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Die zahlreichen Leben der Seele

Die Chronik einer Reinkarnationstherapie. Vorw. v. Raymond Moody

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Der Psychiater Brian Weiss behandelte seine Patientin Catherine 18 Monate lang mit konventionellen therapeutischen Methoden, um ihr bei der Überwindung ihrer schweren Angstsymptome zu helfen. Als nichts zu funktionieren schien, versuchte er es mit Hypnose. In Trance erinnerte sich Catherine an frühere Leben, die sich als Ursache ihrer Symptome erwiesen, und sie wurde geheilt. Parallel zur erfolgreichen Behandlung seiner Patientin entwickelt sich Brian Weiss vom konventionellen Schulpsychiater zum Verfechter der Seelenwanderung.

Portrait
Brian Weiss machte nach dem Studium der Psychologie und Medizin schnell Karriere als Leiter der psychologisch-pharmakologischen Abteilung der Universitätsklinik Miami. Bereits wenige Jahre später wurde er zum Chefarzt der psychiatrischen Abteilung eines grossen Krankenhauses berufen. In seiner Praxis hatte er Hunderte von Patienten mit Psychopharmaka und konventionellen psychotherapeutischen Methoden behandelt, bis der „Fall Catherine“ sein Weltbild von Grund auf veränderte.

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  • Vorwort

    Dr. med. Brian Weiss’ Karriere weist ihn als einen jener Akademiker aus, der dem Neuen gegenüber stets Offenheit bewahrt hat und der bereit ist, ehrwürdige und fest verankerte Lehren und Theorien in Frage zu stellen, wenn sie zu Zweifeln Anlass geben oder nicht länger stichhaltig erscheinen. Dr. Weiss hatte seine Kompetenz in der Psychiatrie längst durch seine ausgezeichneten Studien und wissenschaftlichen Veröffentlichungen bewiesen, als eine schicksalhafte Begegnung mit einer Patientin, die eine spontane »Rückführung« erlebte, als sie sich bei ihm in Therapie befand, ihn in eine völlig neue Richtung drängte: zum Studium von scheinbar »paranormalen« Erlebnissen normaler Personen.

    Im Anschluss an die kartesianische Revolution haben wir im Westen uns an die Vorstellung gewöhnt, dass wir allein durch ichbewusstes, reflektives, analytisches Denken Wissen erlangen können. Dr. Weiss ist Teil einer wissenschaftlichen Vorhut in aller Welt, die dabei ist, dieses überholte Muster aufzulösen, was unzähligen gesunden, verantwortungsbewussten Menschen, die erweiterte Bewusstseinszustände erfahren haben, erlauben wird, offen über ihre Erlebnisse zu sprechen. Sie werden nicht mehr befürchten müssen, durch schlecht informierte Gegner, die solche Berichte allesamt als Unsinn abtun, lächerlich gemacht zu werden.
    Es ist nach wie vor meine persönliche Überzeugung, dass die wissenschaftliche Methode nicht dazu geeignet ist, die Möglichkeit eines Lebens nach dem Tode zu beweisen oder zu verwerfen. Allerdings glaube ich, dass unsere moderne Zivilisation durch Techniken wie die von Dr. Weiss beschriebenen mit der Zeit die Existenz eines Lebens nach dem Tode akzeptieren wird.
    Viele Amerikaner haben den Fall der Berliner Mauer als spirituelles und als historisches Ereignis erlebt, so dass es mir ein besonderes Vergnügen ist, Dr. Weiss’ Arbeit seinen deutschsprachigen Lesern vorstellen zu dürfen. Es scheint offensichtlich so zu sein, dass wir uns an einer kritischen Weggabelung der Weltgeschichte befinden. Ich bin immer mehr der Ansicht, dass die Welt die Entwicklung von sicheren Techniken zur Bewusstseinserweiterung fördern muss, um einen Weg aus dem gegenwärtigen Sumpf der politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Schrecken und Bedrohungen zu finden. Nur mit Hilfe der Liebe für alle Menschen auf dieser Erde vermögen wir die Probleme zu lösen, mit denen unser Planet heute konfrontiert ist.
    Vor dem Hintergrund dieser Hoffnung grüsse ich meinen lieben Freund Brian Weiss. Ich bin sicher, dass seine Arbeit auch vielen Europäerinnen und Europäern Trost und Verständnis bringen kann.
    Dr. med. Raymond A. Moody
    November 1992

