Warenkorb
 

Fliegende Hunde

Roman

Ullstein eBooks

Weitere Formate

gebundene Ausgabe

»Russische Mädchen schlagen sich durch, verlieben sich und ekeln sich dabei. Ein freches, leidenschaftliches, kluges Buch.« Wladimir Kaminer

Oksana und Lena wachsen in einem tristen Vorort von St. Petersburg auf. Sie teilen alles: Träume, Sorgen, erste Berührungen - Nächte, die es nicht geben darf. Um ihnen zu entkommen, zieht Lena zum Modeln nach China, wo ihr Körper Fotografen, Agenten, schmierigen Kunden gehört. Oksana taucht immer tiefer in eine Online-Community ab, in der Magersüchtige die Belagerung von Leningrad nachahmen und Rezepte für Ledergürtel-Suppe und Erdkaffee austauschen. Als Lena in den Ferien nach Hause kommt, müssen beide Entscheidungen treffen. Ein Roman über die Freundschaft und zarte Liebe zweier junger Frauen, die auf ihren unterschiedlichen Wegen ihr Glück und sich selbst suchen - und dabei zu Konkurrentinnen werden.

Portrait
Wlada Kolosowa wurde 1987 in St. Petersburg geboren und wuchs in Deutschland auf. 2011 verliess sie die Freie Universität Berlin mit einem Abschluss in Publizistik. Von 2012 bis 2014 studierte sie Creative Writing an der New York University, unter anderem bei Jonathan Safran Foer und Zadie Smith. Inzwischen hat sie den Abschluss Master Of Fine Arts und unterrichtet Bachelorstudenten im kreativen Schreiben.

Seit 2014 arbeitet sie als freie Journalistin und Kolumnisten, unter anderem hat sie für SPIEGEL ONLINE, NEON, den Tagesspiegel, DIE ZEIT und ZEITmagazin geschrieben. Von Oktober 2014 bis November 2015 war sie als Redakteurin für ZEIT Campus tätig mit Schwerpunkt Mode und Lifestyle. Im Sommer 2011 reiste Wlada auf der Suche nach ihren Wurzeln durch Russland und schrieb darüber eine Kolumne für SPIEGEL ONLINE. Das MEDIUM-Magazin wählte sie daraufhin in die "30 unter 30″ - die Top 30 der Nachwuchsjournalisten 2011. Im Sommer 2012 erschien beim Goldmann Verlag ihr erstes Buch "Russland To Go - Eine ungeübte Russin auf Reisen" (ca. 6.650 verk. Ex.).

Wlada Kolosowa moderiert gelegentlich Podiumsdiskussionen und die MDR-Websendung Heute im Osten.
… weiterlesen
  • Artikelbild-0
eBook kaufen
eBook verschenken

Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 224 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 09.03.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783843717045
Verlag Ullstein Verlag
Originaltitel Fliegende Hunde (AT)
Dateigröße 579 KB
Verkaufsrang 52475
eBook
eBook
Fr. 18.00
Fr. 18.00
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
Sofort per Download lieferbar
Sie können dieses eBook verschenken  i
eBook kaufen
eBook verschenken
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?

Kundenbewertungen

Durchschnitt
39 Bewertungen
Übersicht
16
20
3
0
0

Hungrige Mädchen
von einer Kundin/einem Kunden am 14.09.2019

In diesem Roman sind zwei Freundinnen die Hauptcharaktere. Abwechselnd wird aus deren Sicht ihr Coming of Age erzählt und ist zeitgleich auch ein wenig Kritik an Magermodels und deren Auswirkungen auf junge Mädchen. Dass die beiden eine lesbische und geheime Beziehung zueinander führen ist eher nebensächlich. Es wird nicht thema... In diesem Roman sind zwei Freundinnen die Hauptcharaktere. Abwechselnd wird aus deren Sicht ihr Coming of Age erzählt und ist zeitgleich auch ein wenig Kritik an Magermodels und deren Auswirkungen auf junge Mädchen. Dass die beiden eine lesbische und geheime Beziehung zueinander führen ist eher nebensächlich. Es wird nicht thematisiert, so wie es wohl auch in Russland nicht thematisiert werden darf. An einer Stelle klingt aber dennoch so etwas wie Kritik durch. In etwa, wenn Lena darüber nachdenkt, dass es für die Eltern weniger ein Problem darstellt, wenn zwei Mädchen nackt miteinander im Bett liegen, als wenn es zwei Jungs gewesen wären. Einen großen Raum nimmt auch die Leningrader Blockade ein. „Fliegende Hunde“ ist ein Roman der im LGBTIQ-Genre angesiedelt ist und obwohl die Hauptcharaktere homosexuell sind oder zumindest eine Liebesbeziehung zueinander führen, werden die Themen von Homophobie, Coming Out und die fehlende gesellschaftliche Akzeptanz nur gestreift. Ebenfalls sehr empfehlenswert ist der Debütroman des österreichischen Schriftstellers David Fuchs „Bevor wir verschwinden.“

