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Rote Lilien / Garten Eden - Trilogie Bd. 3

Roman

Garten Eden - Trilogie Band 3

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Taschenbuch
Der dritte Roman der Garten-Eden-Trilogie

In der Hoffnung auf einen Neuanfang kommt die junge Hayley Phillips zu ihrer Cousine Rosalind Harper nach Memphis, wo sie nicht nur ein Heim, sondern bald auch neue Freunde findet. Sie lebt sich mit ihrer neugeborenen Tochter Lily auf dem Anwesen der Harpers ein und fühlt sich mehr und mehr zu Rosalinds ältestem Sohn hingezogen. Da scheint eine dunkle Macht von Hayley Besitz zu ergreifen.

Rezension
"Besser kann man Romantik und Drama nicht verbinden." Publishers Weekly
Portrait
Roberts, Nora
Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren. Ihren ersten Roman veröffentlichte sie 1981. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von über 500 Millionen Exemplaren. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmässig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.Unter dem Namen J.D. Robb veröffentlicht Nora Roberts seit Jahren ebenso erfolgreich Kriminalromane.
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  • Artikelbild-0
  • Prolog
    Memphis, Tennessee
    Januar 1893
    Sie war verzweifelt, verarmt und verwirrt.
    Fr¿her einmal war sie eine sch¿ne Frau gewesen, eine kluge Frau mit einem ehrgeizigen Ziel: Luxus. Und sie hatte ihn bekommen, weil sie ihren K¿rper zum Verf¿hren und ihren Kopf zum Rechnen benutzt hatte. Sie war die Geliebte eines Mannes geworden, der zu den Reichsten und M¿tigsten in Tennessee geh¿rte.
    Ihr Haus war ein Schmuckst¿ck gewesen, eingerichtet nach ihrem Geschmack und mit Reginalds Geld. Ihre Bediensteten hatten jeden ihrer W¿nsche erf¿llt, ihre Kleider hatten jedem Vergleich mit der Garderobe der gefragtesten Kurtisane in Paris standgehalten. Schmuck, am¿sante Freunde, eine eigene Kutsche.
    Sie hatte fr¿hliche Gesellschaften gegeben. Man hatte sie beneidet und begehrt.
    Sie, die Tochter eines gef¿gigen Hausm¿hens, hatte alles gehabt, was ihr habs¿chtiges Herz begehrt hatte.
    Auch einen Sohn.
    Das neue Leben in ihr, das sie zuerst gar nicht haben wollte, hatte sie ver¿ert. Es war zum Zentrum ihrer Welt geworden, zum Einzigen, das sie mehr liebte als sich selbst. Sie hatte Pl¿ f¿r ihren Sohn gemacht, hatte von ihm getr¿t. Hatte ihm vorgesungen, w¿end er in ihrem Leib schlummerte.
    Sie hatte ihn unter Schmerzen, gro¿n Schmerzen, aber auch mit Freude in die Welt geboren. Freude dar¿ber, dass sie, wenn die qu¿nden Schmerzen vorbei waren, ihren Sohn in den Armen halten w¿rde.
    Doch sie hatten ihr gesagt, es sei ein M¿hen.
    Und es sei tot geboren worden.
    Sie hatten gelogen.
    Sie hatte es damals schon gewusst, als sie vor Gram rasend geworden und immer tiefer in ihrer Verzweiflung versunken war. Damals, als sie verr¿ckt geworden war, hatte sie gewusst, dass es eine L¿ge gewesen war. Dass ihr Sohn lebte.
    Sie hatten ihr das Kind genommen. Sie hielten ihren Sohn gefangen. Wie konnte es anders sein, wenn sie seinen Herzschlag so deutlich sp¿rte wie ihren eigenen?
    Aber nicht die Hebamme und der Arzt hatten ihr das Kind genommen. Reginald hatte sich geholt, was ihr geh¿rte. Er hatte sein Geld benutzt, um sich das Schweigen derer zu erkaufen, die ihm zu Diensten waren.
    Sie konnte sich noch gut daran erinnern, wie er in ihrem Salon gestanden hatte, bei seinem ersten Besuch nach Monaten voller Gram und Kummer. Er war fertig mit ihr, dachte sie, w¿end sie mit zitternden Fingern das graue Kleid zu kn¿pfte. Es war zu Ende, jetzt, nachdem er hatte, was er wollte. Einen Sohn, einen Erben. Das Einzige, das ihm seine pr¿de Frau nicht hatte geben k¿nnen.
    Er hatte sie benutzt und ihr dann ihren einzigen Schatz genommen, so selbstverst¿lich, als h¿e er das Recht dazu. Und als Gegenleistung hatte er ihr Geld und eine Passage nach England geboten.
    Er wird bezahlen, bezahlen, bezahlen, dr¿hnte es in ihrem Kopf, w¿end sie ihre Frisur richtete. Aber nicht mit Geld. O nein. Nicht mit Geld.
    Sie war jetzt so gut wie mittellos, doch sie w¿rde schon einen Weg finden. Nat¿rlich w¿rde sie einen Weg finden, wenn sie ihren kleinen James erst wieder in den Armen hielt.