    Einführung

    Ich weiss, dass es für alles einen Grund gibt. Vielleicht haben wir in dem Augenblick, wenn ein Ereignis auftritt, weder die Einsicht noch die Voraussicht, die Ursache dafür zu verstehen, doch mit Zeit und Geduld wird sie ans Licht kommen.
    So war es mit Catherine. Als ich sie 1980 zum ersten Mal traf, war sie siebenundzwanzig Jahre alt. Sie war in meine Praxis gekommen, weil sie wegen ihrer Ängste, Panikanfälle und Phobien Hilfe suchte. Auch wenn diese Symptome sie schon seit ihrer Kindheit begleiteten, waren sie doch seit kurzem viel schlimmer geworden. Jeden Tag fühlte sie sich emotional mehr gelähmt und weniger in der Lage zu funktionieren. Verständlicherweise war sie völlig verängstigt und deprimiert.
    Im Gegensatz zum Chaos, das in ihrem Leben zu jener Zeit herrschte, floss mein Leben glatt dahin. Ich führte eine gute, ausgeglichene Ehe, hatte zwei kleine Kinder, und beruflich kam ich voran.
    Mein Leben schien von Anfang an immer in geraden Bahnen verlaufen zu sein. Ich war in einem liebevollen Zuhause aufgewachsen. Das Universitätsstudium war mir leicht gefallen. Ich hatte mich in meinem dritten Jahr an der Universität entschieden, Psychiater zu werden.
    1966 schloss ich mein Studium an der Columbia-Universität in New York mit Auszeichnung ab, schrieb mich an der medizinischen Fakultät von Yale ein und machte 1970 meinen Doktor der Medizin. Nach einer Assistenzzeit am Bellevue Medical Center der Universität New York kehrte ich nach Yale zurück, um meine Fachausbildung als Psychiater abzuschliessen. Danach nahm ich eine Stelle an der Universität Pittsburgh an. Zwei Jahre ging ich an die Universität in Miami, wo ich die psychopharmakologische Abteilung leitete. Ich erlangte dort nationale Anerkennung auf dem Gebiet der biologischen Psychiatrie und der Erforschung des Drogenmissbrauchs. Nach vier Jahren wurde ich zum Lehrbeauftragten der Psychiatrie an der medizinischen Fakultät befördert und zudem Chefarzt der Psychiatrieabteilung eines grossen Krankenhauses in Miami, das unter der Obhut der Universität stand. Zu jener Zeit hatte ich auf meinem Fachgebiet bereits siebenunddreissig wissenschaftliche Abhandlungen veröffentlicht.
    Jahre des disziplinierten Lernens hatten meinen Verstand darauf ausgerichtet, als Wissenschaftler und Arzt im Rahmen der engen konservativen Leitlinien meines Berufs zu denken. Ich misstraute allem, das nicht durch traditionelle wissenschaftliche Methoden bewiesen werden konnte. Ich kannte einige der parapsychologischen Studien, die an renommierten Universitäten im ganzen Land durchgeführt wurden, doch sie fesselten meine Aufmerksamkeit nicht. Es erschien mir alles zu weit hergeholt.
    Dann begegnete ich Catherine. Achtzehn Monate lang setzte ich konventionelle therapeutische Methoden ein, um ihr bei der Überwindung ihrer Symptome zu helfen. Als nichts zu funktionieren schien, versuchte ich es mit Hypnose. In einer Reihe von Trancezuständen erinnerte sich Catherine an »frühere Leben«, die sich als die Ursachen ihrer Symptome erwiesen. Sie war ausserdem in der Lage, als Medium für Informationen von hochentwickelten »Geistwesen« zu dienen, und dadurch offenbarte sie viele Geheimnisse über Leben und Tod. In nur wenigen Monaten verschwanden ihre Symptome. Sie hatte wieder Freude am Leben und war glücklicher und ausgeglichener als je zuvor.
    Nichts in meiner Ausbildung hatte mich auf diesen Fall vorbereitet. Ich war völlig überrascht, als diese Ereignisse ihren Lauf nahmen.
    Ich habe keine wissenschaftliche Erklärung für das, was geschehen ist. Es gibt viel zu viel im Bereich des menschlichen Bewusstseins, das sich unserem Verständnis entzieht. Vielleicht war Catherine unter Hypnose in der Lage, sich auf einen Teil ihres Unterbewussten zu konzentrieren, der tatsächliche Erinnerungen aus früheren Leben enthielt, oder vielleicht hatte sie das angezapft, was der Psychoanalytiker C.G. Jung das kollektive Unbewusste nannte, die Energiequelle, die uns umgibt und die Erinnerungen der gesamten menschlichen Rasse enthält.
    Die Wissenschaft hat begonnen, nach Antworten auf diese Fragen zu forschen. Wir können für unser Zusammenleben viel profitieren von den Untersuchungen der Geheimnisse des Bewusstseins, der Seele, eines Lebens nach dem Tode und des Einflusses unserer Erfahrungen aus früheren Leben auf unser gegenwärtiges Verhalten. Natürlich sind die Verzweigungen dieses Themas endlos, besonders auf dem Gebiet der Medizin, der Psychiatrie, der Theologie und der Philosophie.

