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Das Finkenmädchen

Roman

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Taschenbuch
Fünfundzwanzig Jahre hat Felicity ihre ehemalige Nachbarin Rose nicht mehr gesehen. Aber an jedem einzelnen Tag hat sie an sie gedacht, und mit jedem Tag ist ihre Wut grösser geworden. Denn Felicity war damals klein, und Rose war gross. Rose hätte sie beschützen und ihr helfen müssen. Stattdessen hat sie einfach weggesehen, und jetzt scheint sie sich an nichts mehr zu erinnern. Aber Felicity wird ihrer Erinnerung schon auf die Sprünge helfen - und dafür sorgen, dass sie für ihre Fehler bezahlt ...
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Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 351 (Printausgabe)
Altersempfehlung 16 - 99
Erscheinungsdatum 25.05.2018
Sprache Deutsch, Englisch
EAN 9783732555963
Verlag Lübbe
Originaltitel Hush, little Bird
Dateigröße 1485 KB
Übersetzer Carola Fischer
eBook
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Bedrückend aber lesenswert
von Lia48 am 11.07.2018

INHALT: "Das Finkenmädchen" erzählt die Geschichte zweier Frauen, die sich beide in einer Strafvollzugsanstalt mit geringeren Sicherheitsvorkehrungen befinden. Beide haben ihre eigene Vorgeschichte und doch sind sie miteinander verknüpft. Denn es ist 25 Jahren her, dass Felicity ihre ehemalige Nachbarin Rose zuletzt gesehen hat... INHALT: "Das Finkenmädchen" erzählt die Geschichte zweier Frauen, die sich beide in einer Strafvollzugsanstalt mit geringeren Sicherheitsvorkehrungen befinden. Beide haben ihre eigene Vorgeschichte und doch sind sie miteinander verknüpft. Denn es ist 25 Jahren her, dass Felicity ihre ehemalige Nachbarin Rose zuletzt gesehen hat. Damals war sie noch ein Kind, klein und schwach. Rose hätte sie damals beschützen müssen! Doch das hat sie nicht nicht getan. Keiner hat ihr richtig zugehört. Felicitys Wut wächst und wächst. Nun ist sie größer und stärker. Und sie hat einen geheimen Plan. Rose muss endlich für ihre Fehler büßen!... MEINUNG: Zunächst wusste ich nicht genau, wohin mich dieses Buch thematisch bringen würde. Während das bunte Cover mit Blumen und Vögeln erst mal ziemlich hübsch anzusehen ist und auf eine leichteres Thema vermuten lässt, war der Inhalt doch recht bedrückend und traurig. Trotzdem passt das Cover gut zur Geschichte. Abwechselnd wird mal aus der Perspektive von Felicity und dann wieder von Rose erzählt. Dabei gehen die beiden Protagonisten auf ihre Situation in der Gegenwart ein und verknüpfen die immer wieder mit ihren Gedanken an ihre frühere Zeit. Da sie einmal Nachbarn waren, kommen in ihren Erinnerungen immer wieder die gleichen Personen vor, was die Geschichte sehr rund erscheinen lässt. Ein roter Faden zieht sich von Anfang an durch das Buch, auch der Spannungsbogen wird meistens aufrecht erhalten. Toll fand ich die unterschiedlichen Schreibstile, in der die Gedanken und Erlebnisse der Protagonisten geschildert wurde. Anfangs musste ich mich erst daran gewöhnen, da die Sätze bei Felicity etwas "abgeackt" erscheinen. Doch die Schreibstile passen wunderbar zu den beiden Protagonisten! Die Charaktere wurden differenziert ausgearbeitet, ihre Handlungen und Sichtweisen waren für mich nachvollziehbar dargestellt. Ich konnte mich in beide Personen gut hineinversetzen und ihre Gefühle nachempfinden. Gleichzeitig hätte ich im Klappentext gerne noch ein bisschen mehr vorher erfahren, wovon die Geschichte handelt. Zumindest, dass sie im Gefängnis spielt. Ich persönlich möchte es meistens gerne vorher wissen, ob ein Buch ein ernstes und trauriges Thema beinhaltet oder ob es sich locker, flockig zwischendurch lesen lässt. Ich muss zugeben, dass ich mich zu Beginn des Buches schwer getan habe, in die Geschichte zu finden, da nicht angegeben ist, dass aus den verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Allerdings gibt sich das dann mit der Zeit aufgrund der unterschiedlichen Schreibstile der Protagonisten. Manchmal habe ich die Erinnerungen von Rose als zu langatmig erfunden und hätte sie mir kürzer gewünscht. FAZIT: Insgesamt eine lesenswerte, wenn auch sehr bedrückende und traurige Geschichte.

