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Jolas Briefe

Carolina Chronicles Band 2

Tandi Reese wagt mit ihren Kindern einen Neuanfang – auf einer wunderschönen Insel im Atlantik. Die junge Mutter, die eine schwierige Vergangenheit hat, möchte endlich wieder auf die Beine kommen. Doch es ist gar nicht so einfach, alte Gewohnheiten abzulegen. Da macht ihr der Himmel überraschend ein Geschenk. Während sie das uralte Haus ihrer verstorbenen Nachbarin Jola entrümpelt, stösst Tandi auf geheimnisvolle Kästchen voller Gebetsbriefe, die sie in ihren Bann ziehen. Sie nehmen sie mit in eine längst vergessene Welt, die auf seltsame Weise mit ihrer eigenen verbunden zu sein scheint, und werden zum Auslöser umwälzender Veränderungen …
Eine bezaubernde Erzählung von der Macht des Gebets.
Portrait
Wingate, Lisa
Lisa Wingate arbeitet als Journalistin, Kolumnistin, Rednerin und Autorin. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Texas.
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  • Artikelbild-0
  • Kapitel 1
    Wenn dunkle Wolken aufziehen, flüchte ich in Gedanken immer zu einem besonderen, perfekten Tag in Rodanthe. Die Erinnerungen legen sich wie eine tröstende Decke um mich, eine viel benutzte Quiltdecke aus Sand und Himmel, die im Laufe der Zeit weich gewaschen wurde. Ich kuschle mich in diese Decke und sehe im Geiste das Haus am Ufer. Das Gebälk ist dem Wind und der Sonne ausgesetzt, die Holzschindeln haben sich gelockert und gleiten hier und da zu Boden wie die Schuppen eines mythischen Seewesens, die ans Ufer geschwemmt wurden. Die Tür einer Sturmluke hängt nur noch an einem einzigen Nagel. Sie schaukelt im Wind und schützt ein unbeschädigtes Fenster im zweiten Stock. Möwen ziehen ihre Kreise und landen auf den mit Salz besprühten Dachbalken - wie Plünderer, die kommen, um an dem Gerippe, das der Sturm übrig gelassen hat, zu picken.
    Jahre später, als das Haus renoviert worden war, wurde hier ein Spielfilm gedreht. Eine Liebesgeschichte.
    Aber ich verbinde die Geschichte dieses Hauses in Rodanthe mit der Erinnerung an einen Tag mit meinem Grossvater. An einen behüteten Tag.
    Wenn ich lange genug die Augen zusammenkneife und in die Sonne blicke, die sich auf dem Wasser spiegelt, kann ich ihn sehen. Nur seinen Schatten, gebeugt und knorrig, in seinem Arbeitsanzug und dem alten karierten Hemd mit den Perlmuttdruckknöpfen. Die Absätze seiner abgetragenen Arbeitsstiefel hängen in der Luft, während er auf den Balken im zweiten Stock balanciert und den Sturmschaden begutachtet. Er rechnet aus, was es die Eigentümer kosten wird, das Haus wieder instand zu setzen.
    Er sucht etwas an seinem Gürtel. Jeden Augenblick wird er meinen Namen rufen und mich bitten, ihm zu bringen, was er nicht finden kann. Tandi, bring mir das blaue Massband, oder Tandi Jo, ich brauche die grüne Wasserwaage aus dem Wagen ... Dann krame ich in der Werkzeugkiste nach diesen Sachen und hüpfe die Treppe hi-
    nauf - ein kleines, braunhaariges Mädchen, das es allen rechtmachen will und das hofft, dass er mir eine Geschichte erzählt, wenn ich bei ihm oben bin. Hier, an dem Ort, an dem er aufgewachsen ist, sind alle Geschichten lebendig. Er will, dass ich die Outer Banks, diese Inselkette im Atlantik, kennenlerne, und ich sehne mich danach, sie zu erkunden. Jeden Zentimeter. Jede Geschichte. Jedes Detail über die Familie, auf die sich meine Mutter immer verlassen konnte und mit der sie trotzdem ständig auf Kriegsfuss stand.
    Trotz der Verwüstungen, die der Sturm angerichtet hat, ist dieser Ort himmlisch. Hier spricht mein Vater, meine Mutter singt, und alles ist ausnahmsweise friedlich. Tag für Tag, wochenlang. Hier leben wir alle in einer abbruchreifen, altmodischen Wohncontainersiedlung aus den Sechzigerjahren zusammen. Mein Vater arbeitet auf Baustellen, die ihm mein Grossvater vermittelt hat. Niemand knallt mit Türen oder verschwindet einfach. Dieser Ort hat etwas Magisches - das weiss ich.
    Nachdem wir an jenem Tag das Haus an der Küste begutachtet hatten, gingen wir in Rodanthe spazieren. Ich spüre Opas raue Hand in meiner und seine Finger, die knorrig sind wie Treibholz, versprechen, dass alles, was kaputt ist, repariert werden kann. Wir schlendern an Häusern vorbei, an denen die Leute damit beschäftigt sind, die Sturmschäden zu beheben, an Bergen von durchnässten Möbeln und Schutt, an der alten Seerettungsstation Chicamacomico, wo die Heilsarmee auf dem Parkplatz warmes Essen verteilt.
    Vor einem mit Brettern vernagelten Geschäft im Ort zwinkert mir ein Gitarrenspieler mit nacktem Oberkörper und langen, blonden Dreadlocks lächelnd zu. Mit meinen zwölf Jahren wende ich unsicher den Blick ab und erröte. Dann wage ich einen zweiten Blick, und ein sonderbares, unbekanntes Gefühl erfasst meinen Körper wie ein Stromstoss. Er zupft an seiner Gitarre, tippt im Takt mit seinem alten Turnschuh auf ein Surfbrett und spricht den Text mehr, als dass er ihn singt.