    Ihre Bediensteten ¿ Ratten, die das sinkende Schiff verlie¿n ¿ hatten einen Teil ihres Schmucks gestohlen. Da war sie sich ganz sicher. Von dem, was ¿brig geblieben war, hatte sie fast alles verkaufen m¿ssen, und dabei hatte man sie auch noch betrogen. Aber etwas anderes hatte sie von dem schmallippigen, hageren Juwelier gar nicht erwartet. Schlie¿ich war er ein Mann.
    L¿gner, Betr¿ger, Diebe. Jeder Einzelne von ihnen.
    Sie w¿rden bezahlen. Alle.
    Sie konnte die Rubine nicht finden ¿ das Armband mit Rubinen und Diamanten, herzf¿rmige Steine, wie Blut und Eis. Reginald hatte es ihr geschenkt, als sie ihm gesagt hatte, dass sie schwanger sei.

    Gefallen hatte es ihr eigentlich nie. Es war zu fein gliedrig, zu klein f¿r ihren Geschmack. Doch jetzt wollte sie es unbedingt haben, und sie suchte wie eine Wilde in dem unaufger¿ten Chaos ihres Schlafzimmers und Ankleidezimmers da nach.
    Als sie stattdessen eine Saphirbrosche fand, weinte sie wie ein Kind. W¿end sie ihre Tr¿n trocknete und die Brosche umklammert hielt, verga¿sie das Armband und das unb¿ige Verlangen danach. Sie verga¿ dass sie danach gesucht hatte, und l¿elte die funkelnden blauen Steine an. Das Geld, das sie f¿r die Brosche bekam, w¿rde reichen, um ihr und James einen neuen Anfang zu erm¿glichen. Sie wollte ihn fort bringen, aufs Land vielleicht. Bis sie wieder gesund, wieder bei Kr¿en war.
    Eigentlich war es ja ganz einfach, stellte sie mit einem gespenstischen L¿eln auf den Lippen fest, w¿end sie sich im Spiegel ansah. Das graue Kleid wirkte dezent und w¿rdevoll ¿ genau das Richtige f¿r eine Mutter. Dass es wie ein nasser Sack an ihr herunterhing, dass die Taille nicht richtig sa¿ daran konnte sie nichts ¿ern. Sie hatte keine Bediensteten mehr, keine Schneiderin, die es ¿ern konnte. Wenn sie f¿r sich und James erst einmal ein nettes kleines H¿chen auf dem Land gefunden hatte, w¿rde sie mit Sicherheit ihre sch¿ne Figur zur¿ckbekommen.
    Sie hatte ihr lockiges blondes Haar aufgesteckt und mit einigem Bedauern auf Rouge verzichtet. Ein zur¿ckhaltendes ¿¿res war besser, fand sie. Ein zur¿ckhaltendes ¿¿res wirkte beruhigend auf ein Kind.
    Sie w¿rde ihn jetzt holen. Sie w¿rde nach Harper House fahren und sich holen, was ihr geh¿rte.
    Die Fahrt von der Stadt zum Herrenhaus der Harpers war lang, kalt und teuer. Sie hatte keine eigene Kutsche mehr, und bald, sehr bald, w¿rden Reginalds Handlanger wiederkommen und sie aus dem Haus werfen, wie sie es ihr beim letzten Mal angedroht hatten.
    Aber die Privatkutsche war ihren Preis wert. Wie sollte sie den kleinen James sonst nach Memphis zur¿ckbringen, wo sie ihn die Treppe zum Kinderzimmer hochtragen, z¿lich in sein Bettchen legen und in den Schlaf singen w¿rde?
    ¿Lavendel ist blau, Lalilu¿, sang sie leise, w¿end sie ihre d¿nnen Finger ineinander flocht und nach drau¿n auf die winterlichen B¿e starrte, die die Stra¿ s¿ten.
    Sie hatte die Decke mitgebracht, die sie f¿r ihn aus Paris hatte kommen lassen, und das s¿¿ kleine M¿tzchen mit den dazu passenden Sch¿hchen. F¿r sie war er immer noch ein Neugeborenes. In ihrem verwirrten Geist existierten die sechs Monate nicht, die seit seiner Geburt vergangen waren.
    Die Kutsche rollte langsam ¿ber die lange Auffahrt. Vor ihr tauchte Harper House in all seiner Pracht auf.