    Allerdings befindet sich die systematische wissenschaftliche Erforschung dieser Gebiete noch in den Kinderschuhen, und obwohl grosse Schritte unternommen werden, um dieses Wissen aufzudecken, ist es ein langwieriger Prozess, dem sowohl seitens der Wissenschaft als auch von der Öffentlichkeit viel Widerstand entgegengebracht wird.
    Schon immer hat sich der Mensch Veränderungen und neuen Ideen widersetzt. Die Geschichte ist voller Beispiele für diesen Sachverhalt. Als Galilei die Jupitermonde entdeckte, weigerten sich die Astronomen seiner Zeit, sie zu akzeptieren oder auch nur anzuschauen, weil die Existenz dieser Trabanten mit ihrer Weltsicht kollidierte. So ist es heute mit den Psychiatern und anderen Therapeuten, die sich weigern, die beachtlichen Beweise zu untersuchen und auszuwerten, die hinsichtlich des Weiterlebens nach dem körperlichen Tod und über Erinnerungen an frühere Leben zusammengetragen worden sind. Ihre Augen bleiben fest geschlossen.
    Dieses Buch ist mein kleiner Beitrag zu den aktuellen Studien auf dem Gebiet der Parapsychologie und betrifft vor allem jenen Zweig, der sich mit unseren Erfahrungen vor der Geburt und nach dem Tod auseinander setzt. Jedes Wort, das Sie lesen werden, ist wahr. Ich habe nichts hinzugefügt und nur Wiederholungen gestrichen sowie Catherines persönliche Daten leicht verändert, um die Anonymität zu wahren.
    Ich habe vier Jahre gebraucht, um über das zu schreiben, was passiert ist, vier Jahre, um den Mut aufzubringen und das berufliche Risiko auf mich zu nehmen, diese unorthodoxen Informationen zu veröffentlichen.
    Als ich eines Abends unter der Dusche stand, fühlte ich mich plötzlich gedrängt, meine Erfahrung zu Papier zu bringen. Ich hatte das starke Gefühl, die Zeit sei reif und ich solle diese Informationen nicht länger zurückhalten. Die Lektionen, die ich gelernt hatte, waren dazu da, mit anderen geteilt zu werden, und nicht, unter Verschluss zu bleiben. Das Wissen war durch Catherine hereingekommen, jetzt musste es durch mich weitergehen. Ich wusste, dass keine mögliche Konsequenz meines Bekenntnisses so schrecklich sein könnte, als wenn ich das Wissen, das ich über die Unsterblichkeit und die wahre Bedeutung des Lebens erlangt hatte, nicht mit anderen teilen würde.
    Ich eilte aus der Dusche und setzte mich an meinen Schreibtisch mit dem Stapel von Tonbändern, die ich während meiner Sitzungen mit Catherine aufgenommen hatte. In den frühen Morgenstunden dachte ich an meinen alten ungarischen Grossvater, der in meiner Jugend gestorben war. Immer wenn ich ihm erzählte, ich hätte Angst, ein Risiko einzugehen, ermutigte er mich liebevoll und wiederholte mit seinem komischen Akzent seinen Lieblingsspruch. »Zur Hölle damit«, sagte er, »zur Hölle damit!«