    Läutet die Glocke, dass es an alle Ohren dringt,
    Ihr
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 336
Erscheinungsdatum 01.02.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86827-629-9
Verlag Francke-Buchhandlung
Maße (L/B/H) 20.3/13.4/3.2 cm
Gewicht 394 g
Originaltitel The Prayer Box
Übersetzer Silvia Lutz
Verkaufsrang 6107
Buch (Taschenbuch)
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Fr. 21.90
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

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Übersicht
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Ein stiller Engel
von LEXI am 05.06.2017
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

„Nach den Maßstäben der Welt war sie vielleicht kein bedeutender Mensch, der besonders erwähnenswert war. Aber nach den Maßstäben, die wirklich zählen, war sie ein unglaublicher Mensch.“ Dieser unglaubliche Mensch namens Jola Anne Poole spielt die Hauptrolle im vorliegenden Buch aus der Feder von Lisa Wingate. Die alte Dame ... „Nach den Maßstäben der Welt war sie vielleicht kein bedeutender Mensch, der besonders erwähnenswert war. Aber nach den Maßstäben, die wirklich zählen, war sie ein unglaublicher Mensch.“ Dieser unglaubliche Mensch namens Jola Anne Poole spielt die Hauptrolle im vorliegenden Buch aus der Feder von Lisa Wingate. Die alte Dame führte besonders in den letzten Jahren ein äußerst zurückgezogenes Leben in ihrem Haus auf der Insel Hatteras vor der Küste North Carolinas. Nach ihrem Tod wird Tandi Jo Reese, die Mieterin des benachbarten Cottages, mit einer Aufräum- und Grundreinigungsaktion beauftragt. Als sie dabei auf etliche Kästchen mit unzähligen Briefen der Verstorbenen stößt, ist ihre Neugier geweckt. Tandi verbringt in Folge viel Zeit im Haus von Jola Anne und lernt die Verstorbene durch die Lektüre ihrer Briefe immer besser kennen. Die junge Frau, deren bisheriges Leben einer Achterbahn mit weit mehr Tiefen als Höhen gleicht, beginnt sich durch den Einfluss der Briefe ebenfalls zu verändern… Lisa Wingate erzählt in sehr einnehmendem Schreibstil und mit viel Gefühl die Geschichte einer alten Dame, die ihre Lebensgeschichte in Form von ganz besonderen Briefen zu Papier brachte und sorgsam aufbewahrte. Die Protagonistin weilt zu Beginn des Buches zwar nicht mehr unter den Lebenden, wächst dem Leser jedoch mit jedem einzelnen Kapitel mehr ans Herz. Jola Annes Leben wird durch die Lektüre der Briefe behutsam aufgerollt. Der zweite Fokus dieses Buches ist auf Tandi Jo Reese gerichtet, die nach einer schweren Kindheit und Jugend den falschen Weg eingeschlagen hat. Nachdem sie sich zu einer Veränderung entschlossen hat, wagt die alleinerziehende Mutter mit ihren beiden Kindern einen Neubeginn auf Hatteras. Ein Schritt, der ihr Leben verändert. Tandis schwierige Vergangenheit ist immer wieder ein Thema und ihre Entwicklung wird überzeugend und gut nachvollziehbar dargestellt. Die Lektüre der wundervollen Briefe stellten für mich persönlich den Höhepunkt dieses Buches dar. Ich empfand jedoch auch das Zusammenwachsen von Tandi mit ihren beiden Kindern authentisch und gefühlvoll beschrieben. In diesem Roman wird der pubertierenden Zoey, die aufgrund der Probleme ihrer Mutter schon sehr früh lernen musste, Verantwortung zu übernehmen, und dem dünnen, sommersprossigen kleinen J.T, der immer weniger spricht, viel Aufmerksamkeit zuteil. Tandis „Rückfälle“ in ihren alten Lebenswandel haben mich an mancher Stelle beinahe zur Verzweiflung gebracht – stets in der Hoffnung, sie würde endlich einmal „aufwachen“ und hinter die äußere Erscheinung bestimmter Menschen blicken. Die Autorin stellt ihren Protagonisten gut ausgearbeitete Nebenfiguren zur Seite, wobei ich jedoch von den Muschelladen-Schwestern gerne mehr erfahren hätte. Die Figur des Paul Chastain schaffte es aber trotz seines jungenhaften Charmes, seiner Zuverlässigkeit und seiner exzentrischen Kleiderwahl bis zuletzt nicht vollständig, mich für sich einzunehmen. Die Geschichte wird aus der Sicht der Ich-Erzählerin Tandi Jo Reese wiedergegeben. Jolas Briefe werden in kursiver Schrift dargestellt, sie eröffnen dem Leser die Welt der Jola Anne Poole, rollen die Vergangenheit auf und bewirken eine grundlegende Veränderung in Tandi. Mysteriöse Ereignisse im Inneren des alten Hauses und das Auftreten von Tandis Schwester brachten eine kleine Prise Spannung in die Handlung. Der Glaube an Gott spielt eine wichtige Rolle für die Protagonistin dieses Buches, und die Idee mit den Gebetsbriefen in den Kästchen hat mir ausgezeichnet gefallen. FAZIT: Eine wunderschöne Lektüre, in der die Flucht vor einer schweren Vergangenheit sowie deren Bewältigung, ein geheimnisumwittertes altes Haus, deren verstorbene Bewohnerin und ihr unerschütterlicher Glaube an Gott sowie eine sich anbahnende Romanze zu einer gefühlvollen Geschichte verwoben wurde.

