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Underground Railroad

Roman

Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.
Portrait
Colson Whitehead, 1969 in New York geboren, studierte an der Harvard University und arbeitete für die New York Times, Harper's und Granta. Whitehead erhielt den Whiting Writers Award (2000) und den Young Lion’s Fiction Award (2002) und war Stipendiat der MacArthur „Genius“ Fellowship. Für seinen Roman Underground Railroad wurde er mit dem National Book Award 2016 und dem Pulitzer-Preis 2017 ausgezeichnet. Für seinen Roman Die Nickel Boys erhielt er 2020 erneut den Pulitzer-Preis. Bei Hanser erschienen bisher John Henry Days (Roman, 2004), Der Koloss von New York (2005), Apex (Roman, 2007), Der letzte Sommer auf Long Island (Roman, 2011), Zone One (Roman, 2014), Underground Railroad (Roman, 2017) und Die Nickel Boys (Roman, 2019). Der Autor lebt in Brooklyn.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 352
Erscheinungsdatum 21.08.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-446-25655-2
Verlag Carl Hanser Verlag
Maße (L/B/H) 22/15.2/3.2 cm
Gewicht 540 g
Originaltitel The Underground Railroad
Auflage 4. Auflage
Übersetzer Nikolaus Stingl
Verkaufsrang 91507
Buch (gebundene Ausgabe)
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Fr. 36.90
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
153 Bewertungen
Übersicht
115
26
8
2
2

Eindrücklich und düster
von einer Kundin/einem Kunden am 01.04.2020
Bewertet: eBook (ePUB)

So viel weiß Cora, Sklavin auf einer Baumwollplantage in Georgia: Dieses Land, das sie gezwungen ist zu bearbeiten, gehörte einst den Indianern, bevor die Weißen, die selbst einmal vor Verfolgung und Unterdrückung aus Europa geflohen waren, es ihnen mit Gewalt nahmen. Denn die Weißen geben gern mir ihren "Heldentaten" an, wie si... So viel weiß Cora, Sklavin auf einer Baumwollplantage in Georgia: Dieses Land, das sie gezwungen ist zu bearbeiten, gehörte einst den Indianern, bevor die Weißen, die selbst einmal vor Verfolgung und Unterdrückung aus Europa geflohen waren, es ihnen mit Gewalt nahmen. Denn die Weißen geben gern mir ihren "Heldentaten" an, wie sie selbst Frauen und Kinder abgeschlachtet haben, um sich das Land zu eigen zu machen, entsprechend des "amerikanischen Imperativs": "Der amerikanische Geist, der uns aus der Alten Welt in die Neue gerufen hat, damit wir erobern, aufbauen und zivilisieren. Und zerstören, was zerstört werden muss. Um die unbedeutenderen Rassen emporzuheben. Und wenn nicht emporzuheben, dann zu unterwerfen. Und wenn nicht zu unterwerfen, dann auszurotten. Unsere Bestimmung kraft göttlicher Vorschrift - der amerikanische Imperativ." Dieser Welt versucht Cora zu entfliehen - mithilfe der Underground Railroad. Sie erlebt, dass nicht alle Weißen böse sind und das es wiederum solche gibt, die noch viel schlimmer sind als die Aufseher in Georgia. Auch ihre Helfer sind oftmals nicht frei von Vorurteilen, sehen teilweise in der Sklaverei nicht etwas grundsätzlich Schlechtes, solange es sich bei den Sklaven um Schwarze handelt. So bringt sie die Railroad in viele verschiedene Bundesstaaten, ständig verfolgt von Ridgeway, einem Skalvenfänger der üblen Sorte. Immer wieder gelingt ihr die Flucht, aber die Freiheit scheint dennoch unerreichbar. Die drastischen Schilderungen der Misshandlungen und der Folter sind schwer auszuhalten, zumal im Nachwort erläutert ist, dass diese den Aufzeichnungen ehemaliger Sklaven entnommen, also leider nicht der Phantasie des Autors entsprungen sind. Dennoch ist das Buch sehr lesenswert und hochpolitisch.

von einer Kundin/einem Kunden am 30.03.2020
Bewertet: anderes Format

Colson Whitehead hat gründlich für seinen Roman recherchiert - eine Geschichte aus der Sklavenzeit, die so passiert sein könnte! Spannung garantiert!

