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Wir sind dann wohl die Angehörigen

Die Geschichte einer Entführung

Johann Scheerer

(24)
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Beschreibung


Johann Scheerer erzählt auf berührende und mitreissende Weise von den 33 Tagen um Ostern 1996, als sich sein Vater Jan Philipp Reemtsma in den Händen von Entführern befand, das Zuhause zu einer polizeilichen Einsatzzentrale wurde und kaum Hoffnung bestand, ihn lebend wiederzusehen.

»Es waren zwei Geldübergaben gescheitert und mein Vater vermutlich tot. Das Faxgerät hatte kein Papier mehr, wir keine Reserven, und irgendwo lag ein Brief mit Neuigkeiten.« Wie fühlt es sich an, wenn einen die Mutter weckt und berichtet, dass der eigene Vater entführt wurde? Wie erträgt man die Sorge, Ungewissheit, Angst und die quälende Langeweile? Wie füllt man die Tage, wenn jederzeit alles passieren kann, man aber nicht mal in die Schule gehen, Sport machen, oder Freunde treffen darf? Und selbst Die Ärzte, Green Day und die eigene E-Gitarre nicht mehr weiterhelfen?

"Es ist in höchstem Masse spannend, obwohl wir wissen, wie es ausgeht.", Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln, 20.07.2018

Johann Scheerer, geboren 1982, gründete mit fünfzehn Jahren seine erste Band, nahm mit »Score!« 1999 sein erstes Album auf und ging auf Deutschlandtour. Nach dem Abitur bekam er einen Plattenvertrag für sein Soloprojekt »Karamel«, gründete 2003 das Tonstudio »Rekordbox« und 2005 »Clouds Hill Recordings«. Mittlerweile konnte er die einhundertste Veröffentlichung als Musiker und Produzent feiern, u.a. mit Faust, Gallon Drunk, Bosnian Rainbows, Rocko Schamoni, James Johnston, Peter Doherty und aktuell At the Drive-In. » It´s magic what this young German did to my songs. He saved my life.« Peter Doherty // The Libertines, Babyshambles. 2018 erschien sein erster Roman »Wir sind dann wohl die Angehörigen«

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 240
Erscheinungsdatum 01.03.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-05909-1
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 21.1/13.2/3 cm
Gewicht 406 g
Auflage 2. Auflage

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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Von einem auf den anderen Tag veränderte sich die Welt: von abrupten Ende einer Kindheit...
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 11.01.2020

