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Mileva Einstein oder Die Theorie der Einsamkeit

Roman

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»Trauer summiert sich wie in der Mathematik.«

Als ihre Ehe mit Albert Einstein zerbricht, verliert Mileva die Liebe ihres Lebens, ihren inneren Halt. Ein bewegender Roman über eine begabte junge Frau, die sich ein eigenes Leben erträumte und an den patriarchalischen Denkmustern des frühen 20. Jahrhunderts scheiterte.

Berlin, 1914. »Du sorgst dafür, dass meine Kleider und Wäsche ordentlich im Stand gehalten werden und dass ich die drei Mahlzeiten im Zimmer ordnungsgemäss vorgesetzt bekomme. Du hast weder Zärtlichkeiten von mir zu erwarten noch mir irgendwelche Vorwürfe zu machen.« So beginnt nach elf gemeinsamen Ehejahren der Forderungskatalog Albert Einsteins an seine Frau Mileva - eine Frau, die wie er Physik studierte und die lange Zeit seine engste Vertraute war. Zutiefst gekränkt verlässt Mileva ihren Mann und zieht sich mit den gemeinsamen Kindern nach Zürich zurück. Doch auch dort ist sie ihrer Einsamkeit schutzlos ausgeliefert. Mileva Einstein ist das feinfühlige Portrait einer Frau, die sich ganz der Karriere ihres berühmten Mannes verschreibt und sich dabei am Ende selbst verliert.
Rezension
»Slavenka Drakulic setzte eskapistischen weiblichen Charakteren ein literarisches Denkmal. Eine fesselnden Geschichte, der es weder an Spannung noch an grossen Gefühlen fehlt««
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Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 224 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 13.04.2018
Sprache Deutsch, Kroatisch
EAN 9783841215048
Verlag Aufbau
Originaltitel Mileva Einstein, teorija tuge
Dateigröße 4177 KB
Übersetzer Katharina Wolf-Griesshaber
Verkaufsrang 15883
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Biografie einer Gescheiteren
von Jennifer am 22.05.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Mileva Einstein stammte aus Serbien und war die erste Ehefrau des Physikgenies Albert Einstein. Bis zuletzt stand sie im Schatten ihres Nobelpreis gekrönten Mannes. Grund genug, dass Slavenka Drakulic nun eine Biografie über diese Frau geschrieben hat. Darin nähert sie sich in einfühlsamer Weise an Mileva und deren Schicksal an.... Mileva Einstein stammte aus Serbien und war die erste Ehefrau des Physikgenies Albert Einstein. Bis zuletzt stand sie im Schatten ihres Nobelpreis gekrönten Mannes. Grund genug, dass Slavenka Drakulic nun eine Biografie über diese Frau geschrieben hat. Darin nähert sie sich in einfühlsamer Weise an Mileva und deren Schicksal an. Mileva durfte als eine der ersten Frauen in Zürich Mathematik und Physik studieren und lernte dabei den Außenseiter Albert Einstein kennen. Eloquent und wissbegierig behauptete sie ihren Platz inmitten einer patriarchalischen Gesellschaft, träumte gar von einer Karriere als Wissenschaftlerin. Doch letzteres sollte nicht eintreffen, was vor allem an Albert Einstein und dessen Aufstieg lag. Die Beziehung und die folgende unglückliche Ehe mit ihm machten die einst so starke Serbin krank, depressiv und willenlos. Für die gemeinsamen Kinder stellte sie gar ihre eigenen Pläne und Bedürfnisse hintenan und akzeptierte Albert Einsteins spätere Beziehung zu dessen Cousine Elsa. Mehr noch, in den gemeinsam mit Albert Einstein verfassten Forschungsaufsätzen wird sie nie genannt werden, während er die Lorbeeren erntete. Der Protagonistin beim Scheitern zuzuschauen, war nicht immer leicht. Drakulic hat Milevas Rückzug aus dem akademischen wie privaten Leben fesselnd umgesetzt und an passenden Stellen mit Originalzitaten ausgestattet. Das Schicksal dieser wissenschaftlich brillanten Frau, die an der Seite des "Genies" Einstein verkümmert, weil dieser sich ausschließlich der Wissenschaft und den eigenen Interessen widmet, ist ein durchweg tragischer Stoff, den die Autorin in all seiner Bitterkeit ausmalt. Kurzum, das vorliegende Buch ist keine leicht zu lesende Lektüre, weil diese viel Melancholie, Selbstzweifel und Trauer enthält. Ich habe die Biografie trotzdem gern gelesen, weil sie viel über den Privatmenschen Albert Einstein verrät, der zwar wissenschaftlich genial gewesen sein mag, aber im Privaten wenig Feingefühl besaß. Darüber hinaus konnte ich einige inhaltliche Parallelen zu dem ebenfalls 2018 erschienenen Roman "Frau Einstein" von Marie Benedict feststellen. Es reicht also aus, wenn man nur eines der beiden Bücher über Mileva Einstein gelesen hat. FAZIT Eine emotionale Biografie über eine gescheiterte Wissenschaftlerin wie Ehefrau, die interessante Einblicke in das Leben am Anfang des 20. Jahrhunderts liefert.