Leider enttäuschend
von Dark Rose aus Troisdorf am 22.12.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Cora ist Sklavin in dritter Generation. Einst wurde ihre Großmutter von Männern aus ihrem Dorf verschleppt und dann mehrmals verkauft. Sie kennt kein anderes Leben und dennoch sehnt sie sich danach. Denn auf der Plantage, auf der sie Leben muss, gibt es weder Gerechtigkeit noch eine Chance auf ein friedliches Dasein. Brutale Gew... Cora ist Sklavin in dritter Generation. Einst wurde ihre Großmutter von Männern aus ihrem Dorf verschleppt und dann mehrmals verkauft. Sie kennt kein anderes Leben und dennoch sehnt sie sich danach. Denn auf der Plantage, auf der sie Leben muss, gibt es weder Gerechtigkeit noch eine Chance auf ein friedliches Dasein. Brutale Gewalt ist an der Tagesordnung, ausgeübt nicht nur von den weißen Besitzern, sondern auch durch andere Sklaven, Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung und es gibt nichts, was sie dagegen tun kann, die Willkür regiert und sie hat nur die Wahl es zu ertragen, oder ihrem Leben ein Ende zu setzen, wie es so viele andere tun und getan haben. Cora aber findet noch eine dritte Möglichkeit: die Flucht. Die Schilderungen, in welch schrecklichen Verhältnissen die Sklaven lebten, sind teilweise kaum zu ertragen. Vor allem, dass auch untereinander Gewalttaten in dem Maße verübt wurden, ist erschreckend. Ich finde es allerdings sehr schade, dass es sich hierbei nicht um die Schilderung einer möglichen realen Flucht handelt, sondern um reine Fiktion. Die Underground Railroad, die so vielen Sklaven die Möglichkeit zur Flucht bot, wird hier umgedichtet in einen echten Zug. In Wirklichkeit war es aber kein Zug, der die Menschen in die Freiheit fuhr, sondern ein beschwerlicher Weg von Unterschlupf zu Unterschlupf. Fluchthelfer waren häufig Quäker, der richtige Weg markiert verbreitet durch Mundpropaganda. Ich hätte es schöner gefunden, wenn dieses Buch, das die Lebensumstände der Sklaven so realistisch widergibt, sich mehr an die historischen Tatsachen gehalten hätte. Ja, hier dient diese Eisenbahn als Metapher, aber ich finde diese Uminterpretation der Geschichte schadet dem Buch enorm. Dadurch wird sie unglaublich unrealistisch, wo sie sich doch gerade am Anfang dadurch ausgezeichnet hat. Der Autor hat für dieses Buch den Pulitzer Preis gewonnen, das hätte mich eigentlich schon misstrauisch stimmen müssen, denn nur selten hat mich ein mit einem solchen Preis bedachtes Buch wirklich überzeugt. „Die Asche meiner Mutter“ bildet hier die absolute Ausnahme, da das Buch bis heute zu meinen Lieblingen zählt, aber darum geht es nicht. Dieses Buch wird damit beworben, dass es einem vor Augen führt, was es bedeutet in Amerika schwarz zu sein, aber durch die Herangehensweise im weiteren Verlauf der Handlung verliert es in meinen Augen diesen Anspruch. Der Anfang ist total schockierend. Eine Grausamkeit jagt die nächste, von zwei unterschiedlichen Seiten begangen, die sich nicht mehr voneinander unterscheiden könnten. Doch indem das historisch sichere Terrain verlassen wird, wird in meinen Augen kein Denkmal gesetzt, sondern die Geschichte mit Füßen getreten. Das ist einfach schade! Zudem ist der Schreibstil nicht meins. Es wird sich hier um Neutralität bemüht, Emotionen sucht man vergeblich. Da erzählt die Protagonistin von ihrer eigenen Vergewaltigung aber tut das als normal ab, als hätte es keinerlei emotionale Auswirkungen auf sie. Sie wird ausgepeitscht und – ja nichts weiter. Als Leser wird man total auf Abstand gehalten. Leider ist das Buch auch immer wieder ziemlich zäh und langweilig, was auch an den fehlenden Emotionen liegen könnte. Es springt einfach der Funke nicht über. Die Protagonistin ist absolut austauschbar – was ja auch als Stilmittel fungieren könnte, doch dann sollten zumindest ein paar Gefühle beim Leser ankommen, selbst wenn es darum geht zu zeigen, dass dies eine Geschichte von vielen ist, dass es hunderte oder tausende Coras gab, aber wenn man eben kein bisschen mitfühlen kann, weil der Eindruck erweckt wird, die Protagonistin habe gar keine Gefühle, dann ist das einfach schade. Es gibt auch jede Menge Wiederholungen und für mich auch immer wieder die falsche Wortwahl, die nicht in die Zeit gepasst hat. Fazit: Für mich war das Buch leider nichts. Es konnte mich nicht packen und wurde meiner Meinung nach nicht dem gerecht, was der Anfang versprach. Mich hat die Umdichtung der Geschichte extrem gestört, ebenso, wie das Fehlen der Emotionen. Mich konnte das Buch nicht erreichen. Von mir bekommt es 1 Stern.