Dramatische Geschichte von zwei Frauen, ein Trauma und die Frage von Schuld und Sühne - sensibler Roman über Opfer und Täter
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 25.06.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Felicity, genannt Birdy, wird wegen Körperverletzung verurteilt, verbüßt ihre Haftstrafe aber nicht in einem Gefängnis, sondern in einer Vollzugsanstalt mit geringeren Sicherheitsvorkehrungen, wo die Frauen auf einem großen Farmgelände in kleineren Wohngemeinschaften untergebracht sind und landwirtschaftliche Arbeiten verrichten... Felicity, genannt Birdy, wird wegen Körperverletzung verurteilt, verbüßt ihre Haftstrafe aber nicht in einem Gefängnis, sondern in einer Vollzugsanstalt mit geringeren Sicherheitsvorkehrungen, wo die Frauen auf einem großen Farmgelände in kleineren Wohngemeinschaften untergebracht sind und landwirtschaftliche Arbeiten verrichten. Birdy kümmert sich liebevoll um die Finken, wie sie es als Kind bei ihrem Nachbarn Mr. Winslow gelernt hat. Birdy war schon immer langsamer als Gleichaltrige, weshalb sie verspottet wurde. Ihre Mutter, frustriert von ihrem Ehemann verlassen worden zu sein, konnte das Mädchen nicht fördern und war froh, sie in die Obhut ihrer Nachbarn geben zu können. Auf der Farm begegnet Birdy nach all den Jahren Mrs Winslow wieder, die eines schweren Verbrechens beschuldigt wird, bei dem das Berufungsverfahren anhängig ist. Im Gegensatz zu Birdy erkennt Rose Felicity nicht wieder und weiß deshalb nicht, welche Rachegedanken die junge Frau ihr gegenüber hegt. Abwechselnd ist der Roman aus der Sicht von Birdy bzw. Rose geschrieben, die beide inhaftiert sind und gedanklich die vergangenen Geschehnisse aufarbeiten. Birdy denkt dabei an ihre Kindheit und das Trauma, das sie erleben musste. Dabei gibt es Überschneidungen zu Roses Leben, bei der man zunächst nur zwischen den Zeilen lesen kann, weshalb sie verurteilt wurde. Sie hadert weniger mit ihrer Tat als vielmehr mit ihrer Untätigkeit in der Vergangenheit. Schon mit 16 Jahren hat sie den charismatischen Schauspieler Simon Winslow geheiratet und sich damit von der Abhängigkeit von ihren Eltern in eine Abhängigkeit von ihrem Ehemann begeben. Dieser wird in der Presse als Pädophiler denunziert und Rose fragt sich jetzt, ob sie Simon jemals wirklich kannte. "Das Finkenmädchen" erzählt die dramatische Geschichte von zwei Frauen. Zunächst wird das Missbrauchsopfer, das die Tat aus Angst und Scham nie anzeigte, in den Fokus gerückt, bis auch die Rolle der Frau des Täters zur Sprache kommt. Während Birdy in Rose selbst eine Schuldige sieht, fällt auch ihr und ihren Töchtern eine Opferrolle zu. Da die beiden Frauen das Thema Missbrauch zu Beginn des Romans nicht offen zur Sprache bringen, kann man als Leser nur erahnen, was in der Vergangenheit geschehen ist, was Rose womöglich getan hat und was Birdy plant. Gerade weil Rose in der erwachsenen Birdy lange nicht kleine Felicity nicht wiedererkennt, erwartet man gespannt die Reaktion Birdys. Kindesmissbrauch ist ein schwieriges und erschütterndes und in Zeiten von #metoo leider ein immer noch aktuelles Thema, das die Autorin sehr einfühlsam verarbeitet. Dabei jedoch nicht aus, dass einzelne Szenen sensible Leser schockieren können. Passend Zum Titel "Das Finkenmädchen" ist es eine schöne Metapher, wie Birdy die Finken hegt und pflegt und vor Gefahren schützt - all die Fürsorge, die sie in ihrer Kindheit, gerade als Mädchen mit einer verzögerten Auffassungsgabe, die besonders eine liebevolle Obhut gebraucht hätte, schmerzlich vermisst hat. In dem Roman geht es um Fragen von Schuld und Sühne und um die Rolle von Opfern und Tätern, deren Übergang fließend sein kann. Er zeigt auch, wie lange das Leid der Opfer die Zukunft beeinflusst und ihr Leben nachhaltig prägen kann und wie leichtfertig man sich durch Wegschauen der Verantwortung entziehen kann. Gleichzeitig wird die Frage aufgeworfen, ob man einen Menschen, mit dem man Jahre lang zusammenlebt, jemals wirklich kennt.