Wir sind alle Krieger auf unsere je eigene Weise
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 12.05.2017
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Tandi Reese hat in ihrem Leben noch nicht besonders viel Schönes erlebt, deshalb möchte sie mit ihren beiden Kindern auf einer Insel im Atlantik nochmal von vorne anfangen. Doch sie hat Angst, dass ihre Vergangenheit, vor der sie geflohen ist, sie einholt. Dann entdeckt sie zufällig die Gebetsbriefe einer alten, gerade verstorbe... Tandi Reese hat in ihrem Leben noch nicht besonders viel Schönes erlebt, deshalb möchte sie mit ihren beiden Kindern auf einer Insel im Atlantik nochmal von vorne anfangen. Doch sie hat Angst, dass ihre Vergangenheit, vor der sie geflohen ist, sie einholt. Dann entdeckt sie zufällig die Gebetsbriefe einer alten, gerade verstorbenen Frau, die ihr ganzes Leben dokumentieren. Fasziniert versinkt sie in einer Welt voller Hoffnung und Wärme und lässt langsam zu, dass auch sie selbst Heilung erfahren kann. Ein wunderschönes Buch der Autorin Lisa Wingate, die es wirklich versteht, die Leser mitzureißen und gleichzeitig eine unglaublich berührende Geschichte zu schreiben. Die Protagonistin ist eine junge Frau, die hohe Mauern um ihr Inneres gebaut hat – zu oft wurde sie schon verletzt. Doch sie erfährt so viel Liebe, Anteilnahme und Zuwendung, dass die Mauer langsam zu bröckeln beginnt. Das ist in dem Buch sehr einfühlsam und vor allem authentisch beschrieben. Diese Briefe sind eine wunderbare Idee und handeln auf ihre Weise von einer zweiten Protagonstin, einer ebenfalls sehr sympathischen Frau, die ihr Leben lang Gott vertraut hat und seine Wunder überall in der Welt gesehen hat. Selbst in schlimmen Katastrophen konnte sie seine Gnade erkennen. Das ist eine Sichtweise bzw. Einstellung der Welt und dem Leben gegenüber, die ich sehr bewundere. Ihre segenbringenden Resultate werden ebenfalls in dem Buch beschrieben. Diese Briefe sind voller Weisheit und sehr poetisch geschrieben. So unterbrechen sie die Haupthandlung immer auf angenehme Weise. Der Leser ist gespannt, was nun wieder erzählt wird und findet mit Sicherheit auch für sich selbst die eine oder andere Weisheit, die vielleicht gerade passt. Die anderen Charaktere in dem Buch sind ebenfalls authentisch und passen gut in die Geschichte. Die Rollen sind zwar immer recht klar verteilt, aber es ergeben sich trotzdem immer wieder auch unvorhergesehene Spannungen. Das Schöne an diesem Buch ist vor allem auch die unglaublich positive Einstellung dem Leben gegenüber, die auch auf den Leser ein wenig überspringt. Da gibt es so viel Gnade in unserem Leben! Auch der Schreibstil der Autorin ist warmherzig und gut zu lesen. Alles in allem ein rundum gelungener Roman, den ich absolut nur weiterempfehlen kann!

Jonas Briefe von Lisa Wingate
von einer Kundin/einem Kunden aus Biel am 28.03.2017
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Ein Buch, durchsetzt mit Briefen, zu lesen fand ich spannend. Mir ging es wie der Hauptdarstellerin, ich wollte immer weiterlesen. Bis jetzt kannte ich nichts von Lisa Wingate, bin aber begeistert von ihrer Art zu schreiben.