    1
    Das erste Mal, als ich Catherine sah, trug sie ein feuerrotes Kleid und blätterte in meinem Wartezimmer nervös in einer Zeitschrift. Sie war sichtlich ausser Atem. Die letzten zwanzig Minuten war sie draussen auf dem Gang der Psychiatrieabteilung auf und ab gelaufen und hatte versucht, sich zu überzeugen, dass es richtig sei, ihren Termin mit mir einzuhalten und nicht davonzulaufen.

    Ich begab mich ins Wartezimmer, um sie zu begrüssen, und wir schüttelten uns die Hand. Mir fiel auf, dass die ihre kalt und feucht war, was ihre Angst dokumentierte. Sie hatte tatsächlich zwei Monate gebraucht, um ihren ganzen Mut zusammenzunehmen und einen Termin mit mir zu vereinbaren, obwohl zwei hausinterne Ärzte, denen sie vertraute, ihr dringend geraten hatten, meine Hilfe zu suchen. Endlich hatte sie es nun geschafft.
    Catherine ist eine aussergewöhnlich attraktive Frau mit mittellangem blondem Haar und hellbraunen Augen. Damals arbeitete sie als Laborantin im Krankenhaus, wo ich Chefpsychiater war, und sie verdiente sich noch etwas mit dem Vorführen von Bademoden dazu.
    Ich führte sie in mein Büro, an der Couch vorbei zu einem grossen Lederfauteuil. Wir sassen einander gegenüber und hatten meinen halbrunden Schreibtisch zwischen uns. Catherine lehnte sich in ihren Sessel zurück und schwieg, weil sie nicht wusste, wie sie beginnen sollte. Ich wartete, weil ich sie einen Anfang finden lassen wollte, doch nach einigen Minuten begann ich sie nach ihrer Vergangenheit zu fragen. Bei diesem ersten Besuch fingen wir an, daran zu arbeiten, wer sie war und warum sie mich aufgesucht hatte.
    Als Antwort auf meine Fragen enthüllte Catherine ihre Lebensgeschichte. Sie war das mittlere Kind einer konservativen katholischen Familie und in einer kleinen Stadt in Massachusetts aufgewachsen. Ihr Bruder, der drei Jahre vor ihr auf die Welt gekommen war, war sehr sportlich und genoss Freiheiten, die ihr verwehrt blieben. Ihre jüngere Schwester war der Liebling der Eltern.
    Als wir begannen, über ihre Symptome zu reden, wurde sie zusehends verkrampfter und nervöser. Sie sprach schnell, beugte sich vor und stützte ihre Ellbogen auf den Schreibtisch. Ihr Leben war schon immer von Ängsten überschattet gewesen. Sie hatte Angst vor Wasser, fürchtete sich so sehr zu ersticken, dass sie keine Pillen schlucken konnte, hatte Angst vorm Fliegen und vor der Dunkelheit und fürchtete sich schrecklich vor dem Tod. Zuletzt waren diese Ängste immer schlimmer geworden. Um sich sicher zu fühlen, schlief sie häufig im begehbaren Schrank ihrer Wohnung. Jede Nacht brauchte sie zwei bis drei Stunden, bis sie einschlafen konnte, und es war ein leichter, unruhiger Schlaf, aus dem sie häufig aufschreckte. Die Albträume und das Schlafwandeln, die sie in ihrer Kindheit geplagt hatten, waren zurückgekehrt. Da ihre Ängste und Symptome sie immer mehr lähmten, wurde sie ständig deprimierter.
    Als ich Catherine sprechen hörte, konnte ich spüren, wie sehr sie litt. Seit Jahren hatte ich vielen Patienten wie Catherine geholfen, ihre schlimmen Ängste zu überwinden, und ich war mir sicher, dass ich auch hier helfen konnte. Ich beschloss, dass wir damit anfangen würden, in ihre Kindheit einzutauchen, um nach den ursprünglichen Quellen für ihre Probleme zu suchen. Im Allgemeinen ist diese Art von Einsichten hilfreich, Ängste zu beseitigen. Wenn nötig und wenn sie es schaffen würde, Pillen zu schlucken, würde ich ihr ein schwaches angsthemmendes Mittel geben, damit sie sich besser fühlte. Das war gemäss Lehrbuch die Standardbehandlung für Catherines Symptome, und ich habe nie gezögert, Beruhigungsmittel oder auch Stimmungsaufheller zu verschreiben, um chronische schwere Angstzustände und Furcht zu behandeln. Heute setze ich diese Mittel weitaus sparsamer ein und, wenn überhaupt, nur vorübergehend. Keine Medizin kann die wirklichen Wurzeln dieser Symptome erreichen. Meine Erfahrungen mit Catherine und ähnlichen Patienten haben das bewiesen. Jetzt weiss ich, dass es möglich ist, wirklich zu heilen und nicht nur Symptome zu unterdrücken oder zu überlagern.
    Während der ersten Sitzung versuchte ich immer wieder, Catherine auf sanfte Weise in ihre Kindheit zurückzuführen. Weil sie sich an erstaunlich wenige Begebenheiten aus ihren frühen Jahren erinnerte, nahm ich mir vor, als mögliche Abkürzung Hypnotherapie einzusetzen, um diese Verdrängung zu überwinden. Sie konnte sich an keine spezifischen traumatischen Momente in ihrer Kindheit erinnern, welche die Flut von Ängsten in ihrem Leben erklärt hätten.

