das macht sie nicht wirklich sympathisch und ich kann verraten, dass man den klassischen Helden in diesem Buch keinesfalls finden wird. Auch die große Wandlung der Figuren vom Saulus zum Paulus wird man hier vergeblich suchen. Sie sind wie sie sind! Dafür lassen einen diese Stereotypen sehr schmunzeln und sie sind so klar gezeichnet, dass sie nicht austauschbar oder gar verwechselbar sind. Das Haus und die bevorstehende Kündigung sind der Anstoß, warum die Geschichte ins Rollen kommt. Im Grunde spielt die Kündigung aber eher eine untergeordnete Rolle, zieht sich aber doch irgendwie wie ein Roter Faden durch die gesamte Handlung. Denn erst durch dieses Ereignis setzt Max Küng seine Figuren in eine Interaktion. Das ständige „Aneinander – vorbei – Leben“ kann auf einmal nicht mehr einfach so funktionieren. Und plötzlich reden die Nachbarn miteinander. Der Leser darf dann ganz genau hinschauen – manchesmal sogar zu genau. Man ist dabei wie Fabio beschreibt, wie er sich am liebsten seine Ohren ausputzt und wir er das nebenbei auch tut. Oder wie Paola ihm seine Mitesser am Rücken ausdrückt. Bei diesem Buch trifft man wirklich auf alles, was die Gefühlskette so zu bieten hat. Man freut sich, man lacht, man ekelt sich, man ärgert sich, man schämt sich fremd. Und genau das macht das Buch fast zu einem psychologischen Schatz. Denn im Grunde enthält es keinen wirklich großartigen Handlungsstrang, sondern viele eigenwillige Charaktere, die akribisch beschrieben werden (manche mehr und manche weniger), womit dem Autor auch ein schönes Spiel mit seinen Lesern gelungen ist, weil dieser sich ständig fragt: „Mag ich nun den Charakter oder nicht? Habe ich Mitleid mit ihm oder ihr oder nicht?“ Gleichzeitig wirft er auch einen kritischen Blick auf die heutige Gesellschaft, in der jeder mit sich selbst so sehr beschäftigt ist, dass der Andere darüber leicht vergessen wird. „Wenn du das Haus verlässt, beginnt das Unglück“ kam ganz anders daher, als ich es erwartet hätte. Trotzdem habe ich es gerne gelesen. Ein Buch mit feinen Tönen, die aber zur richtigen Zeit zünden.