von einer Kundin/einem Kunden am 12.05.2018
Bewertet: anderes Format

Wer ist die Frau von Physiker Albert Einstein, wenn das alles ist, was von einer hochintelligenten Frau übrig bleibt: der Nachname eines Mannes? Wie wichtig Selbstbestimmung ist.

Weit mehr als die Ehefrau des bekannten Nobelpreisträgers
von Elke Seifried aus Gundelfingen am 15.04.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Die Geschichte beginnt damit, dass Mileva im Juli 1914 bei Bekannten in der Küche sitzt und ungläubig den Brief, in dem ihr Ehemann Albert Einstein ihr die Bedingungen für das weitere Zusammenleben diktieren will, liest. Sie muss bitter erkennen, dass ihre Ehe gescheitert ist. Sie verlässt mit ihren beiden Söhnen Berlin, geht zu... Die Geschichte beginnt damit, dass Mileva im Juli 1914 bei Bekannten in der Küche sitzt und ungläubig den Brief, in dem ihr Ehemann Albert Einstein ihr die Bedingungen für das weitere Zusammenleben diktieren will, liest. Sie muss bitter erkennen, dass ihre Ehe gescheitert ist. Sie verlässt mit ihren beiden Söhnen Berlin, geht zurück nach Zürich und versucht ihr Leben dort als alleinerziehende Mutter zu meistern. „Dass auch Albert ein Mann geworden war, dessen sexueller Appetit mit zunehmendem Erfolg wuchs.“, war nicht neu für Mileva, auch wenn sie sich jahrelang vor der Einsicht und den Warnungen ihrer Freunde, gesträubt hat um sich vor Schmerzen zu schützen. Sie wusste auch um die Gerüchte, dass ihr Ehemann in seine Cousine Elsa verliebt ist, mit der er ab jetzt zusammenleben wollte. Ihre Ehe sollte daher nur noch eine geschäftliche Beziehung sein. Man erfährt als Leser von den Bedingungen, die sie, anfangs, aus Sorge um die Kinder, versucht ist, anzunehmen. Als sie allerdings erkennt, dass Albert sie von einer gleichberechtigten Partnerin zu einer bloßen Dienstmagd, die ihm die Wäsche erledigen und Essen zubereiten soll, degradiert, beschließt sie diese nicht zu akzeptieren und es kommt zur Trennung. In Rückblenden wird von ihrer Ehe, vom gemeinsamen Studium der Physik, von ihrem gescheiterten Diplom, von ihrem Anteil an Albert Einsteins Veröffentlichungen und Theorien sowie von ihren Eltern, die sie stets unterstützt haben, berichtet. Nach und nach wird auch das Rätsel um die Tochter, die sie verloren hat, gelüftet. Man erkennt, was diese Frau gebrochen hat, erfährt von ihren Krankenhausaufenthalten, ihren psychischen Problemen und um ihr Sorgen um ihre Söhne, besonders um den jüngeren Tete, der womöglich ebenfalls wie seine Tante unter Schizophrenie leiden könnte. Auch weitere Auseinandersetzungen mit Albert Einstein sind ein Teil des Romans. Die Autorin zeichnet ein mehr als gelungenes Porträt einer bedeutenden Frau, das ich regelrecht verschlungen habe. »Die Stärke der Autorin liegt in ihrem außerordentlichen Einfühlungsvermögen.