    Als sie sich bemühte und ihr Gehirn anstrengte, um sich zu besinnen, tauchten isolierte Erinnerungsfragmente auf. Als sie etwa fünf Jahre alt war, war sie in Panik geraten, als jemand sie von einem Sprungbrett in ein Schwimmbecken gestossen hatte. Sie meinte, dass sie sich jedoch auch bereits vor diesem Ereignis im Wasser nie wohl gefühlt habe. Als Catherine elf war, begann ihre Mutter an schweren Depressionen zu leiden. Der krankhafte Rückzug ihrer Mutter von der Familie hatte einen Besuch beim Psychiater erforderlich gemacht, der sie in der Folge mit Elektroschocks behandelte. Als Auswirkung davon fiel es der Mutter schwer, sich an Dinge zu erinnern. Diese Erfahrung ängstigte Catherine. Doch als ihre Mutter sich erholte und wieder »sie selbst« wurde, hätten diese Ängste sich verflüchtigt, berichtete Catherine. Ihr Vater hatte schon seit vielen Jahren Probleme mit dem Alkohol, und manchmal musste Catherines Bruder ihn aus der nahen Kneipe holen. Der zunehmende Alkoholkonsum ihres Vaters führte häufig zu Streit, worauf ihre Mutter dann gereizt reagierte und sich zurückzog. Für Catherine war das jedoch das vertraute Familienleben.
    Ausser Hause standen die Dinge besser. Catherine ging in der High-School-Zeit mit Jungen aus und fand leicht Zugang zu ihren Freunden, von denen sie die meisten schon seit vielen Jahren kannte. Allerdings hatte sie Mühe, Menschen zu vertrauen, besonders wenn diese ausserhalb ihres kleinen Freundeskreises standen.

