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Herr Kato spielt Familie

Roman

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Taschenbuch
gebundene Ausgabe
Die Tage dehnen sich, und zugleich schnurrt die Zeit zusammen. Die Uhr läuft ab, dabei könnte es gerade erst losgehen. Ob ein kleiner weisser Spitz daran etwas ändern würde?
Den ehemaligen Kollegen hat er immer beneidet. Um den Ruhestand, das Motorrad und die neue Freiheit. Doch jetzt steht er selbst frisch verrentet auf den bemoosten Treppen vor seinem Haus und weiss nicht wohin. Eine Krawatte braucht er nicht mehr, zu Hause ist er im Weg, die Kinder sind längst ausgezogen. Ob die junge Frau, die er jüngst auf dem Friedhof getroffen hat, ihm nur etwas vormacht, vermag er nicht zu sagen. Er ist aus der Übung. Und dennoch nimmt er ihren Vorschlag an, lässt sich von ihrer Agentur »Happy family« mal als Opa, mal als Exmann, dann wieder als Vorgesetzter engagieren und trifft auf fremde Menschen und Schicksale. Er spielt seine Rollen gut, und seine Frau bekommt von alledem nichts mit. Sie hat wieder angefangen zu tanzen …
Ein nachdenkliches Buch über Erinnerungen und unerfüllte Träume, über Glücksmomente und Wendepunkte. Milena Michiko Flašar zeichnet mit wenigen Strichen, beredten Bildern und unnachahmlicher Wärme ein ganz gewöhnliches, ganz einzigartiges Leben.
Portrait
Milena Michiko Flašar, geboren 1980 in St. Pölten, hat in Wien und Berlin Komparatistik, Germanistik und Romanistik studiert. Sie ist die Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters, lebt als Schriftstellerin in Wien und unterrichtet nebenbei Deutsch als Fremdsprache.
Für »Ich nannte ihn Krawatte« erhielt sie den Literaturpreis Alpha 2012.
Im österreichischen Residenz Verlag sind zwei Bücher von ihr erschienen: »Ich bin« (2008) und »Okaasan – Meine unbekannte Mutter« (2010).
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 169
Erscheinungsdatum 02.02.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8031-3292-5
Reihe Quartbuch
Verlag Wagenbach
Maße (L/B/H) 22.1/14.2/2 cm
Gewicht 320 g
Auflage 4. Auflage
Verkaufsrang 23659
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
11 Bewertungen
Übersicht
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von einer Kundin/einem Kunden am 01.08.2019
Bewertet: anderes Format

Der Autorin gelingt es meisterhaft, ohne großen Aufwand stimmungsvolle Bilder zu entwerfen. Herr Kato wächst einem ans Herz und man fühlt, was er fühlt. Ein leises Buch! Lesen!

Das ein Schreibstil so "schön" sein kann
von einer Kundin/einem Kunden am 11.02.2019

Herr Kato hat es endlich geschafft. Er ist im Ruhestand und könnte nun sein restliches Leben genießen. Dumm nur, dass er keinen Plan hat, was er mit sich anfangen könnte. Nicht einmal krank ist er! Doch dann lernt er Mie kennen, die ihm ein Jobangebot macht: Schauspielern! Um genauer zu sein: er soll einen Stand-In mimen. Dab... Herr Kato hat es endlich geschafft. Er ist im Ruhestand und könnte nun sein restliches Leben genießen. Dumm nur, dass er keinen Plan hat, was er mit sich anfangen könnte. Nicht einmal krank ist er! Doch dann lernt er Mie kennen, die ihm ein Jobangebot macht: Schauspielern! Um genauer zu sein: er soll einen Stand-In mimen. Dabei spielt er vor allem bei völlig fremden Leuten, jene Menschen, die diesen abhanden gekommen sind, sei es durch Tod oder Entfremdung. Dabei lernt Herr Kato nicht nur viele Menschen und deren Geschichte kennen, er lernt sich selber und seine eigene Familie besser kennen. Wieder einmal ist Frau Flasar ein Buch gelungen, das zum Nachdenken anregt, einen mitfühlen lässt und einen staunen lässt, wie schön doch die deutsche Sprache sein kann (zumindest habe ich so empfunden).

Herr Kato weiß nicht, was er will
von einer Kundin/einem Kunden aus Leiblfing am 07.06.2018

Nach der Lektüre von "Herr Kato spielt Familie" bin ich zugegebenermaßen etwas zwiegespalten. Einerseits behandelt Milena Michiko Flasar in ihrem recht schmalen Werk ein sehr interessantes Thema, oder sogar mehrere. Auch der Sprachstil ist angenehm zu lesen. Aber: irgendwie konnte mich das Gelesene über weite Strecken nicht fess... Nach der Lektüre von "Herr Kato spielt Familie" bin ich zugegebenermaßen etwas zwiegespalten. Einerseits behandelt Milena Michiko Flasar in ihrem recht schmalen Werk ein sehr interessantes Thema, oder sogar mehrere. Auch der Sprachstil ist angenehm zu lesen. Aber: irgendwie konnte mich das Gelesene über weite Strecken nicht fesseln, konnte ich nicht feststellen, was ich persönlich aus der Geschichte mitnehmen kann. Unbestritten ist es ein Buch der sehr leisen Töne. Herr Kato lebt, wie es sein Name und das Cover bereits vermuten lassen, irgendwo in Japan und befindet sich schon seit einigen Monaten im wohlverdienten Ruhestand. Doch den kann er irgendwie nicht so richtig genießen. Denn er weiß nicht, was er mit der vielen freien Zeit anfangen soll. Von seiner Frau hat er sich nach jahrzehntelanger Berufstätigkeit längst entfremdet. Jetzt sind sie sich gegenseitig im Weg. Bis Kato (einen Vornamen erfahren wir nicht) plötzlich Mie kennenlernt, die sehr geheimnisvoll auftritt und ihm einen seltsamen Vorschlag macht. Von ihrer Agentur lässt er sich engagieren und schlüpft in verschiedene Rollen. Vom Opa zum Firmenchef zum Ehemann nimmt er verschiedene Aufträge an. Er spielt Familie. Doch was sucht er eigentlich? Gerade mit Herrn Kato bin ich leider so gar nicht warm geworden. Mag daran liegen, dass er eine ältere Generation verkörpert. Mich nervte aber besonders seine Selbstbezogenheit und noch schlimmer seine Antriebslosigkeit. Der bekommt einfach auch nichts auf die Reihe. Außer der Sache mit der Schauspielerei, da blüht er plötzlich auf. Nur ist mir hier bis zum Schluss nicht klargeworden, was uns die Autorin eigentlich damit sagen wollte. Ein paar emotionale Familiengeschichten, zum Ende hin hat es mir auch besser gefallen, aber irgendwie fand ich es nicht ganz rund. Generell mag ich die leisen Töne, hier blieb es mir aber insgesamt ein bisschen zu blass. Ein netter Roman über das Älterwerden und den Renteneintritt. Über das Leben nach der Berufstätigkeit. Auch über den Sinn des Lebens und was am Ende wirklich wichtig ist. Vielleicht war es für mich der falsche Zeitpunkt für dieses Buch, aber so richtig warm geworden bin ich damit leider nicht.