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Lügen über meinen Vater

Ausgezeichnet mit dem Corine - Internationaler Buchpreis, Kategorie Belletristik 2011


Eine Geschichte von alttestamentarischer Wucht

Der Vater war ein Nichts. Als Säugling auf einer Türschwelle abgelegt. Zeitlebens erfindet sich John Burnsides Vater in unzähligen Lügen eine Herkunft, will Anerkennung und Bedeutung. Er ist brutal, ein Grossmaul, ein schwerer Trinker, ein Tyrann. Seine Verachtung zerstört alles, die Mutter, die Familie, John. Dieser hat als junger Mann massive Suchtprobleme, landet in der Psychiatrie und erkennt schliesslich in den eigenen Exzessen den Vater. Erst die Entdeckung der Welt der Literatur eröffnet ihm eine Perspektive.

Nur einem Autor vom Kaliber John Burnsides kann es gelingen, eine solche, auch noch autobiographische Geschichte in Literatur zu überführen. So ist dieses Buch ein radikal wahrer Blick in die menschlichen Abgründe und zugleich eine Feier der Sprache.

Portrait
John Burnside, geboren 1955 in Schottland, ist einer der profiliertesten Autoren der europäischen Gegenwartsliteratur. Der Lyriker und Romancier wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Corine-Belletristikpreis des ZEIT-Verlags, dem Petrarca-Preis und dem Spycher-Literaturpreis. Sein Prosawerk erscheint auf Deutsch seit vielen Jahren im Knaus und im Penguin Verlag, für den er zuletzt auch die Lyrikanthologie »Natur!« komponierte.

Bernhard Robben, geb. 1955, lebt in Brunne/Brandenburg und übersetzt aus dem Englischen, u. a. Salman Rushdie, Peter Carey, Ian McEwan, Patricia Highsmith und Philip Roth. 2003 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW ausgezeichnet, 2013 mit dem Ledig-Rowohlt-Preis für sein Lebenswerk geehrt.

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 384
Erscheinungsdatum 09.01.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-328-10172-7
Verlag Penguin TB Verlag
Maße (L/B/H) 18.6/11.8/3 cm
Gewicht 314 g
Originaltitel A Lie about my Father
Übersetzer Bernhard Robben
Verkaufsrang 54555
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
7 Bewertungen
Übersicht
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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Beeindruckender Roman über das Erwachsenwerden mit einem trinkenden Vater in der englischen Unterschicht. Fesselnd!

unbedingt lesen
von einer Kundin/einem Kunden am 22.05.2013
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Es gibt Menschen, die machen andere Menschen klein und es gibt Menschen, die machen andere größer. Der Vater von John Burnside gehört der ersten Kategorie an. Als schwerer Alkoholiker terrorisiert und quält er seine Familie mit unvorstellbarer Härte, Kälte und Brutalität. Schon als kleiner Junge wird John mitten in der Nacht ... Es gibt Menschen, die machen andere Menschen klein und es gibt Menschen, die machen andere größer. Der Vater von John Burnside gehört der ersten Kategorie an. Als schwerer Alkoholiker terrorisiert und quält er seine Familie mit unvorstellbarer Härte, Kälte und Brutalität. Schon als kleiner Junge wird John mitten in der Nacht von seiner Mutter gewarnt, damit er sich rechtzeitig durchs Fenster vor seinem Vater in Sicherheit bringen kann. Seiner Mutter gelingt es in all den Jahren nicht sich von ihrem gewalttätigen Mann zu trennen. Als Teenager rutscht John selbst in die Abhängigkeit von Drogen. Außer Kontrolle wirft er wahllos ein was er in die Hände bekommt. Als er eines Tages überdosiert, verliert er beinahe sein Leben. Er wird in die Psychiatrie eingewiesen. Es wird ein schwerer Weg heraus aus der Abhängigkeit, ein schwerer Weg heraus aus den selbstzerstörenden Erinnerungen. Es sind unvorstellbare Bilder, die dieser Roman hervorruft. Großartig. Unbedingt lesen.

Grausamkeit des Vatermythos
von Johann Schusterbauer aus Ried im Innkreis am 28.05.2012
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Ich verbeuge mich vor Burnside, dem es gelingt,aus einer derartigen Kindheits- und Jugenderfahrung, die nur um Haaresbreite an der Vernichtung vorbeigeht, funkelnde Literatur zu schlagen. Die Energie des sprachlichen Gestus ist atemberaubend. Diese Geschichte wirft den Leser in einen Mahlstrom des Erlebens und Empfindens, in ein... Ich verbeuge mich vor Burnside, dem es gelingt,aus einer derartigen Kindheits- und Jugenderfahrung, die nur um Haaresbreite an der Vernichtung vorbeigeht, funkelnde Literatur zu schlagen. Die Energie des sprachlichen Gestus ist atemberaubend. Diese Geschichte wirft den Leser in einen Mahlstrom des Erlebens und Empfindens, in eine gefährliche Hingabe an ein schonungsloses, großes und tief bewegendes Erzählen, einen Tornado der Sprache, aus dem man anders hervorkommt, als man hineingegangen ist.