    Ihre Religion war einfach und unhinterfragt. Sie wurde entsprechend der traditionellen katholischen Lehre und Praxis erzogen und hatte nie an der Wahrhaftigkeit oder Gültigkeit ihres Glaubens gezweifelt. Sie glaubte, dass ein guter Katholik, der ein gerechtes Leben führt und sich an die Gebote hält, in den Himmel kommt. Wenn nicht, kam man ins Fegefeuer oder in die Hölle. Ein patriarchalischer Gott und sein Sohn trafen darüber die endgültige Entscheidung. Später erfuhr ich, dass Catherine nicht an die Wiedergeburt glaubte, auch wenn sie ein wenig über den Hinduismus gelesen hatte. Die Seelenwanderung war eine Idee, die ihrer Erziehung und ihrem Verständnis entgegenlief. Sie hatte nie irgendwelche metaphysische oder okkulte Literatur gelesen, und sie interessierte sich nicht dafür. Sie fühlte sich in ihrem Glauben sehr sicher.
    Nach der High-School machte Catherine eine zweijährige technische Ausbildung als Laborantin. Ausgerüstet mit einem Berufsabschluss und ermutigt durch den Umzug ihres Bruders nach Tampa, bewarb sich Catherine um einen Job an einem grossen Lehrkrankenhaus in Miami, das an die medizinische Fakultät der Universität Miami angeschlossen war. Im Frühjahr 1974 zog sie im Alter von einundzwanzig Jahren nach Miami.
    Das Kleinstadtleben war ihr leichter gefallen als ihr neues Leben in Miami, aber sie war glücklich, ihren Familienproblemen entronnen zu sein.
    Während ihres ersten Jahres in Miami lernte Catherine Stuart kennen, einen verheirateten Juden mit zwei Kindern, der völlig anders war als jeder andere Mann, mit dem sie je ausgegangen war. Er war ein erfolgreicher Arzt, stark und bestimmt. Eine unwiderstehliche Anziehungskraft herrschte zwischen ihnen, doch ihre Affäre war unstet und stürmisch. Etwas an ihm entfachte ihre Leidenschaft, als wäre sie von ihm verzaubert. Catherine begann eine Therapie, als ihr Verhältnis mit Stuart bereits sechs Jahre dauerte und immer noch sehr lebendig war, wenn es ihr auch nicht unbedingt gut dabei ging. Catherine konnte Stuart nicht widerstehen, auch wenn er sie schlecht behandelte.

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Herausgeber Christine Schrödl
Seitenzahl 220
Erscheinungsdatum 08.08.2005
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-21751-9
Verlag Goldmann
Maße (L/B/H) 18.3/12.3/2 cm
Gewicht 192 g
Originaltitel Many Lives, Many Masters
Übersetzer Susanne Seiler
Verkaufsrang 14817
Buch (Taschenbuch)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

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5 Bewertungen
Übersicht
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Anfängerkurs für Neulinge
von S.A.W aus Salzburg am 02.12.2018

Es ist ja löblich, wenn sich ein streng biologistisch orientierter Psychiater durch die Hypnose-Erfahrungen einer Patientin der Esoterik öffnet und nun an Reinkarnation glaubt. Die von ihm geschilderten Reinkarnationsprotokolle sind aber weder spektakulär noch interessant. Weiss wiederholt in ewiger Redundanz die immer gleichen ... Es ist ja löblich, wenn sich ein streng biologistisch orientierter Psychiater durch die Hypnose-Erfahrungen einer Patientin der Esoterik öffnet und nun an Reinkarnation glaubt. Die von ihm geschilderten Reinkarnationsprotokolle sind aber weder spektakulär noch interessant. Weiss wiederholt in ewiger Redundanz die immer gleichen Banalitäten (Familienstand, Beruf, Tod) aus angeblich früheren Leben. Dies wird nur aufgelockert durch ständige Selbstbeweihräucherungen des Psychiaters, wie grandios er doch als Heiler sei. Mit diesem Machwerk wird er seine biologistischen Kollegen nicht überzeugen, denn die geschilderten Fakten können ebenso gut Traumgebilde der Patientin sein, Beweise (Reden in fremden Sprachen, historisch überzeugende Fakten) fehlen völlig, Die Heilung der Patientin kann ebenso durch die massive Zuwendung (mehrere Stunden pro Woche) bedingt sein. Für Esoterisch Kundige ist dieses Buch hingegen langweilig, den es fehlen dem guten Psychiater jegliche Kenntnisse über die geistige Welt, die über Anfängerwissen hinausgehen, das man in jedem Grundkurs erhält. Nicht zu empfehlen. Rüdiger Opelt, Auor von "Die Kinder des Tantalus"

