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Olga

Roman

Die Geschichte der Liebe zwischen einer Frau, die gegen die Vorurteile ihrer Zeit kämpft, und einem Mann, der sich mit afrikanischen und arktischen Eskapaden an die Träume seiner Zeit von Grösse und Macht verliert. Erst im Scheitern wird er mit der Realität konfrontiert – wie viele seines Volks und seiner Zeit. Die Frau bleibt ihm ihr Leben lang verbunden, in Gedanken, Briefen und einem grossen Aufbegehren.
Portrait
Bernhard Schlink, geboren 1944 bei Bielefeld, ist Jurist und lebt in Berlin und New York. Der 1995 erschienene Roman ›Der Vorleser‹, 2009 von Stephen Daldry unter dem Titel ›The Reader‹ verfilmt, in über 50 Sprachen übersetzt und mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, begründete seinen schriftstellerischen Weltruhm.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 12.01.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-07015-6
Verlag Diogenes Verlag AG
Maße (L/B/H) 18.8/12/2.5 cm
Gewicht 340 g
Auflage 3. Auflage
Verkaufsrang 16461
Buch (gebundene Ausgabe)
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Fr. 35.90
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
85 Bewertungen
Übersicht
51
23
8
2
1

Eine faszinierende Frau
von einer Kundin/einem Kunden am 14.10.2019
Bewertet: Hörbuch (CD)

Es mag nicht weiter überraschen, dass Bernhard Schlink ein literarisches Leben über "Der Vorleser" hinaus hat. Trotzdem ist "Olga" erst sein zweites Werk für mich. Es lassen sich durchaus Parallelen finden. Eine Frau mit Geheimnissen wird von einem jüngeren Mann betrachtet - wenn auch hier der Altersunterschied größer ist und di... Es mag nicht weiter überraschen, dass Bernhard Schlink ein literarisches Leben über "Der Vorleser" hinaus hat. Trotzdem ist "Olga" erst sein zweites Werk für mich. Es lassen sich durchaus Parallelen finden. Eine Frau mit Geheimnissen wird von einem jüngeren Mann betrachtet - wenn auch hier der Altersunterschied größer ist und die Liebesgeschichten sich zwar um diese beiden Figuren drehen, aber nicht miteinander. Der Roman ist in drei Teile gegliedert - und anders als in vielen anderen Werken, in denen solch eine Aufteilung eher zufällig wirkt, um kleinere Happen zu suggerieren, ist hier wahrnehmbar, wie unterschiedlich die Teile sind - besonders der dritte Teil relativiert das kühle sich ins Schicksal Fügen, das ich vor Allem im ersten Teil wahrnahm. Ebenfalls sortieren sich durch den dritten Teil einige als gegeben genommene Fakten noch einmal neu. Dabei geht es weniger um den Schockeffekt einer Enthüllung und mehr darum, die Mauern der Figur einzubrechen. Wer neben "Stella" von Takis Würger und "Kurt" von Sarah Kuttner noch ein außergewöhnliches Werk mit nur einem Vornamen im Titel lesen möchte, ist hier äußerst gut beraten!

von einer Kundin/einem Kunden am 08.08.2019
Bewertet: anderes Format

Eines verspreche ich Ihnen vorab: "Olga" wirkt länger nach. Schlink hat bis ins Detail recherchiert und bringt uns auch deutsche Kolonialgeschichte näher. Mir gefällt es sehr gut.

Eine anfangs innige, zunehmend tragische Liebesgeschichte, die Schlink vor einem Panorama deutscher Historie schildert.
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 03.04.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Bernhard Schlink erzählt von Olga Rinke, einem Mädchen aus armen Verhältnissen, das den anderen lieber zuschaut als mitspielt. Diese Eigenschaft wird charakteristisch für ihr Leben werden, doch zunächst wird sie nach dem Tod ihrer Eltern zur harschen Großmutter nach Pommern geholt. Dort lernt sie Herbert kennen, den Sohn eines r... Bernhard Schlink erzählt von Olga Rinke, einem Mädchen aus armen Verhältnissen, das den anderen lieber zuschaut als mitspielt. Diese Eigenschaft wird charakteristisch für ihr Leben werden, doch zunächst wird sie nach dem Tod ihrer Eltern zur harschen Großmutter nach Pommern geholt. Dort lernt sie Herbert kennen, den Sohn eines reichen Gutsbesitzers, schließt Freundschaft mit ihm. In der Schule zeigt Olga sich begabt, möchte Lehrerin werden. Als ihr versagt wird, auf die höhere Mädchenschule zu gehen, eignet sie sich den Stoff für die Prüfung selbst an, entflieht dafür häufig der beengten Atmosphäre des Hauses ihrer Großmutter auf Wiesen und Felder. Dort trifft sie sich häufig mit Herbert, beide verlieben sich ineinander. Es ist eine anfangs innige, zunehmend tragische Liebesgeschichte, die Schlink vor einem Panorama deutscher Historie schildert. Angefangen im Kaiserreich des späten 19. Jahrhunderts verfolgt der Leser das Leben dieser willensstarken Protagonistin bis in die 1970er Jahre. Oft setzt sie sich gegen widrige Umstände durch und tut, was sie für richtig hält – oft hält sie jedoch auch ihre Überzeugungen zurück, ohne in den Lauf der Dinge einzugreifen. Schlink zeichnet ein stilles Bild - ein schnörkelloses, aber emotionales Bild des Lebens einer Frau, die den Sinn politischer Ereignisse häufig hinterfragte, nach Selbständigkeit strebte, sich nicht von Konvention beeinflussen ließ. Insofern auch ein ungewöhnliches Bild einer Frauenfigur des beginnenden 20. Jahrhunderts, in einer Generation von Frauen, die meist unter ihren Möglichkeiten lebten. Allerdings finden sich auch Merkmale dieser Generation in Olga. Sie begehrt nie gegen ihren Mann auf, akzeptiert die Umstände ihres Lebens mit ihm, in dem er so oft fehlt. Stellt ihre eigenen Bedürfnisse hinter seinen zurück, lebt ein Leben des Auf-ihn-Wartens, selbst wenn sie die Zeit des Wartens mit ihrem selbstbestimmten Leben füllt. Erst in ihren Briefen vermag sie ihre wahren Gefühle mitzuteilen, die mich emotional mehr bewegt und tiefer berührt haben, als ich es zunächst vermutete. Auch war ich betroffen über all die Verluste, Abschiede und vor allem diese bedingungslose Liebe, die immer leidenschaftlich, aber in gewisser Weise ungelebt blieb. Diese starken Emotionen werden in den Mantel einer Auseinandersetzung mit Schuld, Sühne und dem Sinn des Lebens gehüllt. Bis zu ihrem Tod überragt Olga aufrecht die Höhen und Tiefen ihres Lebens und regt in dieser intensiven, vielschichtigen Lektüre zum Nachdenken an: über verpasste Chancen und abgeschnittene Wege, Loyalität und Zufriedenheit, Selbstbestimmung und Selbstaufgabe, über die Schlichtheit und die Größe des Lebens, über Tragik und Glück, die oft Hand in Hand gehen und uns trotzdem nicht aufgeben lassen, zu lieben.