Das Buch „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ von Johann Scheerer hat mich sehr beeindruckt, berührt und hallt noch immer nach... Meistens lese ich mindestens zwei Bücher parallel – das war mir bei dieser Geschichte unmöglich, ich hatte das Gefühl, hier könne ich mich nur auf dieses eine Buch konzentrieren! Als Hamburgerin kenn... Das Buch „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ von Johann Scheerer hat mich sehr beeindruckt, berührt und hallt noch immer nach... Meistens lese ich mindestens zwei Bücher parallel – das war mir bei dieser Geschichte unmöglich, ich hatte das Gefühl, hier könne ich mich nur auf dieses eine Buch konzentrieren! Als Hamburgerin kenne ich Jan Philipp Reemtsma, wobei das Wort „kennen“ natürlich vollkommen übertrieben ist: ich hatte viel von ihm gehört, als er in den 80er Jahren als Mäzen einer pädagogischen Einrichtung tätig wurde. Und ich kann mich gut an die Nachricht vom positiven Ende seiner Entführung erinnern: mein großes Erstaunen darüber, dass alle Medien tatsächlich geschwiegen hatten (der zähe Kampf um dieses Schweigen ist mit jetzt erst durch das Buch bekannt geworden!) Johann Scheerer ist der Sohn von Ann Kathrin Scheerer und Jan Philipp Reemtsma, er wurde im November 1982 geboren, war also zum Zeitpunkt der Entführung (25.3.1996) seines Vaters 13 Jahre alt. Er beschreibt 2018 – 22 Jahre später – wie er sich während der 33 Tage dauernden Geiselnahme gefühlt hat. Und das hat er m.E. ganz ausgezeichnet gemacht! Ein 13-jähriger ist per se in einer schwierigen Phase: Pubertät, Abgrenzung vom Elternhaus, eigene Wege finden – ein schwieriger Balanceakt zwischen dem Wunsch nach Selbstständigkeit und dem Wunsch nach Geborgenheit... Und in diese Zeit „knallt“ die Entführung des eigenen Vaters! Johann Scheerer erinnert sich an seine widersprüchlichen Gefühle: der intensive Wunsch, dass der Vater überlebt, Sorge/Angst, dass Entführungsopfer niemals überleben (deshalb: sich selbst keine Hoffnungen machen). Liebevolle Erinnerungen an den Vater, aber auch genervte Gedanken („Warum war ich am Tag zuvor nur so genervt gewesen von meinem penetrant schlauen Vater?“ E-book, S. 11). Er versteht sich manchmal als einen „Jungen ohne Gefühle. Ohne Hoffnung. Ohne eine leise Ahnung, was jetzt passieren würde.“ (E-book, S. 27). Johann fragt sich, ob er überhaupt noch lachen dürfe und ist beruhigt, als er einen Polizeibeamten mit dem helfenden Rechtsanwalt scherzen hört: “Man durfte also lachen. Das beruhigte mich.“ (E-book, S. 38) Aber gleichzeitig auch: „Ich stellte mir kurz den erschrockenen mitleidigen Blick vor, der sich auf mich richten würde. Mitleid, das meine Trauer, meine Panik und meine Verzweiflung nur befeuern würde. Das wollte ich nicht. Keine Hoffnung, keine Angst, keine Trauer, keine Tränen.“ /E-book, S. 93) Ja, natürlich merkt man am Schreibstil, dass dieses Buch von einem erwachsenen Menschen geschrieben wurde, aber Johann Scherer hat seine damaligen Empfindungen, Ideen, Gedanken, Hoffnungen sehr authentisch und wunderbar nachvollziehbar beschrieben. Der Stil ist eher „cool“, passt aber deshalb sprachlich sehr gut zu einem 13-jährigen, dessen bekannte Welt gerade zusammenbricht... Bis zum Schluss mit der Illusion, „ich könnte doch noch irgendwie wieder zurück in mein früheres Kinderleben, ...“ (E-book, S. 171) Obwohl ich den „Ausgang“ der Entführung kannte, konnte ich dieses Buch kaum aus der Hand legen, es hat mich regelrecht in seinen Bann gezogen (von „fesselnd“ möchte ich gerade in diesem Zusammenhang nicht schreiben). Aus diesem Grund spreche ich hier eine absolute Leseempfehlung aus!

Einer der spektakulärsten Entführungen aus Sicht des Sohnes geschildert
von einer Kundin/einem Kunden am 02.01.2019

An die Reemtsma-Entführung 1996 erinnern sich bestimmt noch viele: erst nach seiner Freilassung erfuhr man aus den Medien, dass Jan-Philipp Reemtsma über einen Monat gefangen gehalten und schließlich nach Lösegeldzahlung freigelassen wurde. Sein Sohn, damals 13 Jahre alt, hat dieses Erlebnis nun literarisch verarbeitet und es is... An die Reemtsma-Entführung 1996 erinnern sich bestimmt noch viele: erst nach seiner Freilassung erfuhr man aus den Medien, dass Jan-Philipp Reemtsma über einen Monat gefangen gehalten und schließlich nach Lösegeldzahlung freigelassen wurde. Sein Sohn, damals 13 Jahre alt, hat dieses Erlebnis nun literarisch verarbeitet und es ist ein richtig tolles Buch daraus geworden. Der Schrecken, die Angst, die man als Kind hat, wenn so etwas mit dem eigenen Vater passiert, wird natürlich eindrucksvoll und bewegend geschildert. Zahlreich sind aber auch die Beschreibungen der ganzen skurillen Situationen, die zwangsläufig entstehen: dass plötzlich Tag und Nacht Polizeibeamte im Haus sind und im Wohnzimmer auf der Isomatte schlafen. Dass man sich irgendwann einfach mal abreagieren und eine ganze Packung Eier kaputtwerfen muss. Dass man sich allem Horror zum Trotz aber unbedingt und dringend eine Gitarre wünscht und darauf versucht, Lieder von den Ärzten zu spielen - usw. Und immer wieder wird klar, dass jetzt alles anders ist, dass man etwas erlebt hat, was andere nicht erleben, dass man selbst womöglich ein anderer geworden ist und manche Dinge eben nicht rückgängig zu machen sind. Mir hat dieses Buch richtig gut gefallen, denn es ist beeindruckend ohne eine Super-Helden-Geschichte zu sein, berührend ohne rührselig zu sein, und richtig toll geschrieben! Unbedingt lesen!