Many lives, many masters.
von K. Alphéus aus Halle (Saale) am 16.05.2011

Empfohlen wurde mir das Buch von einem besonderen Freund. Ich habe zum ersten Mal ein Buch über dieses Thema gelesen. Es ist von 1982, so alt wie ich, aber unsterblich. Es ist spannend, sehr interessant, macht glücklich, ändert Lebenseinstellung. Werde mehr von ihm lesen. Verändert die Sicht auf das Leben und den Tod. Meine Lie... Empfohlen wurde mir das Buch von einem besonderen Freund. Ich habe zum ersten Mal ein Buch über dieses Thema gelesen. Es ist von 1982, so alt wie ich, aber unsterblich. Es ist spannend, sehr interessant, macht glücklich, ändert Lebenseinstellung. Werde mehr von ihm lesen. Verändert die Sicht auf das Leben und den Tod. Meine Lieblingsstelle: 3-jährige Tochter sagt zu ihrem Vater (B. Weiss): "Ich liebe dich schon seit 40000 Jahren." Finde ich einfach schön!

Neugierig? Dann lest es es lohnt sich.
von Alexandra aus Zürich am 29.07.2009

Der Autor erzählt von seiner Erfahrung die ihn doch etwas aus dem Konsept gebracht hat. Er als Psychiater und typischer Schulmediziener, der nur an Dinge glaubt die man auch messen und wissenschaftlich beweisen kann, hätte sich nie träumen lassen was er mit der Patientin Catherine erlebte. Sie kam zu ihm weil sie unter diversen ... Der Autor erzählt von seiner Erfahrung die ihn doch etwas aus dem Konsept gebracht hat. Er als Psychiater und typischer Schulmediziener, der nur an Dinge glaubt die man auch messen und wissenschaftlich beweisen kann, hätte sich nie träumen lassen was er mit der Patientin Catherine erlebte. Sie kam zu ihm weil sie unter diversen Ängsten, Phobien und Panikataken lit. Er behandelte sie 18 Monate lang mit den klassischen Methoden, dass heisst Medikation und Gesprächstherapie. Doch auch nach so langer Zeit wurde es nicht besser und so griff er auf Hypnose zurück und muss erleben wie sein Weltbild ins wanken gerät. Unter Hypnose erinnert sich Catherine an frühere Leben, die, wie er rausfindet für ihre Phobien und Angstzuständen verantwortlich sind. Und nicht nur dass, sie übermittelt ihm Botschaften von Meistern aus der Zwischenwelt die für ihn gedacht sind. Er macht dennoch weiter, auch wenn es für ihn am Anfang alles andere als selbstverständlich war denn ein gesunder Mensch glaubt ja nicht an Wiedergeburt, doch er merkt dass es ihr von Sitzung zu Sitzung besser geht. Und so führen sie es weiter bis sie vollständig geheilt ist. Er brauchte 4 Jahre um diese Erfahrung in einem Buch niederzuschreiben, aus Angst seinen Ruf zu verlieder, und so sicher auch seine Stelle. Aber auch die Angst vor dem öffentlichen Wiederstand, der, wie wir ja auch wissen, heute noch sehr Gross ist. Dies geschah übrigens 1980. Ich kann jedem das Buch nur an Herz legen, es ist sehr eindrücklich beschrieben. Und wirklich leicht zu lesen.