    Vor dem wolkenverhangenen grauen Himmel wirkten der gelbe Stein und die wei¿n Zierelemente warm und elegant. Stolz und stark ragte das zweist¿ckige Geb¿e vor ihr auf, umgeben von B¿en und Str¿hern und weiten, gepflegten Rasenfl¿en.
    Fr¿her einmal, so hatte sie geh¿rt, seien Pfauen auf dem Anwesen gehalten worden, die ihre bunt schillernden Schwanzfedern zu einem Rad ausgebreitet h¿en. Doch Reginald sei ihr durch dringendes Kreischen auf die Nerven gegangen, und nachdem er der Herr von Harper House geworden sei, habe er die V¿gel wegschaffen lassen.
    Er herrschte wie ein K¿nig. Und sie hatte ihm seinen Prinzen geschenkt. Eines Tages w¿rde der Sohn den Vater vom Thron sto¿n. Dann w¿rde sie zusammen mit James ¿ber Harper House herrschen. Zusammen mit ihrem s¿¿n James.
    In den leeren Fensterh¿hlen des gro¿n Hauses, die wie kalte Augen auf sie herabstarrten, spiegelte sich die Sonne, doch sie stellte sich vor, wie sie dort mit James lebte. Wie sie ihn umsorgte, mit ihm im Garten spazieren ging, wie sein Lachen durch die hohen R¿e schallte.
    Eines Tages w¿rde es so weit sein. Das Haus war sein Eigentum, und daher geh¿rte es auch ihr. Sie w¿rden gl¿cklich und zufrieden dort leben, nur sie beide. So, wie es sein sollte.
    Sie stieg aus der Kutsche ¿ eine blasse, d¿nne Frau in einem schlecht sitzenden grauen Kleid ¿ und ging langsam auf den Haupteingang zu.
    Das Herz schlug ihr bis zum Hals. James wartete auf sie.
    Sie klopfte an die T¿r, und da ihre H¿e nicht stillhalten wollten, faltete sie sie energisch vor der Brust.
    Der Mann, der ihr ¿ffnete, trug einen gediegenen schwarzen Anzug, und obwohl er sie von Kopf bis Fu¿musterte, verriet sein Gesichtsausdruck nichts.
    ¿Kann ich Ihnen behilflich sein, Madam?¿
    ¿Ich komme, um James zu holen.¿
    Seine linke Augenbraue ging fast unmerklich in die H¿he. ¿Es tut mir Leid, Madam, aber hier wohnt kein James. Wenn Sie sich nach einem Bediensteten erkundigen m¿chten, der Dienstboteneingang befindet sich hinter dem Haus.¿
    ¿James ist kein Diener.¿ Wie konnte er es wagen? ¿Er ist mein Sohn. Er ist Ihr Herr. Ich will ihn holen.¿ Trotzig trat sie ¿ber die Schwelle.
    ¿Ich glaube, Sie haben sich in der Adresse geirrt, Madam. Vielleicht ¿¿
    ¿Sie werden ihn nicht vor mir verstecken k¿nnen. James!
    James! Mama ist hier.¿ Sie st¿rzte auf die Treppe zu und kratzte und biss, als der Butler sie am Arm packte.
    ¿Danby, was ist hier los?¿ Eine Frau, die ebenfalls in das Schwarz der Dienstboten gekleidet war, kam durch die gro¿ Eingangshalle auf sie zu geeilt.
    ¿Diese Frau, sie ist etwas ¿ ¿berreizt.¿
    ¿Das ist wohl noch untertrieben. Miss? Miss, ich bin Havers, die Haush¿erin. Bitte beruhigen Sie sich, und sagen Sie mir, um was es geht.¿
    ¿Ich will James holen.¿ Ihre H¿e zitterten, als sie ihre Frisur glatt strich. ¿Sie m¿ssen ihn mir so fort bringen. Es ist Zeit f¿r sein Schl¿hen.¿
    Havers hatte ein g¿tiges Gesicht und l¿elte sie freundlich an. ¿Ich verstehe. Bitte setzen Sie sich doch einen Moment, und beruhigen Sie sich.¿
    ¿Aber dann bringen Sie mir James, nicht wahr? Sie geben mir meinen Sohn.¿
    ¿Vielleicht im Salon? Dort brennt ein sch¿nes Feuer im Kamin. Es ist ja so kalt heute, finden Sie nicht auch?¿ Der Blick, den sie Danby zuwarf, veranlasste ihn, Amelia los zulassen. ¿Ich zeige Ihnen den Weg.¿