« mit diesem Zitat von Karl-Peter Schwarz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, wird auf dem Buchrücken für dieses Buch geworben und dieses Werbeversprechen wird gehalten. Ich war von der ersten Seite ab ergriffen, habe mit Mileva gelitten, konnte mir ihre Sorgen nur allzu gut vorstellen und habe ihre Selbstzweifel, ihre innere Zerrissenheit und auch ihre Einsamkeit fast selbst gespürt. Zahlreiche innere Monologe und treffende, bildreiche Wendungen wie „Ich bin leer, außer Schmerz wohnt nichts in mir“ oder „In ihr hat sich Trauer für mehrere Leben angestaut. Die Vergangenheit ist eine Ablagerung, die loszuwerden, ihr nicht gelingt.“, ermöglichen auch einem Erzähler direkt in Mileva zu blicken und ihr ganz nah zu sein. „Ihre Eltern hatten ihr von klein auf beigebracht, verantwortlich zu handeln, die Kehrseite zu betrachten. Zweifel an der Richtigkeit ihrer eigenen Position zu hegen.“ Dies hat Mileva wohl sehr geprägt und sie ist hervorragend dargestellt. Die Selbstzweifel sind stets spürbar und haben sicher mit zu ihrer zunehmenden Melancholie geführt. Ebenso wie diese hängt auch das Versagen im Diplom, wodurch ihr die Möglichkeiten, von denen sie geträumt hat, verwehrt wurden, wie ein Damoklesschwert über der Geschichte. Albert Einstein hat sich als junger Student, ihrem Hinkebein zum Trotz, in sie verliebt, „Er sei ganz bezaubert gewesen, weil er bis dahin keine solchen Frauen, gebildet, selbstbewusst, im Gespräch mit Männern geleichberechtigt, gekannt habe“. Jedoch hat er schon immer ein Auge auf andere Frauen geworfen. Mileva hat sich aber damit getröstet, dass keine andere Frau, wie schön auch immer, ihm die intellektuelle und wissenschaftliche Unterstützung bieten konnte, die sie ihm bot. Als Leser erhält man einen guten Einblick in seine launische, sarkastische Art, mit der er sich nicht beliebt gemacht hat. Sehr imponiert hat mir Milevas Vater, der ihr, für seine Zeit fortschrittlich, stets zur Seite stand. Ganz furchtbar habe ich Alberts Mutter Pauline empfunden. Sie hält auch mit ihrer Ablehnung Milevas nicht hinter dem Berg, „Sie ist älter als du, eine Invalidin, Serbin und obendrein hässlich“, worunter diese natürlich zudem leidet. Aber auch alle anderen Nebendarsteller sind gelungen gezeichnet. Als Leser wird man perfekt mit auf eine Zeitreise genommen. Frauen hatten ihre Ehemänner zu versorgen, der Besuch eines Gymnasiums, gar ein Studium war Anfang des 20. Jahrhunderts für Mädchen ein Problem und oft nur mit Ausnahmegenehmigung möglich. Man trifft auf Marie Curie, hört von Freud, der seine Theorien aufstellt und nachdem der Erste Weltkrieg belastend zu spüren ist, wandert der Jude Albert Einstein gegen Ende des Romans auch mit seiner neuen Frau und Familie nach Amerika aus. Auch die Ausdrucksweise ist der Zeit angepasst. Wirklich sehr gut hat mir gefallen, dass in kursiver Schrift auch zahlreiche Originaldokumente in den Roman eingebunden werden, die das Erzählte auch belegen. Albert Einstein, Mileva, hier erhält man tolle Einblicke, so macht Geschichtelernen einfach Spaß. Alles in allem kann ich nur eine begeisterte Leseempfehlung aussprechen., fünf Sterne sind hier wahrlich verdient.