Wenn wir es zulassen
von Svanvithe am 17.06.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Wer „Das Finkenmädchen“ von Nicole Trope zur Hand nimmt, darf sich von dem verträumten Cover nicht täuschen lassen. Denn inhaltlich geht es keinesfalls idyllisch zu. Vielmehr greift die Autorin ein schwieriges Thema auf und erzählt eine kraftvolle und herausfordernde Geschichte, die für einige Menschen schwer zu lesen sein wird.... Wer „Das Finkenmädchen“ von Nicole Trope zur Hand nimmt, darf sich von dem verträumten Cover nicht täuschen lassen. Denn inhaltlich geht es keinesfalls idyllisch zu. Vielmehr greift die Autorin ein schwieriges Thema auf und erzählt eine kraftvolle und herausfordernde Geschichte, die für einige Menschen schwer zu lesen sein wird. Da sind Birdy und Rose, zwei Frauen, die nicht unterschiedlicher sein können und doch mehr als eine Gemeinsamkeit haben. Beide sind sie Insassinnen eines Gefängnisses mit geringerer Sicherheitsstufe. Während Birdy, die nur noch wenige Monate ihrer Strafe wegen Körperverletzung verbüßt, genau weiß, wer Rose ist, hat diese keine Ahnung. Die Vierundfünfzigjährige ist eine nationale Berühmtheit, soll sie immerhin ihren Mann, den landesweit bekannten Fernsehmoderator Simon Winslow getötet haben. Aber die Bekanntschaft der beiden reicht viel weiter zurück. Fünfundzwanzig Jahren zuvor lebt die siebenjährige Felicity mit Mutter und Schwester in direkten Nachbarschaft der Familie Winslow. Felicity ist besonders, eher ruhig und in sich gekehrt, zudem ein wenig langsam. Das Lernen fällt ihr schwer, so dass sie ständig Dinge wiederholen muss. Nach der Trennung der Eltern ist die Mutter mit den zwei Kindern überfordert. So findet Felicity des Öfteren Aufnahme bei den Nachbarn: Rose und Simon Winslow. Unter anderem züchtet Simon Finken und bringt Felicity alles darüber bei. Auch im Gefängnis kümmert sich Felicity, die sich inzwischen Birdy nennt, um die Finken. Sie ist eine vorbildliche Gefangene und hält sich von Schwierigkeiten fern, weil sie immer daran denkt, nach Hause zu ihrer Tochter zu kommen. Zwar ist sie äußerst geschickt daran, gegenüber den sie behandelnden Therapeuten nur das zu sagen, was diese hören wollen, jedoch brodeln Wut und Hass in ihr. Diese Gefühle versteckt sie. Genauso gut wie die Erinnerungen an ihre Vergangenheit. Als Rose auftaucht, treten diese versteckten Gefühle und vergrabenen Erinnerungen mit Macht an die Oberfläche... Nicole Trope wagt sich mit „Das Finkenmädchen“ an ein schwieriges, gleichwohl wichtiges und aktuelles Thema: Belästigung und Missbrauch. Ihr gelingt es mit sensibler Ernsthaftigkeit, nicht nur die Verletzlichkeit der stillen Opfer darzustellen, ihnen eine Stimme zu geben, sondern sie zeigt ebenso auf, welche weitreichenden Auswirkungen und irreparablen Schäden die Handlungen eines Einzelnen für alle Beteiligten, einschließlich der Angehörigen haben. Sie vermag es, nicht nur die Hilflosigkeit und den Schmerz der Opfer deutlich zu machen. Vielmehr schildert sie genauso eindrucksvoll, dass es selbst Menschen, die unter einem Dach wohnen, nicht immer möglich ist, zu erkennen, was vor ihren Augen geschieht. Die Autorin lässt Birdy und Rose in abwechselnden Kapiteln in der Gegenwart und mit Rückblenden zu Wort kommen, wobei sich das Geschehen zwangsläufig kreuzt und Wiederholungen auftreten. Die realistische und feinsinnig ausgeführte Charakterisierung ihrer Figuren, einschließlich der Nebenfiguren, gibt der Geschichte Tiefe und ermöglicht eine Anteilnahme an deren Leben und Empfinden. Das Ringen und Wachsen der Beteiligten im Verlauf der Handlung ist glaubwürdig und einprägsam und zeugt von der Stärke, die Opferrolle hinter sich zu lassen und für die eigene Zukunft zu sorgen. Birdy hat es nicht leicht gehabt, ihr ist bewusst, dass sie nicht so intelligent wie andere ist. Allerdings gleicht sie dieses Manko mit Entschlossenheit aus. Sie möchte lernen und nutzt das ihr gegebene Potential, ist stolz auf das Erreichte. Und vor allem möchte sie eins: Eine gute Mutter sein, die das Beste für ihre Tochter zu tut, damit sie immer zusammen sind. Rose lernt Simon mit fünfzehn kennen und heiratet sehr jung und ohne Unterstützung ihrer Eltern wird – noch keine Zwanzig - Mutter. Während der ersten Jahre der Ehe arbeitet sie. Später muss sie das nicht mehr, weil Simon genug Geld verdient. Ihr Ehemann ist eine australische Fernsehgröße, als Missbrauchsvorwürfe gegen ihn erhoben werden. Rose ist fassungslos. An der Seite ihres charismatischen, selbstbesessenen Mannes hatte sie zwar ein traumhaftes Leben, doch ebenso ein fremdbestimmtes. Denn erst jetzt wird Rose wirklich bewusst, dass sie in der Ehe mit Simon keine Chance hatte, sich zu einer Persönlichkeit zu entwickeln, sich selbst ebenfalls wichtig zu nehmen, emotional zu wachsen und Entscheidungen zu treffen. Bis zu dem Tag, an dem sie es getan hat... 4,5 Sterne