33 Tage, die alles veränderten
von Igelmanu66 aus Mülheim am 10.07.2018

»Johann, ich muss dir etwas sagen.« Johann Scheerer wird diesen Morgen des 25. März 1996 nie vergessen. Diesen Morgen, an dem seine Mutter ihn weckte und ihm von der Entführung seines Vaters, Jan Philipp Reemtsma, erzählte. Bis zu diesem Tag hatte sich sein Leben um die normalen Probleme eines 13jährigen gedreht, um Pubertät... »Johann, ich muss dir etwas sagen.« Johann Scheerer wird diesen Morgen des 25. März 1996 nie vergessen. Diesen Morgen, an dem seine Mutter ihn weckte und ihm von der Entführung seines Vaters, Jan Philipp Reemtsma, erzählte. Bis zu diesem Tag hatte sich sein Leben um die normalen Probleme eines 13jährigen gedreht, um Pubertät und Klassenarbeiten. Von einem Moment auf den anderen tritt an die Stelle der Angst vor der anstehenden Lateinarbeit die Angst um das Leben seines Vaters. »Die Entführer werden das Geld bekommen, und dann werden sie ihn ermorden. So läuft das immer, wieso sollte es diesmal anders sein?« In diesem Buch teilt er seine Erlebnisse und Empfindungen während der 33 Tage dauernden Gefangenschaft Reemtsmas mit dem Leser. Seine Art zu schreiben hat mich gleich von der ersten Seite angesprochen. Offen berichtet er über das Gefühlschaos, das in ihm tobte, den ersten Schock, die offenen und verdrängten Ängste. Und das schlechte Gewissen, das ihn ständig plagte, mit Fragen wie: Wie geht es gerade meinem Vater? Leidet er in diesem Moment, in dem ich zur Ablenkung Gitarre spiele oder fernsehe? Wobei die Möglichkeiten zur Ablenkung stark eingeschränkt waren, Polizei und Reporter keinen normalen Alltag zuließen, das Warten auf die nächste Nachricht der Entführer alles bestimmte. Scheerer schildert detailliert die Ereignisse rund um die Entführung, die Telefonanrufe und Erpresserbriefe, die Übergabeversuche des Lösegeldes, die vielen Beratungen mit der Polizei. Und ebenso intensiv erzählt er von Sorgen und Hoffnungen, von quälender Langeweile und dem schon erwähnten schlechten Gewissen. Es ist eigentlich schon kompliziert genug, 13 Jahre alt zu sein. Auch Johann hatte an sich begonnen, sich abzunabeln, erste Schritte zum Erwachsenwerden getan. Und nun befindet er sich unter lauter Erwachsenen in einer Extremsituation, fühlt sich hilflos und überflüssig. Zudem merkt er, dass ihm irgendwelche Dinge verschwiegen werden, dass ihm Infos „kindgerecht“ vermittelt werden. All das lindert das Gefühlschaos in keiner Weise, bringt eher noch seine lebhafte Phantasie dazu, immer neue Horrorszenarien zu entwickeln. Jan Philipp Reemtsma wurde nach 33 Tagen gegen Zahlung eines Lösegeldes von rund 30 Mio. Mark freigelassen. Nach diesen 33 Tagen war sein Leben und das seiner Angehörigen ein anderes geworden. Fazit: Sehr intensiv und persönlich. Bei diesem sehr natürlich erzählten Bericht eines 13jährigen fühlt man auf jeder Seite mit. »Die Worte kamen aus seinem Mund, erreichten meine Ohren und konnten nichts bewirken, um die große Leere in meinem Kopf zu füllen. Rauschen, Dröhnen und Taubheit. Ich merkte, dass ich schon innerhalb dieser wenigen Stunden jemand anderes geworden war. Ich kannte ihn noch nicht, doch fürchtete ich mich davor, ihn kennenzulernen.«

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