    ¿Das ist ein Trick von euch. Noch ein Trick.¿ Amelia rannte auf die Treppe zu und schrie im Laufen nach James. Sie schaffte es bis in den ersten Stock, doch dann gaben ihre Beine nach, und sie st¿rzte zu Boden.
    Eine T¿r ¿ffnete sich, und heraus trat die Herrin von Harper House. Sie wusste, dass dies Reginalds Frau war. Beatrice. Sie hatte sie einmal im Theater gesehen und in einigen Gesch¿en.
    Sie war sch¿n, obwohl sie etwas streng wirkte, mit Augen wie Splitter aus blauem Eis, einer schmalen Nase und vollen Lippen, die sich jetzt angewidert verzogen. Sie trug ein Morgenkleid aus dunkelrosa Seide mit einem hohen Kragen und einer eng geschn¿rten Taille.
    ¿Wer ist diese Kreatur?¿
    ¿Entschuldigen Sie, Ma¿am.¿ Havers, die schneller zu Fu¿war als der Butler, erreichte die T¿r des Wohnzimmers zuerst. ¿Sie hat ihren Namen nicht genannt.¿ Instinktiv kniete sie nieder und legte Amelia den Arm um die Schultern. ¿Sie scheint in einer Notlage zu sein ¿ und bis auf die Knochen durchgefroren.¿
    ¿James.¿ Amelia hob die Hand, und Beatrice schwenkte rasch ihre R¿cke zur Seite. ¿Ich will James holen. Meinen Sohn.¿
    ¿er Beatrice¿ Gesicht huschte ein Ausdruck des Verstehens, und ihre Lippen wurden zu einem schmalen Strich. ¿Bringen Sie sie hier herein.¿ Sie drehte sich um und ging ins Wohnzimmer zur¿ck. ¿Und warten Sie drau¿n.¿
    ¿Miss.¿ Havers sprach leise, w¿end sie der zitternden Frau beim Aufstehen half. ¿Sie brauchen keine Angst mehr zu haben. Niemand wird Ihnen etwas tun.¿
    ¿Bitte holen Sie mein Baby.¿ Ein flehentlicher Ausdruck stand in ihren Augen, als sie Havers Hand ergriff. ¿Bitte bringen Sie mir meinen Sohn.¿
    ¿Jetzt gehen Sie erst einmal hinein und sprechen mit Mrs Harper. Ma¿am, soll ich Tee servieren?¿
    ¿Ganz gewiss nicht¿, fuhr Beatrice sie an. ¿Und machen Sie die T¿r zu.¿
    Sie ging zu einem h¿bschen Kamin aus Granit und drehte sich um, so dass das Feuer hinter ihr loderte. Ihre Augen blieben kalt, als die T¿r leise geschlossen wurde.
    ¿Sie sind ¿ waren¿, korrigierte sie mit einem ver¿tlichen Zug um den Mund, ¿eine der Huren meines Mannes.¿
    ¿Mein Name ist Amelia Connor. Ich will ¿¿
    ¿Ich habe Sie nicht nach Ihrem Namen gefragt. Er interessiert mich genauso wenig wie Ihre Person. Eigentlich hatte ich angenommen, dass Frauen wie Sie, die sich nicht als gew¿hnliche Flittchen, sondern als M¿essen betrachten, genug Verstand und Manieren besitzen, um das Haus des Mannes, den sie Ihren Besch¿tzer nennen, zu meiden.¿
    ¿Reginald ¿ Ist Reginald hier?¿ Wie benommen sah sie sich in dem sch¿nen Raum mit seinen bemalten Lampenschirmen und Samtkissen um. Sie konnte sich nicht mehr genau daran erinnern, wie sie hierher gekommen war. Wahnsinn und Wut hatten sich verfl¿chtigt. Ihr war kalt, und sie wusste nicht, wo sie war.
    ¿Er ist nicht zu Hause, und Sie sollten sich gl¿cklich sch¿en, dass dem so ist. Ich wei¿von Ihrer ¿ Beziehung, und ich wei¿auch, dass er diese Beziehung beendet und Sie gro¿¿gig entsch¿gt hat.¿
    ¿Reginald?¿ Ihr verwirrter Geist sah ihn vor sich, wie er an einem Kamin stand, nicht diesem, nein, nicht diesem. An ihrem Kamin, in ihrem Salon.
    Hast du etwa geglaubt, ich w¿rde meinen Sohn von so einer wie dir gro¿iehen lassen?
