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Die Ketzer

Katharer, Waldenser und andere religiöse Bewegungen

Beck Reihe Band 2383

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Auf der Suche nach der idealen christlichen Gemeinschaft entstanden im Mittelalter religiöse Bewegungen, die neue, „alternative“ Lebensformen erprobten. Christoph Auffarth schildert anschaulich die unterschiedlichen Gruppierungen und erklärt, warum Katharer, Waldenser, Templer und andere von einer machtbewussten Kirche zu Ketzern erklärt und verfolgt wurden und wie die Franziskaner diesem Schicksal entgingen.

Portrait
Dr. Dr. Christoph Auffarth ist Professor für Religionswissenschaft an der Universität Bremen.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 128
Erscheinungsdatum 24.01.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-50883-7
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 18/11.6/1 cm
Gewicht 118 g
Abbildungen mit 5 Abbildungen 18 cm
Auflage 3. Auflage
Buch (Taschenbuch)
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Von historischer Sozialwissenschaft keine Spur, stattdessen reine Ideengeschichte. – Schade, da wäre mehr drin gewesen!
von einer Kundin/einem Kunden aus Naumburg am 14.09.2017

Wer hofft, in Auffahrts Band etwas über die Ketzer zu erfahren – wer sie waren, was sie glaubten, wie sie lebten – sieht sich ge- und enttäuscht. Denn Auffahrt beschreibt nicht die vielfältigen christlichen Glaubensgruppen des Mittelalters – Katharer, Waldenser, Albigenser usw. – sondern die Auseinandersetzung der römischen Kler... Wer hofft, in Auffahrts Band etwas über die Ketzer zu erfahren – wer sie waren, was sie glaubten, wie sie lebten – sieht sich ge- und enttäuscht. Denn Auffahrt beschreibt nicht die vielfältigen christlichen Glaubensgruppen des Mittelalters – Katharer, Waldenser, Albigenser usw. – sondern die Auseinandersetzung der römischen Kleriker mit ihnen. Von historischer Sozialwissenschaft keine Spur, stattdessen zu etwa vier Fünfteln reine Ideengeschichte. Und auch die wird seltsam ungeordnet entfaltet. So macht sich Auffahrt überhaupt keine Mühe, den Ausgangspunkt seiner Argumentation, die gregorianische Kirchenreform des 11. Jahrhunderts, auszuführen. Stattdessen stellt er zwei Kleriker des 10./ 11. Jahrhunderts vor, die angeblich erstmals über das „Massenphänomen“ Ketzerei (ziemlich krudes Zeug) schrieben – von denen er aber nur einen zitiert, dafür ausführlichst. So mäandert der Text das ganze Buch hindurch um das eigentliche Thema herum. Da fällt es dem gelangweilten Leser kaum mehr auf, dass dem Buch der Schluss fehlt: Es endet mit einem Essay zur Stellung der Frau in der mittelalterlichen (römisch-katholischen) Kirche. – Schade, da wäre mehr drin gewesen! +++ Dabei beginnt das Buch mit einer verblüffenden wie simplen Feststellung: „Ketzer sind diejenigen, die von der katholischen Kirche als ‚Ketzer‘ verurteilt worden sind.“ Ketzer werden also gemacht. Denn zunächst hatte es – so Auffahrt ziemlich am Ende des kleinen Werkes – „‚[d]ie‘ Kirche als die römische Papstkirche [nur] als theoretischen Anspruch bei Theologen und Juristen“ gegeben; „sie war aber keine reale Macht. Die mittelalterliche Kirche war die Vielzahl der Bistümer.“ Mit der inhaltlichen und organisatorischen Professionalisierung der Kirche – besonders unter Papst Gregor VII. – wurde nun offenbar erstmals versucht, Glaubensgrundsätze und –rituale zu vereinheitlichen und durchzusetzen. Glaubensgemeinden, die von diesen Normen abwichen, sahen sich in den folgenden Jahrhunderten einem immer strikteren und brutaleren Ausgrenzungs- und Züchtigungsprozess ausgesetzt (z. B. Antipropaganda, Kreuzzüge, Inquisition). Es werden nun diejenigen „zu Ketzern gemacht, die sich weigern, sich der Autorität der römischen Kirche zu unterwerfen […].“ Die tolerierte Vielfalt der christlichen Glaubenspraktiken („Häresien“) hatte damit ein Ende. +++ Christoph Auffahrt ist Professor für Religionswissenschaft an der Universität Bremen. Der Band „Die Ketzer“ – in der dritten Auflage 2016 in der Reihe C. H. Beck Wissen erschienen – hat laut Klappentext den Anspruch, „anschaulich die Ketzerbewegungen des Mittelalters“ zu schildern und zu erklären, „warum Katharer, Waldenser, Templer und andere Gruppen von einer machtbewussten Kirche verfolgt wurden“. Das Büchlein hat, wie für die Reihe üblich, einen Umfang von rund 120 Seiten, inkl. Zeittafel, Literaturhinweisen und Bibliographie. Auffahrt teilt seinen Text in sechs Kapitel, die offenbar einer Chronologie folgen sollen. Dazu eine Einleitung. Eine Zusammenfassung fehlt.