Absolut gelungenes Debüt
von Cathy am 10.08.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Die Geschichte um Lena und Oksana hat mir wirklich gut gefallen. Weil sie echt war. Weil sie genau einfangen konnte, wie es ist, wenn man nicht mehr Kind ist, aber auch noch nicht richtig erwachsen. Wie es ist, wenn man seinen Platz im Leben noch nicht finden konnte. Wie es ist, wenn man merkt, dass alles ganz anders ist, als ma... Die Geschichte um Lena und Oksana hat mir wirklich gut gefallen. Weil sie echt war. Weil sie genau einfangen konnte, wie es ist, wenn man nicht mehr Kind ist, aber auch noch nicht richtig erwachsen. Wie es ist, wenn man seinen Platz im Leben noch nicht finden konnte. Wie es ist, wenn man merkt, dass alles ganz anders ist, als man immer glaubte. Und wie es ist, wenn man endlich Ballast los wird. Es ist die typische Mädchenfreundschaft, die man in dem Alter so führt. Das eine Mädchen stark und dominant, das andere Mädchen untergeben und froh Teil dieser Freundschaft sein zu dürfen. Nichts wird in Frage gestellt. Lena bestimmt und macht die Regeln, Oksana fügt sich diesen mehr als gerne. Als die beiden aber zum ersten Mal in ihrem Leben länger voneinander getrennt sind, lichtet sich der Begeisterungsnebel um Lena, in dem Oksana steckte. Ohne Lena wird sie mit jedem Tag stärker und selbstbewusster. Erkennt endlich sich selbst und ihren Wert und vor allem was ihr wichtig ist. Die Kapitel wechseln sich zwischen Oksana und Lena ab. Das gibt einen wunderbar tiefen Einblick in die Gedanken der beiden unterschiedlichen Mädchen und auch in ihre gleiche Welt, die teils so unterschiedlich wahrgenommen und empfunden wird. Es ist interessant zu verfolgen, dass die vermeintlich starke Lena meist von Angst und Unsicherheit geleitet wird, während die unscheinbar wirkende Oksana endlich ihren Glanz und ihre Stimme findet. Wenn auch tragisch, da es eben eine dieser Geschichten ist, die wir alle selbst erlebt haben: jemanden den man so sehr liebt, mit dem man so viel erlebt hat, aufgeben, damit man, man selbst sein kann. Eine besondere Geschichte über das sich selbst finden oder das sich nicht trauen und zwangsläufig doch die Rolle einzunehmen, die man doch nie wollte. Ein starkes Debüt von Wlada Kolosowa welches ich absolut empfehlen kann. Ich bin sehr gespannt auf alles was noch von ihr kommt.