    Sohn. Ihr Sohn. James. ¿James. Mein Sohn. Ich will James holen. Drau¿n in der Kutsche liegt seine Decke. Ich werde ihn jetzt mit nach Hause nehmen.¿
    ¿Wenn Sie glauben, dass ich Ihnen Geld gebe, um Ihr Schweigen in dieser unziemlichen Angelegenheit zu erkaufen, haben Sie sich geirrt.¿
    ¿Ich ¿ ich will James holen.¿ Ein zitterndes L¿eln lag auf ihren Lippen, als sie mit ausgestreckten Armen vortrat. ¿Er braucht doch seine Mutter.¿
    ¿Der Bankert, der von Ihnen geboren und mir aufgezwungen wurde, hei¿ Reginald, nach seinem Vater.¿
    ¿Nein, ich habe ihn James genannt. Sie haben gesagt, er w¿ tot, aber ich h¿re ihn doch weinen.¿ Ein besorgter Ausdruck lag auf ihrem Gesicht, als sie sich im Zimmer umsah. ¿H¿ren Sie ihn denn nicht weinen? Ich muss ihn finden, ich muss ihn in den Schlaf singen.¿
    ¿Sie geh¿ren in eine Irrenanstalt. Fast k¿nnte ich Mitleid mit Ihnen haben.¿ Das Feuer im Kamin hinter Beatrice loderte auf. ¿Sie haben in dieser Angelegenheit genauso wenig eine Wahl wie ich. Aber ich habe wenigstens keine Schuld. Ich bin seine Frau. Ich habe ihm Kinder geboren, eheliche Kinder. Ich habe den Tod einiger meiner Kinder zu beklagen, und mein Verhalten ist ¿ber jeden Zweifel erhaben. Was die Aff¿n meines Mannes angeht, so habe ich mich taub und blind gestellt und ihm keinen einzigen Grund zur Klage gegeben. Aber ich habe ihm keinen Sohn geschenkt, und das ist meine Tods¿nde.¿
    Beatrice wurde w¿tend, und ihre Wangen r¿teten sich. ¿Glauben Sie, ich h¿e gewollt, dass man mir Ihren Bankert unterschiebt? Diesen Bankert einer Hure, der mich Mutter nennen wird? Der das alles einmal erben wird?¿ Sie breitete die Arme aus. ¿Das alles hier ¿ Ich w¿nschte, er w¿ in Ihrem Leib gestorben und Sie mit ihm.¿
    ¿Geben Sie ihn mir, geben Sie ihn mir zur¿ck. Ich habe doch seine Decke.¿ Amelia sah auf ihre leeren H¿e herab. ¿Ich habe doch seine Decke. Ich werde ihn mitnehmen.¿
    ¿Es ist nicht mehr zu ¿ern. Wir sind in der gleichen Falle gefangen, aber Sie haben Ihre Strafe wenigstens verdient. Ich habe mir nichts zu schulden kommen lassen.¿
    ¿Sie k¿nnen ihn doch nicht behalten, wenn Sie ihn nicht wollen. Sie k¿nnen ihn nicht haben.¿ Mit weit auf gerissenen Augen rannte sie auf Beatrice zu. Der harte Schlag auf ihre Wange lie¿sie das Gleichgewicht verlieren und zu Boden st¿rzen.
    ¿Sie verlassen jetzt sofort dieses Haus.¿ Beatrice sprach leise und beherrscht, als w¿rde sie einem Bediensteten einen unwichtigen Auftrag geben. ¿Sie werden kein Wort mehr ¿ber diese Angelegenheit verlieren, oder ich werde daf¿r sorgen, dass Sie in einer Irrenanstalt landen. Ich werde nicht zulassen, dass mein guter Ruf durch Ihre Hirngespinste ruiniert wird. Sie werden nie wieder hierher kommen, nie wieder einen Fu¿in Harper House oder auf den Besitz der Harpers setzen. Sie werden das Kind nie wieder sehen ¿ das wird Ihre Strafe sein, obwohl das meiner Meinung nach bei Weitem nicht genug ist.¿
    ¿James. Ich werde hier mit James leben.¿
    ¿Sie sind verr¿ckt¿, erwiderte Beatrice leicht belustigt. ¿Treiben Sie nur weiter Ihre Hurerei. Ich bin sicher, dass Sie einen Mann finden werden, der Ihnen noch einen Bankert macht.¿
    Beatrice ging zur T¿r und riss sie auf. ¿Havers!¿ Sie wartete und ignorierte das verzweifelte Schluchzen hinter sich. ¿Danby soll diese Kreatur aus dem Haus werfen.¿

    Sie kam trotzdem zur¿ck. Man trug sie hinaus und befahl dem Fahrer, sie wegzubringen. Doch sie kam wieder, mitten in der kalten Nacht. Ihr Geist war verwirrt, doch noch einmal gelang es ihr, zu Harper House zu fahren, dieses Mal mit einer gestohlenen Pferdekarre. Der Regen hatte ihr Haar durchweicht, und das wei¿ Nachthemd klebte ihr am Leib.
    Sie wollte alle t¿ten. Sie in Streifen schneiden, in St¿cke hacken. Dann konnte sie James mitnehmen, ihn in ihren blutigen H¿en wegtragen.
    Aber das w¿rden sie nie zulassen. Sie w¿rden nie zulassen, dass sie ihr Kind in die Arme nahm. Dass sie sein Gesicht sah.
    Es gab nur eine M¿glichkeit.
    Sie stieg vom Karren, w¿end Mondlicht und Schatten ¿ber Harper House huschten, die schwarzen Fensterh¿hlen schimmerten und die Menschen hinter seinen Mauern schliefen.
    Der Regen hatte aufgeh¿rt; der Himmel war wieder klar. Nebelschwaden krochen ¿ber den Boden, graue Schlangen, die sich unter ihren nackten, frierenden F¿¿n teilten. Der Saum ihres Nachthemds schleifte ¿ber die feuchte Erde, w¿end sie ein Schlaflied summend weiter ging.
    Sie w¿rden bezahlen. Teuer bezahlen.
    Sie war bei der Voodoo-Priesterin gewesen und wusste, was getan werden musste. Sie wusste, wie sie das, was sie wollte, f¿r immer bekommen w¿rde. F¿r immer.
    Sie ging durch den winterlichen Garten bis zum Kutscherhaus, wo sie finden w¿rde, was sie brauchte.
    Sie sang, w¿end sie es mit sich trug und in der feuchten Luft auf das Herrenhaus zuging, auf dessen gelbem Stein das Mondlicht schimmerte.
    Lavendel ist blau, sang sie. Lavendel ist gr¿n.