Dein ist mein ganzes Herz
von Die Art der Ida Gratias am 07.06.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Dies ist ein Buch über eine Freundschaft. Dies ist ein Buch über die Liebe. Dies ist ein Buch, über das, was passierte als die Grenzen verschwammen.  Der liebevolle Blick der Autorin, Wlada Kolosowa, die mit 12 Jahren aus St. Petersburg nach Cottbus kam, und 12 Jahre später mit den Augen einer deutschen Touristin von Couch zu... Dies ist ein Buch über eine Freundschaft. Dies ist ein Buch über die Liebe. Dies ist ein Buch, über das, was passierte als die Grenzen verschwammen.  Der liebevolle Blick der Autorin, Wlada Kolosowa, die mit 12 Jahren aus St. Petersburg nach Cottbus kam, und 12 Jahre später mit den Augen einer deutschen Touristin von Couch zu Couch surfte, auf das Heimatland ihrer Familie, macht die Geschichte so berührend. Ihre damalige Reise hat sie  in „Russland To Go – Eine ungeübte Russin auf Reisen“ verarbeitet, das 2012 erschien. Wie sich das Leben junger Russen jenseits der mondänen und hippen Hotspots wie St. Petersburg und Moskau anfühlt, hat sie sehr eindrucksvoll in ihrem Debut dem Coming-of-age Roman  Fliegende Hunde dargestellt. Lena und Oxana, beide 16, leben seit ihrer Geburt Wand an Wand in dem fiktiven St. Petersburger Vorort, Krytylowa, eine Trabantenstadt, die es an Tristesse mit jeder Hochhaussiedlung  von Paris oder Hamburg aufnehmen kann. Bröckelige Betonwüsten, aufgestapelte Quader, Pioniertaten der egalitären Sowjetarchitekten, davor heruntergekommenen Spielplätze, von deren Geräten die Farbe wie billiger Nagellack abplatzt,  auf den Bänken  je nach Tageszeit jungen Müttern, alten Omis oder notorische Freilufttrinker. Diese Freundschaft, die ihnen in die Wiege gelegt worden zu sein scheint, bindet sie aneinander, so dass die Außenwelt, die Eine nicht ohne die Andere denken kann. Von diesem Gefühl der Einheit, bei der sie gemeinsam im Jungmädchenbett liegen und an Fenster fliegende Hunde beobachten, zum Einssein sind es nur wenige Zentimeter gewanderter Fingerspitzen unter der Bettdecke. Das kann die Einzelne stärken, oder so sehr verwirren, dass sie flieht. Und Lena, die lange Dünne, die hier alle Jungs abfällig nur Rechen nennen, die mit ihren straßenköterblonden Haaren und den Glubschaugen, noch immer ungeküsst ist, und deren Schulnoten eher mittelprächtig sind als das sie ihr Ticket für eine bessere Zukunft sein könnten, befreit sich aus der Symbiose. Sie nutzt die Chance, das Versprechen einer Modelkarriere auf dem großen aufstrebenden Markt im Land des Mitte, wo groß, fettlos und mitteleuropäisch noch gefragt ist. Lena zerschneidet die Nabelschnur, bringt über 9000 km zwischen sie beide. Sie lässt Oxana zurück mit der gemeinsamen Vergangenheit und macht sich auf in die Zukunft, die für sie in Shanghai liegen soll. Als sie sich dann einfach nicht bei der Freundin meldet, füllt Oxana, den Hunger nach Nähe, nach Lena, mit der Mitgliedschaft in einem perversen Internetforum, über das sie bei ihrer Recherche für eine Schularbeit gestoßen ist. In diesem Geheimbund versuchen junge, namenlose Russinen die ultimative Magerkeit durch die minimale Kalorienmenge, die den Einwohner St. Petersburgs, damals noch Leningrad, während der Blockade der Stadt vom September 1941 bis zum Januar 1944 zur Verfügung stand, zu erreichen. Damals verloren etwa 1,1 Mio. Zivilisten ihr Leben, Die meisten von ihnen verhungerten.  Qxana wird durch ihr Geschichtswissen zur Blockade und die eingestellten Rezepte der dementen Großmutter Lenas, die die Blockade dank Ledersuppe mit Nelkenbeigabe und Kleisterbuletten überlebt hat, zur mit Likes und Herzchen dekorierten Koryphäe, ein "hot ranked member" der bizaren Leningraddiät. Und dass, obwohl sie beim von der Handycamera aufgenommenen und zur Massenkritik durch die Kampfdiätlerinnen freigegebenen Wiegen und Speckfalten Messen genau so mogelt wie beim Hungern. Als nach Wochen des Wartens endlich eine Mail bekommt, ist es als hätte ihr eine Fremde geschrieben, nichts als klischeehafte Beschreibungen eines Vogue-Model-Lifestyles. Das die weder etwas mit Lenas realen Leben in ihrer restlos überbelegten Model-WG in Shanghai, zwischen stinkenden chinesischen Instanttütensuppen, entmenschlichten Anziehpuppenjobs in wenig glamourösen Lagehallen und einem übergriffigen Betreuer. Das um 9 das Licht ausgeht wie in einem Mädchenpensionat in den 50ern, dass der chinesische Markt schon nicht mehr schreit nach russischen Gesichtern, dass die Alternative, der ungefragten Mädchen das Abendprogramm mit ältlichen Herren ist, schreibt sie nicht. Lena wählt das Alternativprogramm in Form eines ältlichen Fotografen, Rafik, mit dem sie relativ erfolgreich ihren Körper gegen bessere Jobs tauscht, statt Sommerkleidchenphotos in eisiger Kälte, lebendige Attraktion zum Anfassen für Jedermann in einem Freizeitpark, win-win würde sie sagen. Nach drei Monaten Trennung kehrt Lena zurück, zwischen Fremdeln und Freude schwankend, kommt es an ihrer gemeinsamen Geburtstagsfeier zu unerwarteten Erkenntnissen. Kolosowa ist mit ihrem Debut eine spitzzüngige, pointierte Darstellung des Alltags weiblicher, russischer Teenager am Rande der großen Stadt gelungen, die sich, wer hätte das gedacht,  essentiell wenig unterscheidet von der in anderen großstädtischen Randgebieten dieser Welt, genau so wenig, wie das Thema Frauenfreundschaft literarisch unberührt ist und doch gelingt es ihr, dem Kanon etwas Neues, Lesenswertes hinzuzufügen. Sie bleibt nah bei ihren Figuren und stellt sie trotz schonungslosem Blick auf die Realität, der sich nie als Anklage liest, nicht bloß.  Ein lesenswerter Roman.