    1
    Harper House
    Juli 2005
    Hayley war m¿de bis auf die Knochen und g¿te, bis ihr Kiefer knackte. Lilys Kopf lag schwer an ihrer Schulter, doch jedes Mal, wenn sie aufh¿rte zu schaukeln, zuckte das Baby wimmernd zusammen und grub seine kleinen Finger in das knappe Baumwoll-T-Shirt, in dem Hayley schlief.
    Versuche zu schlafen, korrigierte Hayley, w¿end sie ihre Tochter leise murmelnd beruhigte und den Schaukelstuhl wieder in Bewegung setzte.
    Es war fast vier Uhr morgens, und sie war jetzt schon zweimal aufgestanden, um die unruhige Lily wieder in den Schlaf zu schaukeln.
    Gegen zwei Uhr morgens hatte sie versucht, sich mit dem Baby zusammen ins Bett zu legen, um wenigstens etwas Schlaf zu bekommen. Doch Lily gab sich mit nichts zufrieden. Sie wollte in den Schaukelstuhl.
    Und so schaukelte und d¿ste Hayley vor sich hin. G¿end fragte sie sich, ob sie jemals wieder acht Stunden am St¿ck schlafen w¿rde.
    Sie konnte sich einfach nicht vorstellen, wie andere M¿tter zurechtkamen. Vor allem allein erziehende. Wie wurden sie damit fertig?

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Herausgeber Oliver Neumann
Seitenzahl 432
Erscheinungsdatum Februar 2006
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-49014-7
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 18.8/12.1/3.2 cm
Gewicht 346 g
Originaltitel Red Lily/In the Garden III
Übersetzer Bea Reiter
Verkaufsrang 39479
Buch (Taschenbuch)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
11 Bewertungen
Übersicht
10
1
0
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Alleskönner
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 26.12.2018

Bestelle nur Bücher die mir gefallen und gut lesbar sind. Habe bestimmte Autoren die ich lese und immer wieder bestelle wenn Neuerscheinungen kommen.

von einer Kundin/einem Kunden am 20.07.2018
Bewertet: anderes Format

Sehr gelungenes Ende einer wirklich schönen und fesselnden Reihe. Diese perfekte Mischung aus Romantik und Spannung schafft fast nur Nora Roberts. Kann ich nur weiterempfehlen!

von einer Kundin/einem Kunden aus Gießen am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Diese Story ist gut erzählt , entspannend ,typisch Nora Roberts . Am Ende ist alles gut . Eine gute Bettlektüre zum entspannen . Kein Tiefgang .